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Sparverhalten

Auf der hohen Kante: So spart Deutschland.

Sparverhalten | 21.9.2018 Drucken

Ohne Sparen keine Altersvorsorge

Unsere eigene Angst vor Altersarmut führt nicht dazu, dass wir selbst mehr für die Rente sparen. Dabei sollte klar sein, dass private Altersvorsorge ohne Sparen nicht funktioniert.

Immer mehr Deutsche fürchten sich vor einem finanziell unsicheren Ruhestand. Wer als Rentner nicht knausern will, sollte daher frühzeitig eine private Vorsorge aufbauen.

Ohne Sparen keine Altersvorsorge möglichDoch ohne Moos nichts los. Für eine Altersvorsorge muss Geld zurückgelegt werden. Allerdings ist Sparen eher unbeliebt bei den Deutschen. Das eines der Ergebnisse der aktuellen Trendstudie „Generation Mitte“, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusammen mit dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) auf einer Pressekonferenz in Berlin vorstellte. Demnach rechnet die Mehrheit der 30- bis 59-Jährigen damit, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten kann. Die Angst vor Altersarmut ist zudem in den letzten Jahren gestiegen. Doch aktiv etwas gegen diese Befürchtungen zu tun, steht nicht auf der To-do-Liste.

Sparen ohne Verzicht – geht das?

Die Bereitschaft zum Sparen ist in der mittleren Generation sehr gering. Drei von vier Befragten finden es zwar grundsätzlich vernünftig, Geld beiseitezulegen, aber einschränken wollen sie sich dafür nicht. Knapp jeder Zehnte lehnt es sogar generell ab zu sparen. Eine private Altersvorsorge wird unter diesen Voraussetzungen schwierig bis unmöglich. Studienautorin Professor Dr. Renate Köcher formuliert die Sichtweise auf die Thematik so: „Die Deutschen wollen abgesichert sein, aber gleichzeitig auf nichts verzichten.“ Doch ist das nicht vielmehr Wunschdenken? Für Menschen mit einem sehr hohen Einkommen geht diese Denkweise vielleicht noch auf. Sie können Geld auf die hohe Kante legen, ohne ihren Konsum zu drosseln. Aber für den Otto-Normalverbraucher bedeutet sparen nun mal auch, sparsam zu sein.

Auch kleine Beträge lohnen bei der Vorsorge

Die mittlere Generation muss im Alltag nicht auf jeglichen Luxus verzichten, um im Ruhestand den Lebensstandard zu halten. Auch kleine Summen, die monatlich weggelegt werden, lohnen sich bei der privaten Altersvorsorge. Auf der Liste, was einem im Leben wichtig ist, belegt „Sparsamkeit“ unter den aufgeführten 23 Punkten abgeschlagen den allerletzten Platz. „Nichts ist heutzutage weniger erstrebenswert, als zu sparen. Dabei ist das doch eigentlich eine deutsche Tugend“, wundert sich GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler. Ausschlaggebend dafür könnte die anhaltende Niedrigzinsphase sein, die bei vielen den Eindruck entstehen lässt, sparen sei zwecklos. Auf dem Konto verliert mein Geld an Wert, also gebe ich es lieber aus. Die Alternative wäre, Vermögen in den Kapitalmarkt zu investieren. Das aber scheuen die sicherheitsbewussten Deutschen.

Überraschenderweise zählt finanzielle Unabhängigkeit im Kontrast dazu zu den wichtigsten Lebenszielen der Studienteilnehmer. Um das zu erreichen, müsste es eine Veränderung im Konsumverhalten geben. In der Realität ist allerdings nichts dergleichen geschehen. Somit sehnen sich die Deutschen zwar nach Sicherheit, tun aber kaum etwas dafür.

Zu wenig Geld, um zu sparen?

Nicht jeder kann Ersparnisse ohne Weiteres bilden. Bei einem sehr schmalen Einkommen reicht das Geld meist gerade so aus, um die monatlichen Kosten zu bewältigen. Die Mehrheit der Deutschen betrifft dieses Problem allerdings nicht. So sind über die Hälfte der Befragten mit ihrer materiellen Situation zufrieden. Lediglich zwölf Prozent ziehen eine negative Bilanz. Bis 2023 rechnet zudem jeder Fünfte damit, dass sich seine wirtschaftliche Lage weiter verbessert. Auch die Sorgen um die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes sinken seit Jahren.

Der überwiegende Teil der mittleren Generation ist also sehr wohl in der Lage, zumindest einen kleinen Betrag monatlich zu sparen. Damit könnte wiederum eine Altersvorsorge aufgebaut werden, um im Rentenalter abgesichert zu sein. Der vorchristliche Politiker Caesus hatte schon treffend bemerkt: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“

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