Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA .

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 10.1.2019 Drucken

Vielen Anlegern wird bald ein Licht aufgehen

Professor Dr. Hartwig Webersinke, Dekan für Wirtschaft und Recht an der Hochschule Aschaffenburg, skizziert im Interview die Auswirkungen neuer Vorgaben für Banken und Vermögensverwalter.

Ab 2019 greift eine neue Vorgabe von MiFID II. Ab dann müssen alle Banken, Sparkassen und Vermögensverwalter ihre Anleger im sogenannten ex-post-Kostenblatt über die Rendite sowie über alle Kosten der Geldanlage im Vorjahr informieren.

Hartwig WebersinkeIch kann das nur begrüßen. Im Grunde muss man sich wundern, warum solche Vorgaben nicht schon seit Längerem gelten. Für die Kunden ist die größere Transparenz, insbesondere bei den Kosten, von Vorteil.

Rechnen Sie damit, dass unzufriedene Kunden verstärkt den Anbieter wechseln?

Ich hoffe es zumindest. Jetzt müssen mindestens einmal im Jahr sämtliche Kosten der Geldanlage aufgelistet werden – in Euro-Beträgen sowie in Prozent des investierten Vermögens. Wer merkt, dass die Beratung im Vorjahr mehr als drei Prozent gekostet hat, aber fünf Prozent seines Geldes weg sind, wird womöglich nachdenklich. Vielen Anlegern wird wohl bald ein Licht aufgehen.

Drei Prozent an Gebühren – ist das nicht ein bisschen viel?

In der Tat, das ist es. Doch leider ist es oft die Realität. Der Grund dafür ist, dass insbesondere Banken und Sparkassen vom Verkauf von Finanzprodukten leben. Bislang konnten die Anbieter hoffen, dass der Kunde übersieht, was ihn diese Art der Beratung kostet.

Werden die Kosten künftig in der Summe aufgeführt oder aufgeschlüsselt?

Beides. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verlangt, dass die Kosten in Dienstleistungs- und Produktkosten getrennt werden. Beide können weiter untergliedert werden in einmalige Kosten, laufende Kosten, Transaktionskosten und weitere Nebenkosten. Gleichzeitig müssen die Anbieter eine Übersicht mit Nennung der Gesamtkosten erstellen.

Wie hoch dürfen die prozentualen Kosten für die Finanzberatung Ihrer Meinung nach sein?

Das hängt von der Qualität und Intensität der Finanzberatung ab. Als Richtschnur lässt sich sagen: Für ein aktives Vermögensmanagement ist eine Grundvergütung zwischen einem und 1,5 Prozent des Vermögenswertes akzeptabel. Zusätzlich kann ein erfolgsabhängiges Honorar anfallen, wenn der Vermögenswert am Jahresende einen neuen Höchststand erreicht hat.

 

Das steht im Ex-post-Kostenblatt

  • Gesamtsumme der Kosten der Wertpapier-Dienstleistung (Beratung, Vermögensverwaltung etc.) sowie der Kosten des Finanzinstruments
  • eventuelle Zahlungen Dritter – das sind Zuwendungen, die der Berater etwa erhält, wenn er Produkte einer Fondsgesellschaft vermittelt
  • Auswirkungen der angefallenen Kosten auf die Rendite der Geldanlage
Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema
Geheimnis Tresor

Was kostet meine Geldanlage?

Wie teuer ist die Finanzberatung durch meine Bank oder Sparkasse wirklich und welche Rendite habe ich damit erzielt? Dieses „Geheimnis“ wird Anfang 2019 offiziell gelüftet. Ab dann sind alle Banken, Sparkassen und Finanzdienstleister verpflichtet, ihren Kunden das sogenannte Ex-post-Kundenblatt für das Vorjahr auszuhändigen. Darin müssen neben der Rendite alle direkten und indirekten Kosten der Geldanlage […]

Artikel lesen
Vermögens-TÜV

Regelmäßig zum Vermögens-TÜV

Mindestens einmal im Jahr sollten Anleger einen kritischen Blick auf ihre Vermögensstruktur werfen. Bei Autos gehört die regelmäßige Überprüfung durch den TÜV zur Normalität und erhöht die Verkehrssicherheit. Die gleiche Sorgfalt sollten Geldanleger walten lassen. Schließlich ändern sich nicht nur die allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen ständig, auch die eigenen Bedürfnisse und das Risikobewusstsein sind […]

Artikel lesen
Gold Bitcoin

Verschiebungen im Kryptoversum

Die Anlageklasse Kryptowährungen hat sich in den vergangenen Wochen wieder als sehr schwankungsintensiv erwiesen. Mit den Kursen ging es bergab. Auch die Rangliste der Kryptos wurde heftig durcheinandergeschüttelt. Einen Stabilitätsanker aber gibt es. Die Landkarte der Kryptowährungen ist ein extremer Flickenteppich. Neben zehn oder 20 einigermaßen großen gibt es eine Vielzahl kleiner und sehr kleiner […]

Artikel lesen