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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 28.5.2021 Drucken

    Ein Portfolio mit stabilem Kern und Satelliten

    Bei der Struktur eines mittel- bis langfristig ausgerichteten Portfolios kommt es neben den bekannten Parametern Sicherheit, Liquidität, Rendite und mittlerweile auch Nachhaltigkeit auf eine solide Basis bzw. einen stabilen Kern an.

    Mit dem Core- oder Kern-Investment bezeichnet man jenen Anlageteil, der den Schwerpunkt der gesamten Anlagestrategie ausmacht.

    Kapitalanlage mit Satelliten

    Bei einem liquiden Depot kann der Schwerpunkt auf Wertpapieren einer bestimmten Art oder aus einer Kombination von verschiedenen bewährten Investmentansätzen liegen. Auch hierbei ist Diversifikation von Bedeutung. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass die Korrelation zwischen den verwendeten Anlagestrategien oder den gewählten Einzelpositionen nicht zu hoch ist. Den Grundstock können Wertpapiere aus Branchen bilden, die sich in der Vergangenheit relativ krisenresistent gezeigt haben, wobei man unterstellt, dass das in der Zukunft auch so bleibt. Wichtig für diese Annahme ist es, dass sich das Management einer Firma oder eben auch eines gewählten Fonds in Krisenzeiten bereits bewährt hat.

    Stabile Branchen im Zentrum

    Firmen aus den Bereichen Nahrungsmittel, Gesundheit, Zahlungsverkehr, Basiskonsum, erneuerbare Energien, Recycling/Abfallentsorgung, Wasser (Wasseraufbereitung, Wasserreinigung, Abwasserentsorgung) konnten in Krisenzeiten meist etwas geringere Kursrückgänge verzeichnen. Das hat den Vorteil, dass auch die Erholungsphase kürzer ist. Das Stresslevel fällt niedriger aus. Außerdem handelt es sich um Branchen und Themen, die tendenziell immer wichtig sind und nicht einfach aus dem Depot fliegen. Dabei setzen Anleger auch auf bewährte Unternehmen, die gegebenenfalls schon seit Jahrzehnten Geld verdienen und stabile Fundamentaldaten vorweisen können.

    Satelliten als Renditetreiber

    Je stabiler die Grundstruktur der Depotbasis ist, desto seltener müssen Anpassungen vorgenommen werden. Kursveränderungen sollten keine zu starken Ungleichgewichte bewirken. Dann sind unter Umständen Depotallokationen notwendig.

    An dieses Kernportfolio werden zusätzlich einzelne Investitionen angehängt, die man als Satelliten bezeichnet. Das Satelliten-Portfolio stellt somit den zweiten Teil des Gesamtportfolios dar, der aber deutlich kleiner ausfällt. Satelliten werden in das Gesamtportfolio mit aufgenommen, um die Renditechance zu erhöhen. In diesem Segment können äußerst hohe Kursgewinne entstehen. Erfolgsentscheidend ist dabei ein besonders aktives Management dieses Portfolios. Trotzdem verbleiben in diesem Teil eine erhöhte Volatilität und ein ausgeprägteres Risikoprofil.

    Allerdings sind auch diese Ergänzungen zu diversifizieren, beispielsweise in Branchen oder Themenfelder wie IT-Sicherheit, Elektromobilität, demografischer Wandel oder Anleihen mit niedriger Bonität und hohen Renditen. Der Anteil der Satelliteninvestments sollte dabei um die zehn Prozent liegen. Gegebenenfalls trennt man auch die Depots des Kern- und Satelliteninvestments und setzt unterschiedliche Verwalter dafür ein.

    Privatanleger brauchen viel Disziplin

    Sofern Privatanleger diesen Ansatz in Eigenregie umsetzen wollen, empfiehlt es sich, mit zwei unterschiedlichen Depots zu arbeiten und die festgelegten Grenzen nicht zu verändern. Je nach Anlagevolumen können für das Kerninvestment vermögensverwaltende Strategien mit unterschiedlichen Ansätzen (Value-, Growth- oder Trendfolgevarianten  mit oder ohne Absicherung) gewählt werden. Wer noch einen Schritt weiter gehen will, sucht selbst nach verschiedenen Aktien-, Renten- oder Mischfonds und stellt das Depot so etwas differenzierter zusammen. Für den kleineren offensiven Part können Spezialfonds oder auch Einzeltitel ausgewählt werden. Der Depotaufbau lässt sich bei den meisten Banken gestaffelt mittels Sparplänen umsetzen. Der Wunsch, auch mal die neue Microsoft- oder Amazon-Story zu erwischen, ist verständlich. Trotzdem sollte man es nicht übertreiben, da es auch zu einzelnen Totalverlusten kommen kann. Auch bei dem spekulativen Part muss es daher nicht gleich das Start-Up für Lufttaxis sein.


    Andreas Görler

    Gastautor Andreas Görler ist Senior-WealthManager und zertifizierter Fachmann für nachhaltige Investments bei der Wellinvest- Pruschke & Kalm GmbH. Weitere Beiträge von ihm und anderen Vermögensverwaltern finden Sie auf www.v-check.de.

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