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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 31.7.2020 Drucken

Millennials spielerisch zum Sparen animieren

Eine Altersvorsorge-App mit dem Titel WYSR (What are you saving for Retirement?) hat der Rückversicherer E+S entwickelt. Sie soll Millennials zum Sparen fürs Alter animieren.

Rentenversicherung? Nein, danke. So reagieren viele aus der jüngeren Generation. Sich mit feststehenden Beiträgen über mehrere Jahrzehnte zu binden, entspricht nicht ihrem Lebensgefühl und auch nicht ihrer Lebenswirklichkeit.

Apps für Millennials

Um die Gefahr zu bannen, dass die Versicherungswirtschaft eine ganze Generation verliert, haben Experten der E+S Rückversicherung AG nach einer Alternative gesucht. So entstand während eines weltweiten internen Innovationswettbewerbs des Mutterkonzerns Hannover Rück eine 2-in-1-Lösung, bestehend aus einem flexiblen Rentenprodukt und einer App. Den Anstoß dazu habe auch ein wenig die eigene Situation gegeben, erklärt Vera Schneider. Sie gehörte zum Dreier-Team, das in diesem Wettbewerb die Idee zu es | WYSR hatte. Sie ist Aktuarin bei E+S und selbst Teil der Zielgruppe. “Die Millennials finden sich in den klassischen Rentenprodukten einfach nicht wieder. Obwohl sie wissen, dass Vorsorge angesagt ist, und auch Geld dafür übrig haben, sparen sie dennoch nicht”, schildert Vera Schneider die Situation. Das ergehe ihr selbst als Aktuarin und mithin Frau vom Fach nicht viel anders.

Anreiz durch Gamification

Drei Eigenschaften sollte ein Rentenprodukt für die Millennials ihrer Meinung nach aufweisen: Es muss flexible Einzahlungen zulassen, einfach sein und die Sparer bei der Stange halten. Daher gehört zu WYSR ein Rententarif, der zu jeder Zeit Einzahlungen in beliebiger, auch geringer Höhe zulässt, und eine White-Label-App. Die App ist die (Ein-)Zahlstelle, kann aber noch viel mehr. Die Entwickler haben Gamification-Elemente darin eingebaut. “Damit wollen wir das Schicksal verhindern, das vielen Apps widerfährt. Sie werden aufs Smartphone geladen und geraten nach zwei, drei Monaten in Vergessenheit”, begründet die Aktuarin die Ergänzung mit dem Gamification-Tool. Daher sei es wichtig, einen ständigen Kontaktanlass für das Sparen zu schaffen.

Spar-Kicks mit der Fußballregel

Aus diesem Grund wurde in die App ein Rule-Editor eingebaut, der regelmäßig für “Spar-Kicks” sorgt. Vera Schneider führt einige dieser Regeln auf: “Sie können ganz rational sein, zum Beispiel, dass bei jedem Gehaltseingang ein kleiner Teil davon zum Sparen abgezweigt wird. Es geht aber auch spielerisch. Zum Beispiel mit der Fußballregel.” Möglicher Inhalt dieser Regel: Schießt der Lieblingsverein ein Tor, fließen zwei Euro ins Vorsorgekonto. Die Regel könne natürlich auch in der “Trauervariante” gelten. Verliert der Verein, heißt es: bitte einzahlen.

Das Spektrum für diese Regeln ist groß: Besuch im Fitnessstudio zum Beispiel. Der Standort des Fitnessstudios wird hinterlegt. Wenn der Aufenthalt an diesem Ort unterbleibt wie geplant, dann fällt eine “Strafzahlung” an. Wer morgens schlecht aus dem Bett kommt, kann für die Schlummerpause nach dem Wecksignal des Smartphones auch einen Obolus im Regelwerk festlegen.

Anerkennung für Fahrten mit Bus und Bahn

Umgekehrt sind natürlich auch Belohnungen möglich, vielleicht für den regelmäßigen Besuch bei den Großeltern. Aber auch Anerkennungen für eingespartes Benzingeld, weil Bus, Bahn oder Fahrrad genutzt wurden, sind denkbar oder für eine bestimmte Schrittzahl pro Tag. Ebenso lässt sich eine Belohnung für weniger Zeit am Smartphone einstellen.

Bislang liegt ein Prototyp der App vor. Darin werden schon alle wichtigen Funktionen simuliert, einige andere sind noch im Stadium der bloßen Veranschaulichung. Bis Ende des Jahres soll ein “Minimal Viable Product” entstehen. Mittlerweile stellt E+S die Entwicklung potentiellen Partnern vor, denen der Rückversicherer die App zur Verfügung stellt und diese auch bei der Anpassung oder Entwicklung eines geeigneten Tarifs unterstützen würde. “Viele Versicherer sind begeistert, vor allem wegen der Gamification-Elemente, weil dergleichen im Markt noch nicht zu finden ist”, beschreibt Vera Schneider die Reaktion unter den Erstversicherern.

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