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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 5.1.2019 Drucken

Chancen nutzen, aber nur passend zur Risikoneigung

Ingo Schweitzer, Vorstand der AnCeKa Vermögensbetreuungs AG aus Kaufbeuren, schildert im Interview typische Anlagefehler und wie sie vermieden werden.

Welchen Fehler sollten Sparer trotz niedriger Zinsen nicht machen?

Ingo SchweitzerEs ist nicht klug, einfach das Risiko zu erhöhen, nur weil es irgendwo einen Ertrag über dem Sparbuchniveau geben könnte. Es gilt, vor einem Investment die eigene Risikobereitschaft abzuklären und eine dazu passende Strategie zu entwickeln. Das kann auch manchmal den Verzicht auf Ertrag bedeuten, aber die Vorstellung, den festen Zins einfach durch Dividenden und Kursgewinne eins zu eins ersetzen zu können, ist ein Trugschluss.

Welche Grundregel sollten Investoren beachten?

Viele denken, wenn sie zum Beispiel durch eine Erbschaft freies Kapital haben, dieses Geld müsste sofort angelegt werden. Aber es ist in aller Regel viel sinnvoller, sich Zeit zu lassen und gründlich nach einer guten Investmentgelegenheit zu suchen. Sich zu informieren und auf vielversprechende Angebote zu warten, rechnet sich. Das kennt jeder aus dem Alltag. Es ist ja zum Beispiel auch klüger, Geschirr nach Weihnachten zu kaufen, wenn die Preise niedrig sind, und nicht direkt vor dem Fest, wenn alle ihre Tafel ausrüsten wollen.

„Ein guter Berater beobachtet den Markt seit langem.“

Wie erkennt man den richtigen Zeitpunkt und gute Angebote?

Hier macht es Sinn, sich fachkundig und möglichst unabhängig beraten zu lassen. Ein guter Berater beobachtet den Markt seit vielen Jahrzehnten und achtet auf eine passende Risiken- und Chancenverteilung. Das für Beratungshonorare ausgegebene Geld amortisiert sich schnell, wenn dadurch klassische Anlagefehler vermieden werden. Angeblich kostenlose Hilfe hat dagegen oft nicht das Interesse des Kunden als oberste Prämisse.

Ab welchen Beträgen macht es Sinn, Vermögen aufzubauen?

Sparpläne auf Aktienfonds gibt es ab 25 Euro im Monat und das ist ein guter erster Schritt, der langfristig hilft, Vermögen zu bilden. Es spricht auch nichts dagegen, jedes Jahr vielleicht etwas Gold oder Silber zu kaufen, das kann in der heutigen Zeit auf keinen Fall schaden.

Was ändert sich in der zweiten Lebenshälfte am Vermögensaufbau?

Wer bereits Erfahrung mit dem Prinzip Chancen durch Risiken beim Vermögensaufbau gemacht hat, kann diese Möglichkeiten auch im Alter nutzen. Natürlich ist es sinnvoll, die Aktienquote zu senken, wenn es auf den Ruhestand zugeht und das Geld gebraucht wird. Andersherum sollten Sparer mit bisher schon geringer Risikoneigung jetzt auf keinen Fall plötzlich auf schwankungsintensivere Anlageformen setzen, sondern sich eher mit dem Erreichten zufriedengeben und die geringen Zinsen für Tages- und Festgelder akzeptieren.

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