Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA .

Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 30.6.2014 Drucken

Unsere WM-Gegner im Rentencheck: Algerien

Im Achtelfinale trifft Deutschland heute auf Algerien. Das DIA hat auch diesen WM-Gegner einem Rentencheck unterzogen.

Die algerische Nationalmannschaft und das Rentensystem besitzen eine Gemeinsamkeit: So wie viele Spieler von ihren Erfahrungen als Legionäre in ausländischen Ligen profitieren, stützt sich die Altersversorgung zu einem Gutteil auf im Ausland verdiente Renten.

Im größten Flächenstaat Afrikas leben derzeit ca. 38 Millionen Einwohner. Die Bevölkerung Algeriens soll bis zum Jahr 2050 auf 50 Millionen anwachsen, was mit drastisch steigenden Ausgaben für sozialpolitische Maßnahmen wie Renten und Gesundheitsfürsorge einhergehen dürfte. Bemerkenswert ist die für einen afrikanischen Staat relativ hohe Lebenserwartung (Gesamtbevölkerung: 74,7 Jahre), typisch hingegen der hohe Anteil junger Menschen. Im Jahr 2010 waren 25,4 Prozent der Bevölkerung jünger als 15 Jahre. Das wirkt sich auch auf die Rentenpolitik dieses Landes aus, das weitgehend zentralistisch regiert wird. Die öffentlichen Ausgaben für die Altersversorgung betragen in Algerien, trotz sprudelnder Einnahmen aus Rohstoffexporten, lediglich 3,2 Prozent des staatlichen Haushalts (im Vergleich dazu Tunesien: 4,3 Prozent). Das Bruttoinlandsprodukt Algeriens betrug im Jahr 2012 rund 208 Milliarden US-Dollar.

Ein System nach Frankreichs Vorbild

In Algerien existiert ein Sozialsystem, das nach der Unabhängigkeit analog dem französischen Vorbild installiert wurde. Dieses System wird durch die „Caisse Nationale d’Assurance Sociale de travailleurs salariés“ (nationale Sozialkasse für Arbeitnehmer) und durch die „Caisse National de Retraite“ (nationale Pensionskasse) verwaltet. Sozialkasse und Pensionskasse verfügen in den Provinzen des Landes über Agenturen. Im Rahmen der Altersvorsorge kennt das soziale System Algeriens neben verschiedenen Pensionsformen auch Leistungen bei Arbeitsunfall oder Berufskrankheit. Für alle Arbeitnehmer besteht eine allgemeine Sozialversicherung. Die gesetzliche Rente stellt in vielen Fällen eine Grundsicherung dar. Seit dem Jahr 2012 beträgt die Mindestrente 15.000 Dinar (umgerechnet ca. 140 Euro), die auch an Bürger gewährt wird, die keine Beitragsleistungen (non-salarieés) in die sozialen Systeme nachweisen können. Im Mai 2013 erfolgte eine allgemeine Rentenerhöhung um elf Prozent und auch für das Jahr 2014 wird erneut eine deutliche Anhebung erwartet, zumal die Einnahmen aus den Rohstoffexporten auf hohem Niveau bleiben dürften.

Ein Teil der Bevölkerung besitzt Privilegien

Prinzipiell haben zwar alle Algerier ab dem 60. Lebensjahr einen Anspruch auf Gewährung einer Altersrente, dennoch profitieren vor allem Staatsbedienstete und Angestellte staatlich gelenkter (Öl-und Gas-)Unternehmen und Behörden von den sozialen Leistungen des Staates. Dazu zählen auch Angehörige und Begünstigte der im Zuge des Unabhängigkeitskrieges gegen Frankreich und der nachfolgenden Jahrzehnte dominierenden Streitkräfte.

Rentenzahlungen aus dem Ausland

Der größere Teil der Bevölkerung, die vor allem in urbanen Regionen des Nordens angesiedelt ist, muss mit dürftigen beziehungsweise weitaus bescheideneren Rentenleistungen des Staates auskommen. Vielfach üben deshalb gerade die Bezieher (kleinerer) staatlicher Renten noch eine Nebentätigkeit aus, um ihre Rente aufzubessern. Nicht zu vernachlässigen sind auch die zurückgekehrten Rentner Algeriens, die in der Heimat von den in anderen Staaten (vorwiegend in Frankreich und im Französisch sprechenden Teil Belgiens) erwirtschafteten Renten leben. Ebenso kommen zahlreiche Familien des Landes in den Genuss monetärer Transfers von Millionen Auslands-Algeriern, die infolge der kolonialpolitischen Geschichte des Landes vor allem aus Frankreich stammen. Beide Finanzströme dürften als wichtige Stütze der Altersversorgung für die algerische Bevölkerung gelten.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema

