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Private Altersvorsorge

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Private Altersvorsorge | 27.4.2017 Drucken

Aktienanleger kommen meist zu spät

Viele Aktienanleger, die sich nur auf ihr Gefühl verlassen, liegen im Rückblick mit ihren Investitionen daneben. Statt Bauchentscheidungen braucht es daher klare Regeln, damit Vorsorge mit Aktien auch wirklich zum Erfolg führt.

Aktien eignen sich zur langfristig angelegten Altersvorsorge. Daran gibt es keinen Zweifel. Aber nur vergleichsweise wenig Vorsorgesparer nutzen Aktienanlagen. Viele lassen sich dabei außerdem von ihrem Bauchgefühl leiten statt von klaren Regeln. Die Folge: In der Rückschau fanden ihre Entscheidungen häufig zum falschen Zeitpunkt statt. Das belegen die Verhaltensweisen privater Aktienanleger. Das folgende Szenario wiederholt sich immer wieder. Trotz schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit.


Verhalten der Anleger


Wenn es an den Börsen eine Zeit lang gut gelaufen ist, werden private Anleger hellhörig. Seit Monaten ist dann in den Nachrichten von Kursgewinnen die Rede. Die Wirtschaft sonnt sich in guter Stimmung. Positive Unternehmensmeldungen häufen sich. Die Folge: Anleger beginnen, sich erstmals oder wieder für Aktien zu interessieren. Die meisten warten dann noch ein wenig ab, wollen Gewissheit, ob der positive Trend wirklich anhält. Aber dann erscheinen immer öfter Tips für die Aktienanlage in Ratgeberzeitschriften, ja sogar in Tageszeitungen. Spätestens wenn Bekannte oder Freunde über Aktienkäufe berichten, fällt die Entscheidung: Ich kaufe auch.

Zu späte Entscheidung für den Einstieg

Die Experten haben für diese Situation den etwas abfälligen Begriff der „Hausfrauenhausse“ erfunden. Übersetzt: Das Kursfeuerwerk an der Börse wird nun von den Käufen völlig unerfahrener Anleger am Laufen gehalten. Deren Interesse ist an sich nicht verkehrt, allerdings der Zeitpunkt ihres Einstiegs. Viele private Anleger entscheiden sich viel zu spät im Kurszyklus für den Aktienkauf. Der Aufschwung an den Börsen ist dann meist schon weit vorangeschritten, die Aktien sind bereits relativ teuer. Da er aber noch einige Zeit lang anhält, fühlen sich die Neu-Aktionäre in ihrer Entscheidung bestätigt.

Börsen verhalten sich zyklisch

Doch Aktienbörsen, das lehrt die Erfahrung, verhalten sich zyklisch. Auf den Aufstieg folgt früher oder später der Abstieg. In den Worten der Börsenexperten: Der Hausse folgt die Baisse. So richtig glauben wollen das die meisten Anleger aber nicht. Die ersten Kursverluste nach dem Höhepunkt halten viele dann für eine zwischenzeitliche kleinere Korrektur, erwägen vielleicht sogar noch einen Nachkauf. Irgendwann verlieren sie dann aber doch die Geduld und verkaufen ihre Aktienanlagen wieder. Dann wird aus dem Abschwung an den Börsen ein realer Verlust im Aktiendepot.

Das Szenario wiederholt sich

Beim nächsten andauernden Kursanstieg wiederholt sich das Szenario. Wieder warten die meisten Anleger viel zu lange, trauen der Kurserholung nicht, halten sie nur für ein Zwischenspiel. Irgendwann nach einem längeren Kursanstieg glauben sie dann doch an die neue Börsenhausse und kaufen. Aber dann ist es wieder zu spät. Dieses typische Verhalten ließ sich in der Vergangenheit immer wieder beobachten. Private Anleger – übrigens auch viele professionelle – investieren zyklisch. Sie kaufen meist zu spät und verkaufen zum falschen Zeitpunkt.

Regeln statt Bauchgefühl

Diese Verhaltensweisen lassen sich nur durch Regeln ausschalten. Entweder selbst angewandte oder von beauftragten Verwaltern befolgte. Die einfachste Regel: ein ausreichend langer Anlagezeitraum. Timing, also die Suche nach dem optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkt funktioniert in den seltensten Fällen. Schließlich kann niemand mit Sicherheit vorausssagen, wie sich die Kurse tatsächlichen entwickeln. Wer in einem Kursabschwung die Nerven nicht verliert, erfährt lediglich Buchverluste auf dem Kontostand. Zum nächsten Kursanstieg ist man mit Sicherheit dabei, sofern man investiert bleibt.

Zurück auf Anfang

Das sogenannte Rebalancing bremst ebenfalls das zyklische Verhalten von Anlegern aus. Damit wird die Aktienanlage regelmäßig auf die ursprüngliche Verteilung zurückgesetzt. Bei Positionen, die gut gelaufen sind, erfolgen Gewinnmitnahmen. Preiswerte Anlageklassen dagegen werden nachgekauft. Damit tritt genau das Umgekehrte ein, wozu sich Anleger sonst durch ihr Bauchgefühl verleiten lassen. Wenn die Börsen gut gelaufen sind, sichert sich der Anleger Gewinne. Kaufgelegenheiten nach Kursabschwüngen werden für weitere Investitionen genutzt. Anleger verhalten sich so antizyklisch.

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