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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 8.7.2021 Drucken

    Selbstentscheider bei Fondsanlage im Nachteil

    Die verstärkte Regulierung der Fonds- und Vertriebsbranche hat zu mehr Transparenz geführt. Allerdings bedeutet mehr Transparenz nicht zwingend mehr Fairness für Anleger.

    Gerade die wachsende Gruppe der Selbstentscheider wird heute in Deutschland im Fondsvertrieb eklatant benachteiligt.

    Die aktuelle Lage des Fondsmarkts in Deutschland wird am besten verständlich bei einem Zeitsprung in die Untiefen der 1980er Jahre. Vor rund 40 Jahren war die Welt des Fonds-Investierens recht simpel. Anleger gingen zur Bank oder Sparkasse ihres Vertrauens. Der Bankberater kramte einen hauseigenen Fonds hervor und bestückte damit ihre Depots.

    Die wirtschaftliche Konstellation in diesem Beziehungsdreieck sah wie folgt aus. Der Berater hinterm Tresen der blauen, grünen oder roten Bank verkaufte einen Fonds und bekam den Ausgabeaufschlag für die Verkaufsberatung. Der Fondsmanager der blauen, grünen oder roten Fondsgesellschaft bekam die jährlich anfallende Verwaltungsvergütung für das Managen des Fonds. Der Kunde bekam nach einer mehr oder weniger kompetenten Beratung einen mehr oder weniger gut gemanagten blauen, grünen oder roten Fonds.

    Dreiecksverhältnis mit Folgen

    War die Welt damals also in bester Ordnung? Die Situation war für Anleger natürlich nicht optimal, weil sie nur hauseigene Produkte ihrer Bank angedient bekamen. Auch mit der Beratung war das so eine Sache. Schon damals hatten die Bankmitarbeiter Vertriebsziele, die nicht zwingend den Zielen des Anlegers entsprachen. Außerdem dominierte der Einzelprodukt-Verkauf. Das Anlegerportfolio als Ganzes hatten damals nur die wenigsten Berater im Blick.

    Heute ist die Welt komplizierter geworden und für einen der drei Akteure unerfreulicher. Der Berater muss heute beim Ausgabeaufschlag oft Abstriche machen. Es hat sich herumgesprochen, dass das Aufgeld Verhandlungssache ist. Rabatte sind üblich. Doch im Gegenzug bekommen die Vertriebsstellen einen ziemlich hohen Anteil an der Verwaltungsvergütung. Oftmals geht heute die Hälfte der Fonds-Management-Fee an den Berater. Früher stand sie weitestgehend dem Fondsmanager zu.

    Anleger steht als Letzter in der Kette

    Der Fondsmanager stöhnt zwar mitunter sehr laut darüber, dass sich der Finanzvertrieb eines großen Teils seiner Verwaltungsvergütung bemächtigt hat, aber dafür kosten Fonds heute mitunter das Doppelte von dem, was sie in den 1980er und 1990er Jahre kosteten. Zudem hat sich die Fondsbranche eine weitere Ertragsquelle gesichert: die sogenannte Performance Fee. Auf Deutsch: Erfolgsgebühr. Sie wird fällig, wenn ein Fonds eine vordefinierte Performance-Hürde übertrifft.

    Der Anleger ist der Letzte und den beißen bekanntlich die Hunde. Weil die laufenden Gebühren der Fonds heute auch Vertriebsgebühren beinhalten, muss er für aktiv verwaltete Fonds heute oft bis zu 2,0 Prozent des Fondsvermögens jährlich berappen. Rabatte auf den Ausgabeaufschlag sind zwar gang und gäbe, aber verschwunden ist er noch lange nicht. Darüber hinaus schlagen die Erfolgsgebühren in vielen Fällen heftig zu Buche.

    Höhe der Kosten ist ein Erfolgsfaktor

    Kosten sind einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg eines Investments. Sind die Kosten hoch, schmälert das 1:1 die Rendite der Anleger. Oft sind die Gebühren von Fonds so hoch, dass das Investment-Ziel scheitert. Günstige Fonds haben dagegen eine ordentliche Performance-Chance. Aber günstige aktiv verwaltete Fonds sind in Deutschland für Privatanleger so gut wie nicht zu haben.

