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    Private Altersvorsorge

    In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

    Private Altersvorsorge | 31.3.2022 Drucken

    Welche Form der Altersvorsorge verliert?

    Die Lebensversicherung unterliegt einem starken Wandel. Die Marktbedingungen verändern das Angebotsspektrum und bringen derzeit die Verlierer deutlich zum Vorschein. Vor allem Altersvorsorgeprodukte sind stark betroffen.

    Diese Einschätzung trifft das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen und zeigt die aktuellen Entwicklungen in der Altersvorsorge auf.

    Es verweist auf die vielen Tarifanpassungen der Lebensversicherer Anfang des Jahres. Insbesondere die Senkung des Rechnungszinses auf nur noch 0,25 Prozent war dafür der Auslöser. Sie verstärkte die Abkehr von der 100-prozentigen Beitragsgarantie in den unterschiedlichen Tarifarten der Altersvorsorge nach Beobachtung von Morgen & Morgen noch weiter. „Für den Markt bedeutet das eine Neuordnung und einen damit einhergehenden Verlust an Tarifvielfalt“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

    Viele geförderte Produkte der Altersvorsorge wurden eingestellt

    Die steuerlich geförderten Rentenprodukte unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben. Hierzu gehören Vorschriften zum Beitragserhalt sowie zu den Kapitalanlageoptionen. „In diesem Rahmen sind die Produktgeber wenig flexibel, was in der aktuellen Kapitalmarktsituation und dem damit verbundenen niedrigen Rechnungszins dazu führt, dass die Finanzierbarkeit oftmals nicht mehr gegeben ist und viele Anbieter ihre Produkte einstellen“, zieht Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik, eine erste Bilanz.

    Angebotsdelle bei den Basisrenten

    Für die Tarife der Basisrente wurde die Beitragsgarantie im Zuge der neuen Kalkulation auf unter 100 Prozent gesenkt. Sie hat sich nach den Beobachtungen des Analysehauses bei ca. 80 Prozent eingependelt. Klassische Basisrenten werden kaum noch angeboten, sie seien aufgrund sinkender Beitragsgarantien und fehlender Partizipation an den Chancen der Kapitalmärkte nicht mehr attraktiv. „Einige Tarife müssen momentan im Nachgang an die Neukalkulation zudem an die Logik der Basisrenten angepasst werden. Andere hängen derzeit noch in den Freigabeprozessen hinsichtlich der PIA-Klassifizierungen“, informiert das Unternehmen. Das Angebot verzeichne daher aktuell eine vorübergehende Delle.

    Riester-Rente ist der klare Verlierer

    Die Riester-Rente gehöre dagegen klar zu den Verlierern. Viele Anbieter haben ihre Riester-Produkte eingestellt. Eine Handvoll bietet nach wie vor diese steuerlich geförderte Rentenform an. Die Kosten einer 100 Prozent Beitragsgarantie seien jedoch kaum noch finanzierbar und anfallende Vertriebskosten schwer darstellbar. „Daher gehen manche Anbieter dazu über, Riester-Verträge nur noch als Honorartarife anzubieten. Hier sind die Kosten für den Anbieter niedriger. Es müssen keine Abschlusskosten für die ersten Jahre der Vertragslaufzeit einkalkuliert werden, die es erschweren, eine 100 Prozent Beitragsgarantie zu sichern“, beschreibt Morgen & Morgen eine Ausweichreaktion am Markt.

    Fokus nun auf 80 Prozent Beitragsgarantie

    Ungeförderte Rentenprodukte können Versicherer dagegen wesentlich flexibler gestalten. Allerdings hat das Analysehaus auch bei ihnen „produktspezifische Korsetts“ beobachtet, zum Beispiel wenn sie in der betrieblichen Altersversorgung eingesetzt werden sollen. Auch hier können die Anbieter eine 100prozentige Beitragsgarantie nicht mehr liefern. Damit ist eine Direktversicherung für die arbeitsrechtliche Beitragszusage mit Mindestleistung nicht mehr umsetzbar.

    Die Privatrente dagegen sei mit ihren unterschiedlichen Ausprägungsformen und Konstrukten hinsichtlich Garantien und Partizipation an den Chancen der Kapitalmärkte sehr flexibel. Aber auch hier sind die maximalen Garantiehöhen gesunken. Der Fokus liegt jetzt auf 80 Prozent Garantie. Er rückt jedoch zunehmend in Richtung fondsgebundene Produkte ohne Garantie. Klassische Rentenversicherungen werden kaum mehr angeboten.

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