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Private Altersvorsorge | 17.9.2018 Drucken

Ultra-Marathon für mehr Finanzbildung

Die Flossbach-von-Storch-Stiftung hat sich zum Ziel gestellt, junge Menschen für Wirtschafts- und Finanzthemen zu interessieren. Ein Gespräch mit dem Vermögensverwalter Kurt von Storch über die Arbeit der Stiftung.

Sind Sie mit Ihrem Anliegen schon ein Stück vorangekommen?
Kurt von StorchSind wir,  ja, wobei uns schon 2006 bei der Gründung bewusst war, dass so etwas nicht über Nacht funktioniert. Das ist ein Langstreckenlauf, ein Ultra-Marathon. Aber wir werden dranbleiben. Heute richten wir gemeinsam mit Partnern den bundesweiten Schülerwettbewerb econo=me zum Thema Wirtschaft und Finanzen aus. Wir organisieren Infoveranstaltungen für Lehrer, gehen in Schulen oder unterstützen Lehrer bei Projektwochen, um einige Beispiele zu nennen. Wir wollen unser Engagement aber noch ausbauen. Dafür schaffen wir gerade die Voraussetzungen. Es gibt noch eine Reihe von Projekten, die interessant sind und von denen wir glauben, dass sie die Sache voranbringen werden. Wir wollen vor allem denen helfen, die es besonders schwer haben, Zugang zu Finanzthemen zu bekommen, die auch keine Möglichkeit haben zu sparen. Kinder aus überschuldeten Familien oder in Not geratene Frauen beispielsweise.

Von einer Abiturientin stammt der Spruch, sie könne nach ihrem Schulabschluss zwar eine Gedichtanalyse in vier Sprachen schreiben, habe aber keine Ahnung von Steuern, Miete und Versicherungen. Steht es so schlimm um das Finanzwissen der jungen Generation?

Die Themen Wirtschaft und Finanzen werden in Deutschland seit jeher geringgeschätzt, leider. Wer sich dafür interessiert, muss sich mitunter dafür rechtfertigen. Der Unternehmer gilt als dubioser Geselle, etwas überspitzt formuliert. Dieses, nennen wir es gelerntes Desinteresse findet konsequenterweise dann auch  Ausdruck in den Schulinhalten – es gibt sie schlicht nicht. Das ist schade, denn Wirtschaft ist so wichtig. Sie betrifft uns alle, jeden einzelnen. Keine Gesellschaft sollte es sich auf Dauer leisten, dass diese Themen nicht im Unterricht aufgegriffen und fest verankert werden.  Wir freuen uns deshalb sehr, dass Baden-Württemberg vorgeprescht ist und das Fach „Wirtschaft und Berufsorientierung“ für alle Schulformen eingeführt hat. Die Schüler werden es danken. Wenn wir Kontakt zu jungen Menschen haben und mit ihnen über Wirtschaft und Finanzen sprechen, merken wir sehr schnell, wie groß das Interesse in Wahrheit ist.

„Da gibt es noch so viel Potenzial.“

Sie haben den Schülerwettbewerb „econo=me“ bereits kurz angesprochen. Worum geht es bei diesem Wettbewerb?

Es geht im Kern darum, sich im Team auf kreative Weise mit Wirtschaft auseinanderzusetzen, sich dem Thema zu nähern. Unvoreingenommen. Das Oberthema zum aktuellen Wettbewerb lautet: „Was ist unser Geld wert?“ Die Schüler produzieren in Gruppen  Videos, Radiobeiträge, schreiben Gedichte und Lieder oder bauen Websites. Seitdem wir 2015 den Wettbewerb ins Leben gerufen haben, sind wir stets aufs Neue begeistert, mit wie viel Energie und Kreativität sich die Jugendlichen auf die Themen einlassen. Das zeigt uns: Da gibt es noch so viel Potenzial!  Schauen Sie doch bei Gelegenheit auf der Website www.econo-me.de vorbei. Dort sind einige Beiträge aus dem vergangenen Wettbewerb zu sehen. Es lohnt sich.

Wer mit dem Anliegen, die Finanzbildung zu verbessern, bei Schulen an die Pforte klopft, begegnet nicht selten dem Misstrauen, dass es am Ende doch nur um den Verkauf von Finanzprodukten gehe. Wie werden Sie in den Schulen aufgenommen?

Ich kenne die Vorbehalte – und ich kann sie sehr gut nachvollziehen. Uns geht es bei diesem Thema nicht darum, Fonds zu verkaufen. Wer mit Bert Flossbach und mir in diesem Rahmen zu tun hat, wird auch sehr schnell merken, dass das nicht nur so daher gesagt ist. Wir haben selbst Kinder, die zur Schule gehen. Wir wissen also um die Schwächen des Lehrplans. Die Bildung in finanziellen und wirtschaftlichen Fragen ist uns ein privates Anliegen, kein kommerzielles. Die Rückmeldungen, die wir bislang von den Lehrern zu unserem Engagement bekommen haben, sind auch sehr positiv.

„Es braucht Wissen, um die vielen Informationen einschätzen zu können.“

Junge Menschen verbringen viel Zeit mit Facebook, Instagram & Co. Bieten die neuen Medien einen neuen Zugang, um in der jungen Generation ein besseres Verständnis für Versicherungen, Finanzen und für die Börse zu entwickeln? Nutzen Sie diese Wege?

Unbedingt. Die Möglichkeiten heute sind durch das Internet sehr viel größer als noch vor 20 oder 30 Jahren. Ein unendlicher Wissensschatz. Wobei es für die Jugendlichen nicht ganz einfach ist, den auch zu nutzen. Um die Informationen verwerten zu können, muss deren Qualität eingeschätzt werden – und da wären wir wieder am Anfang: Es braucht Finanzwissen, um das zu können.

Sollte man nicht einfach viele traditionelle Formen der Information und Aufklärung über Bord werden und mal was ganz Neues probieren? Junge Menschen vielleicht mit Hilfe eines Online-Game spielerisch an Finanzthemen heranzuführen.

Sicherlich ein spannendes Thema. Wir beobachten den Bereich Gaming sehr genau und lernen darüber. Wobei wir aktuell noch kein konkretes Projekt geplant  haben.

Welche Projekte verfolgt die Stiftung aktuell, was ist für die nahe Zukunft geplant? Wo holen Sie sich Anregungen für die Stiftungsarbeit?

Wir sind in regelmäßigem Austausch mit Teilnehmern unseres Wettbewerbs sowie mit Lehrern und Schülern Kölner Schulen, aber auch mit Vertretern anderer Stiftungen, die ähnliche Ziele verfolgen wie wir. Wir haben derzeit verschiedene Projekte, über die wir nachdenken. Es ist aber noch zu früh, um dazu mehr zu verraten.

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