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Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 4.9.2017 Drucken

Was Privatanleger von Investmentlegenden lernen können

Welche Gewinnformel haben Anlegervorbilder wie Warren Buffett, George Soros oder André Kostolany? Wie kann das „einfachen“ Sparern helfen, ein Vermögen aufzubauen?

Börsianer auf der ganzen Welt beobachten jede Äußerung des Orakels von Omaha, das in einem bescheidenen Haus in der amerikanischen Provinz wohnt. Hinter dem Spitznamen verbirgt sich der 87-jährige US-Investmentguru Warren Buffett, dessen Vermögen auf über 75 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Geld Börse AktienRegierungen fürchten dagegen seinen nur wenige Tage älteren Multimilliardärskollegen, der als König der Spekulanten gilt. George Soros brachte bereits das britische Pfund zum Wanken und den Investoren seines Hedgefonds damit fantastische Gewinne. Der gebürtige Ungar mischt sich auch heute noch gerne in der Politik ein.

Eine ganze Generation von Anlegern in Deutschland hat dagegen noch die schnarrende Stimme des Investmentaltmeisters André Kostolany im Ohr. Auch Jahre nach seinem Tod sind viele der Anlageweisheiten des gebürtigen Budapesters unvergessen. Aber haben diese Giganten des Börsenparketts eine Erfolgsformel, um reich zu werden, die auch normale Anleger nutzen können? „Was man von den großen Investoren lernen kann, ist vor allem ihre Konsequenz und Disziplin, mit der sie ihre Ideen umsetzen“, sagt Andreas Glogger, Geschäftsführer der Glogger & Partner Vermögensverwaltung GmbH aus Krumbach. „Als Anleger dürfen Sie sich von kurzfristigen Misserfolgen nicht aus der Bahn werfen lassen.“

Analyse, Disziplin und Geduld als gemeinsames Erfolgsgeheimnis

Dabei unterscheiden sich die Strategien der Profis grundsätzlich. Während US-Investor Warren Buffett Unternehmen sammelt, die ihm preiswert erscheinen, sucht George Soros nach günstigen Gelegenheiten aus dem Zusammenspiel zwischen Markt und Politik. André Kostolany favorisierte dagegen Spekulation auf Grundlage der Massenpsychologie oder konsequentes Warten. Neben diesen drei bekannten Namen gibt es noch eine Reihe von anderen Investoren, die mit ganz unterschiedlichen Strategien erfolgreich sind.

Wen sollen sich ganz normale Sparer als Vorbild nehmen? „Nach meiner Einschätzung gibt es einige Gemeinsamkeiten, die diese drei Legenden auszeichnen und von denen der Privatanleger lernen kann“, erklärt Claus Walter, Geschäftsführer der Freiburger Vermögensverwaltung GmbH. Für den Freiburger Finanzexperten gehört dazu zuallererst eine gründliche Analyse der Unternehmen vor einer Investition. Die eigenen Emotionen kontrollieren, nicht von den oft irrationalen Übertreibungen des Marktes anstecken lassen. Der eigenen Strategie treu bleiben. Das seien ebenfalls entscheidende Punkte. Aber selbst wer das alles beherzigt, stößt als normaler Sparer oft an Grenzen.

Normalanleger profitieren über Fonds und ETFs

„Investmentgurus machen eine viel gründlichere Unternehmensanalyse, als das Privatanlegern überhaupt möglich ist“, weiß Andreas Glogger. „Sie nutzen dazu weit mehr als die öffentlich zugänglichen klassischen Bewertungszahlen wie Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Dividendenrendite.“ Trotzdem können auch ganz normale Anleger mit begrenztem Vermögen und Zeitbudget auf die Erfolgsstrategien der Großen setzen und am besten verschiedene Erfolgsformeln kombinieren. Eine Reihe von Fonds und ETFs orientiert sich zum Beispiel an der Value-Strategie von Warren Buffett.

Mit Hilfe aktiver Fondsmanager können Anleger aber auch von makroökonomischen Chancen profitieren wie George Soros oder mit einem kostengünstigen, breit gestreuten Indexfonds einfach Aktien kaufen und Schlaftabletten nehmen, wie es Kostolany einst empfahl. Solche Produkte können über einen Sparplan schon mit Beträgen ab 25 Euro pro Monat Teil der eigenen Anlagephilosophie werden. Wie wichtig es ist, frühzeitig damit zu beginnen, hat das Orakel von Omaha einmal so formuliert: „Heute kann sich jemand im Schatten räkeln, weil er vor vielen Jahren einen Baum gepflanzt hat.“

Sechs Punkte, die Börsengurus erfolgreich mach(t)en

Unabhängig von ihrer jeweiligen Strategie lassen sich sechs Punkte erkennen, die langfristig erfolgreiche Börsenlegenden auszeichnen und die auch Privatanleger bei ihrer Geldanlage beherzigen können:

  • Das Unternehmen sollte im Fokus der Analyse stehen, nicht das Wertpapier. Eine Aktie ist kein abstraktes Zockerpapier, sondern ein verbrieftes Miteigentum an einem Unternehmen. Kursbewegungen einer Aktie spiegeln nicht notwendigerweise die reale Entwicklung des zugrundeliegenden Unternehmens wider.
  • Man muss seine Hausaufgaben machen. Die Analyse einzelner Unternehmen ist harte und aufwändige Arbeit. Eine gute Analyse ist zugleich Kunst, Wissenschaft und solides Handwerk.
  • Man muss seine Emotionen kontrollieren.  Erfolgreiche Investoren zeichnen sich aus durch ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Geduld und Überzeugungskraft. Sie lassen sich nicht verunsichern vom Herdenverhalten oder von irrationalen Übertreibungen des Marktes.
  • Man muss konsequent bei seiner Methode bleiben. Eine eingeschlagene Strategie gilt es konsequent und langfristig durchzuhalten, selbst wenn es Phasen unterdurchschnittlicher Wertentwicklung gibt.
  • Aktienkurse sind nur langfristig berechenbar. Kurzfristig werden Aktienkurse  von Terroristen, Tsunamis oder Politikern beeinflusst, aber langfristig bestimmt der Wert einer Sache auch deren Preis. Wer verstanden hat, dass Schwankung nicht Risiko ist, sondern eben Schwankung, die es emotional auszuhalten gilt, der kann überhaupt nicht verhindern, dass er mit Value-Aktien Geld verdient.
  • Man muss verstehen, worin man investiert oder wie Warren Buffett es formulierte: „Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft du auch verstehst.“
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