    Sind die hohen Kosten für alle Anleger ein Ärgernis, so machen sie für eine Anlegergruppe die Lage unerträglich. Investoren, die keine Anlageberatung benötigen, haben heute keine Chance auf einen fairen Deal. Sie werden gnadenlos benachteiligt. Banken und Vertriebe kassieren die Vertriebsgebühren für Fonds munter weiter, auch dann, wenn sie nicht beraten.

    Zweimal Money for Nothing

    Diese Situation ist umso absurder, als die Digitalisierung der Vertriebslandschaft den automatisierten, beratungsfreien Verkauf von Fonds stark vereinfacht hat. Der Online-Vertrieb über Banken, Handelsplattformen und unabhängige Fondsvermittler hat in den letzten Jahren massiv an Bedeutung zugenommen, derweil der klassische, stationäre Vertrieb, auch angesichts der Konsolidierung im Filialbankbetrieb, stetig an Bedeutung verliert.

    Es ist ein großes Versäumnis der Fondsindustrie, dass sie die stetig wachsende Gruppe der Selbstentscheider überhaupt nicht im Blick hat. Selbstentscheider haben ihre Depots typischerweise bei einer Direktbank oder einer Fondsplattform. Dort werden sie nicht beraten, sondern es werden nur Transaktionen auf Basis der Entscheidung der Anleger getätigt. Doch trotzdem kassieren diese Häuser Ausgabeaufschläge und laufende Vertriebsgebühren für eine beratungsfreie Dienstleistung.

    Selbstentscheider weichen auf ETF aus

    Immer mehr Selbstentscheider haben das erkannt und lassen aktiv verwaltete Fonds prinzipiell außen vor und setzen nur noch auf ETFs. Das ist die logische Konsequenz einer unheiligen Allianz zwischen den Fondsanbietern und dem Fondsvertrieb. Sie ist bedauerlich, weil sie diese Anleger von einem wichtigen Bereich der Geldverwaltung abschneidet. Der Handel von ETFs über die Börse ist zudem nicht jedermanns Sache. Auch sind nicht alle Anleger bereit, ihre Vermögensstrukturierung selbst in die Hand zu nehmen. Sie wollen weiter einen Fondsmanager ihres Vertrauens mandatieren, um die richtige Vermögensaufteilung sicherzustellen.

    Zudem gibt es Segmente des Kapitalmarkts, in denen ETFs nicht die optimalen Vehikel darstellen. Etwa bei kleinen Firmen (Nebenwerten), Aktien aus Schwellenländern, Sektor- und Themen-Investments und auch bei Nachhaltigkeits-Investments. Gerade bei Letzteren ist die Auswahl bei ETFs noch nicht optimal. Allzu lasche Nachhaltigkeits-Screenings bei etlichen Indexfonds werfen Fragen über die Nachhaltigkeitswirkung dieser Produkte auf.

    Absage an unbegründete Vertriebsgebühren

    Dieser Hintergrund ist zugleich die Gründungsgeschichte von Fondsplattformen wie Envestor. Einige wenige junge, digitale Fondsplattformen haben sich auf die Fahnen geschrieben, faire Plattformen für Privatanleger in Deutschland zu sein. In Zeiten des digitalen Fondsvertriebs machen sie mit dem Anachronismus Schluss, dass gut informierte „Digital Natives“ noch immer vollkommen überflüssige Vertriebsgebühren zahlen müssen.

    Anleger erhalten auf Plattformen wie Envestor für beratungsfreie Transaktionen einen fairen Deal, der ihnen bei den herkömmlichen Fonds-Plattformen verwehrt wird. Zum einen erheben diese Plattformen keine Ausgabeaufschläge. Außerdem zahlen sie einen Großteil der laufenden Vertriebsgebühren an die Anleger zurück.

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