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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 17.1.2023 Drucken

    “Rendite ganz ohne Risiko gibt es nicht!“

    Timo Veeneman, Finanzanlagen- und Versicherungsfachmann vom Vermögensverwalter Spiekermann & CO AG sieht Garantieprodukte für Anleger kritisch. Am Ende bringe es mehr Wertstabilität für Vermögen, Risiken bewusst zu verteilen.

    Wie bewerten Sie Anlageprodukte mit Garantien, also vermeintlich ohne Risiko – lohnen sich diese?

    Ich sehe solche Garantieversprechen relativ kritisch, denn sie kosten unter dem Strich immer Geld. Das heißt, Verbraucher erkaufen sich Sicherheit in der Regel durch einen Verzicht auf einen mehr oder weniger großen Renditeanteil. Kommt es aber zu wirklich unvorhergesehenen Ereignissen, wie Anbieterpleiten, Hyperinflation oder gar eine Währungsreform, sind solche Garantien dann im Zweifelsfall auch wertlos.

    Wie sieht das bei Lebensversicherungen aus?

    Die optimale Altersvorsorge ist von vielen individuellen Fragen abhängig. Aber ausgehend vom Normalfall und von einem Anlagezeitraum von 20 bis 40 Jahren gibt es von der Ertragsperspektive sicher bessere Alternativen, als heute eine Lebensversicherung abzuschließen. Im Einzelfall, bei eher kurzem Abstand zum Rentenalter oder sehr hohem Sicherheitsbewusstsein, könnte eine Lebensversicherung eine Option sein. In den allermeisten Fällen gibt es aber attraktivere Wege, Vermögen zu bilden.

    Was zählt als Sicherheit?

    Ist das bei Riesterverträgen besser, da gibt es ja auch eine Garantie?

    Als Vorsorgeprodukt ist die Idee der Riesterverträge grundsätzlich spannend, aber durch die Garantie der nominal eingezahlten Beiträge sind die Anbieter relativ eingeschränkt. Letztlich haben Anleger dadurch die Sicherheit, dass sie jeden eingezahlten Euro wiedersehen. Dafür müssen aber Rücklagen gebildet werden, die kaum Erträge abwerfen. Letztlich wird dadurch mit großer Sicherheit trotz der staatlichen Förderung ein relativ überschaubares Ergebnis erreicht werden.

    Gibt es überhaupt 100 Prozent Sicherheit beim Vermögensaufbau?

    Da stellt sich erst einmal die Frage, was bedeutet Sicherheit? Unter dem Strich kann der reine nominale Erhalt von Geld kein gutes Anlageziel sein. Selbst wenn jemand Bargeld im sichersten Tresor der Welt aufhebt, führt die Inflation zu Kaufkraftverlusten. Anderer Fall: Das letzte Jahr hat gezeigt, dass selbst als enorm sicher eingestufte Staatsanleihen Kursverluste erleiden können und auch Gold allein nicht immer die beste Krisenversicherung ist.

    Abgestimmter Vermögensmix

    Wie lässt sich dann Sicherheit beim Anlegen überhaupt erreichen?

    Da gilt der alte Spruch, nicht alle Eier in einen Korb legen. Natürlich bringt es auch keine 100 Prozent Sicherheit, Vermögen breit gestreut zu investieren. Aber das alles gleichzeitig wertlos wird, ist doch sehr unwahrscheinlich. Die große Kunst ist es, so einen Vermögensmix auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen und dazu passend eine Balance zwischen Ertragserwartung und Risikominimierung zu erreichen. Langfristig gesehen war es bisher sinnvoll, zumindest mit einem Teil des Vermögens am Erfolg der Wirtschaft beteiligt zu sein, auch wenn solche Anlagen im Wert schwanken können. Wer die Kaufkraft eines Vermögens erhalten will, wird nicht darum herumkommen, in gewissen Maße Risiken einzugehen, um eine reale Rendite zu erzielen.

    Langfristiger Vermögenserhalt

    Ganz ohne Risiko geht es also nicht?

    Ja, keine Form ertragversprechender Kapitalanlage wird absolute Sicherheit bieten. Allerdings hat eine breit diversifizierte Anlagestruktur beste Voraussetzungen, Vermögenswerte langfristig zu erhalten. Wer sein Kapital zum Beispiel auf Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern, Anleihen von Staaten und Unternehmen, Edelmetalle wie Gold und Silber oder eben auch Klassiker wie Immobilien oder eventuell sogar als Beimischung eine Lebensversicherung oder andere konservative Anlageformen verteilt, wird wohl kaum irgendwann mit ganz leeren Händen dastehen.

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