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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 10.4.2017 Drucken

Garantiekosten steigen deutlich an

Die einst gut gemeinte Beitragsgarantie bei der Riester-Rente erweist sich inzwischen als Renditekiller. Die Politik muss endlich handeln und die geförderte Altersvorsorge reformieren.

Die von Prof. Stotz (Frankfurt School of Finance) 2016 erstmalige Berechnung des Garantiekostenindex hat ein sehr klares Bild ergeben:

  1. Garantien kosten Geld
  2. Die Kosten von Garantien haben sich dramatisch erhöht in den vergangenen 15 Jahren

Was also bei Einführung der Riesterrente eine gute Idee war, hat sich ins Gegenteil verkehrt. Die Garantie, die Sparern helfen sollte, in den Kapitalmarkt zu investieren und dabei ein gutes Bauchgefühl zu haben, führt zum Gegenteil. Die Beitragsgarantie mit ihren hohen Kosten verhindert genau diese Investitionen. Sie zwingt Anbieter in sichere und kaum oder sogar negativ rentierende Anlagen. Die sinnvolle Anlage in Aktien aber wird nicht gefördert.

Garantiekosten weiter angestiegenEin Update der Studie aus dem Januar 2017 hat ergeben, dass die Kosten von Garantien einen traurigen Rekord erreicht haben. Während in der ersten Auflage der Studie 2015/16 der Unterschied des Guthabens zwischen einer reinen Aktienanlage und einem Garantieprodukt bei einer Mustersparerin 140.000 Euro zu Gunsten der Aktieninvestition betrug, klaffte 2016 in der Spitze eine Lücke von 210.000 Euro zwischen diesen beiden Produkten. Geld, das dem Kunden wegen einer staatlich verordneten Zwangsgarantie im Alter fehlt.

Dass diese Zwangsgarantie noch immer existiert, mutet auch vor dem Hintergrund seltsam an, dass in der betrieblichen Vorsorge mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz ein Garantieverbot diskutiert und wahrscheinlich umgesetzt wird. Bei privaten, geförderten Angeboten beharrt der Gesetzgeber aber auf Zwangsgarantien – obwohl die Zielgruppe identisch ist. Die Erkenntnis, dass Garantien aktuell sehr schädlich für den Aufbau von Altersvermögen sind, hat sich zwar politisch durchgesetzt. Allerdings will man das politisch heiße Eisen vor der Wahl nur noch in zwei unstrittigen Punkten anfassen. Die komplexen Themen wie die sehr komplizierte Zulagenverwaltung und die Zwangsgarantie werden jedoch in die nächste Legislaturperiode bzw. an die nächste Regierung weitergereicht.

Riester-Rente muss saniert werden

Auch wenn dies wieder einen Zeitverzug bedeutet: Die Riester-Rente muss grundlegend saniert werden. Millionen von Kunden, die die richtige Entscheidung getroffen haben – nämlich fürs Alter privat Vorsorge zu treffen – müssen wieder ein leistungsfähiges und modernes Produktangebot erhalten.

Politisch wird oft beklagt, in Deutschland gebe es keine Aktienkultur. Nun sind wir in einer Marktphase, in der es zu Investitionen in Sachwerte wie Aktien oder Immobilien praktisch keine sinnvollen Alternativen mehr gibt. Diese Nachfrage nach chancenreicheren Investitionen werden aber durch staatliche Vorschriften wie die Garantiepflicht abgewürgt. Das ist eine vertane Chance.

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