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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 8.7.2016 Drucken

Lernen im Alter – der Zwang fällt weg

Heißt das, wir müssen als Gesellschaft unsere Ansichten, was Alter und Lernen angeht, gleich in mehrfacher Hinsicht korrigieren?

Wir sollten unsere Vorstellungen über das Alter und das Altern kritisch überdenken. Oft fällt auf, „alt findet man nur die anderen“. Alt sein ist nicht nur negativ zu sehen. Auch im hohen Alter, bei zunehmender Immobilität und eingeschränktem Bewegungsradius sind Entwicklungsprozesse und Lernen zu erkennen wie der Wunsch, sich produktiv einzubringen und zu helfen. Es geht also um eine realistische Vorstellung vom Alter, ein Bild, das weder überspitzt auf Jugendlichkeit und Aktivität setzt noch ausschließlich Alter mit Abhängigkeit und Pflege gleichsetzt. Von den 80-Jährigen sind zum Beispiel nur etwa 25 Prozent in Pflegeinstitutionen untergebracht. Die Mehrzahl lebt in der eigenen Wohnung.

Das Beste kommt zum Schluss? Länger leben mit deutlich mehr Freiraum bei längerem Ruhestand. Das ist zuerst einmal eine erfreuliche Aussicht.

Ja und zugleich zeigt sich: Das geht – wie in den Lebensphasen zuvor – nicht ohne Planung, ohne persönliche Zielstellung. Die Altersphase, gerechnet ab einem Lebensalter von 50, umfasst inzwischen 30 bis 40 Lebensjahre. Davon sind viele, oft gesunde Jahre zu gestalten. Heute stehen dafür mehr Möglichkeiten zur Auswahl: Einige möchten sich intensiv um ihre Enkel kümmern, andere möchten einen Traum verwirklichen – zum Beispiel ein Café eröffnen oder nebenberuflich noch einmal etwas Neues beginnen, sich für die Gesellschaft engagieren oder einfach das tun, was sie schon immer machen wollten – als Biker durch die Lande touren zum Beispiel.

Oftmals gehen eine Neuorientierung und neue Aufgabenbereiche mit unterschiedlichem Lernbedarf einher. So entstehen in der nachberuflichen Phase vielfältige Lernanlässe oder Lernwünsche. Dafür brauchen wir entsprechende Konzepte und Angebote. Das gegenteilige Szenario wären verbitterte, gelangweilte Alte, die unzufrieden vor dem Fernseher sitzen. In diesem Sinne wurden in der Gerontopsychologie bereits in den 90er-Jahren die Herausforderungen des demografischen Wandels angesprochen, als klar wurde: Altersphase und Lebenserwartung weiten sich stark aus und die Ruhestandphase kann noch einmal so lang werden wie die Arbeitsphase.

Wo sollte Lernen in diesem Lebensabschnitt angesiedelt sein? Welche Infrastruktur eignet sich dafür?

Die Übergänge sind fließend. Deshalb brauchen wir beides parallel – sowohl Angebote von Institutionen im Bildungsbereich als auch niedrigschwellige Formate, die Lernprozesse in Eigenregie ermöglichen. Bildungsangebote für jedes Lebensalter machen beispielsweise die Wohlfahrtsverbände, die Volkshochschulen oder Universitäten. So besteht an vielen deutschen Universitäten die Möglichkeit, als Gasthörer oder Seniorstudent teilzunehmen. Ein spezielles für Senioren konzipiertes Studium findet man hingegen nicht überall. Ein solches Angebot gibt es zum Beispiel an der TU Dortmund.

Sie plädieren dafür, „altersloser zu denken“. Wie ist das gemeint?

Damit meine ich, wir sollten nicht so sehr darauf schauen, wie alt jemand ist. Vielmehr zählt doch, was ein Mensch für Vorstellungen und Ziele hat, wofür er sich einsetzen möchte. Darin sollten wir Menschen jeden Alters begleiten und durch Lernprozesse unterstützen.

Die Fragen stellte Carla Fritz.

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