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Meinhard Miegel,
Vorstand der Stiftung Denkwerk Zukunft, Bonn
Die derzeitige Finanzkrise lässt viele Menschen fragen, wie sinnvoll und verlässlich ist private, kapitalfundierte Altersvorsorge. Die Antwort ist eindeutig: Zwar gibt es nirgendwo hundertprozentige Sicherheit. Aber während sich die Kaufkraft gesetzlicher Renten seit Anfang der 1980er zunächst nicht erhöht und seit einiger Zeit sogar vermindert hat, hat sich beispielsweise der Wert deutscher Aktien im gleichen Zeitraum - trotz der herben Rückschläge seit Anfang 2008 - real reichlich vervierfacht. Hinzu kamen die Dividenden. Kapitalfundierte Altersvorsorge hat sich also gelohnt und sie lohnt weiter. Denn die Kaufkraft der gesetzlichen Rente wird künftig bestenfalls stagnieren. Der Wert einer halbwegs ordentlichen Kapitalanlage wird sich hingegen weiter erhöhen. |
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Bernd Raffelhüschen,
Professor für Finanzwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Was wir aus der Finanzmarktkrise lernen sollten: Es ist nicht schlecht, mit Aktien oder Fonds vorzusorgen. Es ist schlecht, ausschließlich darauf zu setzen. Die Wissenschaft hat nie gefordert, dass wir bei der Altersvorsorge allein auf die Kapitalmärkte vertrauen sollten. Das Umlagesystem ist robust gegenüber Finanzmarktkrisen, aber anfällig für demografische Veränderungen. Bei Kapitalerträgen ist es umgekehrt. Um uns vor beiden Risiken zu schützen, müssen wir beide Systeme kombinieren. Darauf steuern wir nach den vergangenen Rentenreformen auch zu. Und deshalb ist unsere Rente jetzt wirklich sicher.
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Reinhold Schnabel,
Professor für Finanzwissenschaften an der Universität Duisburg Essen
In stürmischen Zeiten wie diesen, sieht alle Welt nur die Risiken der Anlage an den Kapitalmärkten; die Chancen werden ausgeblendet. Das ist psychologisch verständlich, sollte aber nicht den Blick auf die Fakten verstellen. Selbst mit einem reinen DAX-Aktiensparplan hätte ein Anleger in allen erdenklichen 30-Jahres-Abschnitten zwischen 1954 und heute eine durchschnittliche reale Rendite von 6,6 Prozent erzielt. Wer vor 30 Jahren damit begonnen hätte regelmäßig in den DAX zu investieren und in der aktuellen Baisse seinen gesamten Aktienbestand verkauft hätte, der hätte noch eine reale Rendite von knapp 4 Prozent erzielt. Eine typische private Altersvorsorge besteht zudem nicht nur aus Aktien; zum Ende der Laufzeit wird planmäßig der Aktienanteil heruntergefahren. Dies schützt vor starken Kursrückschlägen. |
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