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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 18.1.2023 Drucken

    Alternative Bausteine fürs Depot

    Gold, Wandelanleihen und Co. Es existieren abseits der klassischen Wege einige Möglichkeiten, auch in unsicheren Zeiten Chancen zu nutzen und dem Portfolio mehr Stabilität zu verleihen.

    Aktien, Renten, Cash. Das ist, auch unter dem Eindruck der mehr als zehnjährigen Niedrigzinsphase und der Dauerkrise seit März 2020, die klassische Struktur im Depot vieler Anleger. Jahrelang war diese Kombination ein Garant für positive Ergebnisse, die Wertsteigerungen und Ausschüttungen kombinierten.

    Doch diese Zeit ist schon länger vorbei. Es sieht auch so aus, als würde sich das so schnell nicht wieder ändern. Die Volatilität bleibt hoch. Die Spanne zwischen Zins und Inflation ist größer als je zuvor. Die Liquidität wird durch die rasante Geldentwertung schneller beschädigt, als man das Geld zurücklegen kann.

    Zwar gilt weiterhin, dass an Aktien grundsätzlich je nach Risikoneigung kein Weg vorbeiführt. Vor allem Dividenden- und Valueaktien stehen derzeit im Fokus. Gute Dividendenportfolios können zwischen vier und fünf Prozent Rendite im Jahr ausschütten. Da es sich dabei um substanzstarke Unternehmen handelt, sind Dividendenaktien auch weniger von den derzeitigen Krisenfaktoren betroffen. Aber trotzdem greifen private und professionelle Investoren wieder vermehrt zu alternativen Instrumenten, um zum einen die Anlage breiter zu diversifizieren und dem Portfolio mehr Stabilität zu verleihen und zum anderen abseits der bekannten Pfade Rendite zu erwirtschaften.

    Gold als Vermögensschutz

    So ist Gold weiterhin ein interessantes Asset als Beimischung im Depot. Auch wenn Gold keine Zinsen bringt, glänzt es seit über 2000 Jahren in seiner Funktion als Vermögensschutz. Daher ist die Frage nach der kurzfristigen Wertentwicklung eher zweitrangig. Wenn man sich die massiven Inflationsrisiken, die wirtschaftlichen Disruptionen und die gigantische private und staatliche Verschuldungsquote anschaut, bleibt Gold ein wesentliches Instrument im Vermögensschutz und kann das Risikoprofil eines Depots verbessern. Daher kann der Goldpreis eine weitere positive Entwicklung nehmen. Experten halten einen Goldpreis von deutlich mehr als 4.000 US-Dollar in der nahen Zukunft für realistisch. Die Bewertungsfrage, ob Gold mit derzeit rund 1.840 US-Dollar pro Feinunze „zu teuer“ ist, kann also wohl mit „nein“ beantwortet werden.

    Fremdwährungen contra Zinsrisiko

    US-Dollar, Schweizer Franken, norwegische Kronen und andere Fremdwährungen sind ebenso wichtige Bausteine in einer professionellen Anlagestruktur. Mit Spekulationen für risikoaffine Anleger haben Währungsinvestments nichts zu tun, wie hin und wieder behauptet wird. Das bedeutet: Investoren können mit gezielten Fremdwährungsinvestments das neu aufgekommene Zinsrisiko im Euroraum und die Schwäche der Gemeinschaftswährung absichern und zugleich von Wechselkursgewinnen profitieren.

    Mehr Stabilität durch Wandelanleihen

    Auch Wandelanleihen als alternative Rentenpapiere können einem Depot weitere Stabilität verschaffen – insbesondere weil halbwegs sichere Anleihen weiterhin keine vernünftigen Kupons bieten, aber dafür Kursrisiken unterliegen. Wandelanleihen von Unternehmen räumen dem Investor neben einem Nominalzins auch die Chance auf eine Partizipation an Kursgewinnen der Aktie des Unternehmens ein. Es ist in den Anleihebedingungen fest definiert, in welchem Verhältnis die Anleihe in die Aktie getauscht werden kann. Die Anleihe enthält eine Wandlungsoption für den Anleger, der von steigenden Aktienkursen profitieren kann, während er von fallenden Kursen verschont bleibt. Schließlich muss der Anleger die Anleihe nicht gegen die Aktie tauschen. Aufgrund dieser Chance auf die Wertsteigerung über die Aktie erhält der Investor aber niedrigere Zinszahlungen als bei klassischen Unternehmensanleihen. Es empfiehlt sich, in Wandelanleihen in Form von Fonds anzulegen.

    Optionsstrategien per Fonds

    Geld lässt sich abseits klassischer Strukturen auch mit Optionsprämienstrategien verdienen. Dabei erwirbt der Anleger über eine Put-Option das Recht, einen festgelegten Basiswert zu einem vordefinierten Kurs zu verkaufen. Das ist eine gute Versicherung gegen Kursverluste. Bei den sogenannten Stillhaltegeschäften ist es genau andersherum. Stillhaltegeschäfte bieten eine Absicherung an, indem sie die Option verkaufen und dafür die Optionsprämie einnehmen, prinzipiell aber keinerlei Interesse an der Aktie haben. Auch dies lässt sich über Fonds abbilden, sollte aber nur nach einem grundsätzlichen Beratungsgespräch im Rahmen der Gesamtallokation im Depot umgesetzt werden.


    Gastautor Dyrk Vieten ist Sprecher der Geschäftsführung der unabhängigen Vermögensverwaltung ficon Vermögensmanagement GmbH in Düsseldorf. Weitere Beiträge von ihm und anderen Vermögensverwaltern finden Sie auf www.v-check.de.

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