(Denk)Anstoß für die Rente

Ab 12. Juni beherrscht der Fußball die Schlagzeilen. Doch abseits vom Spielfeld gibt es einige Facetten der Fußballwelt, die nicht sofort ins Auge springen. Aus aktuellem Anlass ein (Denk)Anstoß für die Rente mit einem Augenzwinkern. Auf seinem Tätigkeitsfeld zählt er trotz seines „hohen“ Alters zu den Typen, auf die immer Verlass ist. Wenn sein Arbeitgeber […]

Artikel lesen

Unsere WM-Gegner im Rentencheck: Portugal

Heute bestreitet unsere Nationalmannschaft ihr Spiel gegen das portugiesische Team. Es gilt als schwerster Gegner Deutschlands in der Gruppenphase. Das DIA hat die WM-Gegner einem Rentencheck unterzogen, um die Stärken und Schwächen des jeweiligen Landes in der Altersversorgung zu beleuchten. Im Zuge der Diskussion um den Euro-Rettungsschirm und die Staatsfinanzkrise gingen die Blicke häufiger in […]

Artikel lesen

Unsere WM-Gegner im Rentencheck: Ghana

Im zweiten Vorrundenspiel trifft Deutschland auf Ghana. Das DIA hat auch diesen WM-Gegner einem Rentencheck unterzogen. Im Mannschaftssport Fußball ist Ghana wahrscheinlich bereits besser aufgestellt als in der kollektiven Altersversorgung. In Ghana übernahmen bisher, ähnlich wie in der überwiegenden Zahl der afrikanischen Staaten, traditionell die jüngeren Familienmitglieder die materielle Versorgung der älteren Menschen. Diese Situation […]

Artikel lesen

Unsere WM-Gegner im Rentencheck: USA

Im dritten Vorrundenspiel trifft Deutschland heute auf die USA. Das DIA hat auch diesen WM-Gegner einem Rentencheck unterzogen. Das amerikanische Rentensystem ähnelt in einigen Punkten dem deutschen, das Vertrauen in staatliche Sozialleistungen ist aber deutlich weniger ausgeprägt. Das US-amerikanische Rentenversicherungssystem, im üblichen Sprachgebrauch als „Social Security“ bezeichnet, basiert auch auf einem Umlageverfahren wie in Deutschland. […]

Artikel lesen

Unsere WM-Gegner im Rentencheck: Frankreich

Die Herausforderungen steigen mit jeder Runde. Nicht nur auf dem Fußballfeld zählen Frankreich und Deutschland zu den großen europäischen Nationen. Auch wirtschaftlich sind beide in Europa gut aufgestellt und bemühen sich mit Reformen, ihre Rentensysteme auf eine tragfähigere Basis zu stellen. Das DIA hat den  WM-Gegner Frankreich einem Rentencheck unterzogen. Frankreich gehört mit einer Bevölkerung […]

Artikel lesen

Unsere WM-Gegner im Rentencheck: Brasilien

Nicht nur in Sachen Fußball ist Brasilien ein Champion, auch das brasilianische Rentensystem bietet beeindruckende Bedingungen für den Ruhestand. Doch die Frage ist, wie lange es noch finanzierbar bleibt und wann sich das Land auf den Weg macht, seine demografischen Herausforderungen zu meistern. Jeder kennt sie, die Bilder von der Copacabana – des wohl berühmtesten […]

Artikel lesen

Unsere WM-Gegner im Rentencheck: Argentinien

Argentinien ist einerseits ein gebeuteltes Land, immer wieder geprägt von Hyperinflation, Währungsabwertung und eingefrorenen Sparguthaben. Andererseits konnte das südamerikanische Schwellenland in den letzten Jahren sein Schuldendefizit verringern und eine Re-Verstaatlichung seines Rentensystem umsetzen. Doch zuletzt schwächelte die Wirtschaft. Nun warten viele Argentinier auf ein neues Hoffnungszeichen, den WM-Titel oder (am liebsten damit verbunden) einen erneuten […]

Artikel lesen