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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 2.6.2021 Drucken

    Rate für Rate – Rente aus dem Auszahlplan

    Eine Erbschaft oder die Auszahlung einer Lebensversicherung lässt den Kontostand in die Höhe schnellen. Nach der Freude darüber stellt sich eine Frage: Wohin mit dem Geld?

    In Zeiten verschwindend geringer Zinsen fällt den meisten die Antwort schwer. Aktien scheiden für jene aus, die in naher Zukunft Teile des Geldes verwenden möchten.

    Doch auf dem Konto schmilzt der Wert mit der Inflation oder neuerdings mit Negativzinsen. Außerdem kann ein hoher Kontostand dazu verleiten, über die eigenen Verhältnisse zu leben. Zumindest das Problem mit der Selbstdisziplin kann ein Finanzprodukt lösen, das viele Banken anbieten und das dennoch relativ unbekannt ist: ein Auszahlplan. In einen solchen Plan investiert der Sparer und bekommt dann gestückelt über einen vorher festgelegten Zeitraum monatlich eine bestimmte Summe ausgezahlt. Ist der Vertrag einmal abgeschlossen, gibt es allerdings keine Möglichkeit, früher an das Geld zu kommen. Daher sollte auf alle Fälle die eigene Liquidität auch bei unvorhersehbaren Situationen gewährleistet sein, sprich eine Reserve von mindestens drei Nettomonatsgehältern bestehen. Schulden sollten abbezahlt sein.

    Magerzinsen bei Bank-Auszahlplänen

    Ein weiteres Problem bei Bank-Auszahlplänen: die Zinssätze gehen nicht über das hinaus, was momentan auf kürzer laufendes Festgeld und Tagesgeld gezahlt wird. Aktuell liegen die Konditionen bei 0,01 bis 0,6 Prozent Zinsen pro Jahr. Bei solch niedrigen Verzinsungen stellt sich die Frage, wo man real am wenigsten Verlust macht. Falls die Zinsen doch mal wieder steigen sollten, könnte man sich ärgern, sein Geld für einen derart langen Zeitraum gebunden zu haben.

    Mehr Flexibilität mit Fonds

    Eine Alternative zu einem Auszahlplan von der Bank ist ein Entnahmeplan aus Investmentfonds im eigenen Depot. Solche Fonds-Entnahmepläne lassen sich sehr individuell und flexibel gestalten. Der Anleger kann hier selbst bestimmen, wann wie viele Fondsanteile verkauft werden. Die Entnahme kann jederzeit geändert oder auch ausgesetzt werden. Nachteil hierbei: Eine feste Verzinsung gibt es nicht. Es bleibt das Kursrisiko, das von dem Fonds, aus dem die Entnahme fließt, abhängt. Aktienfonds eignen sich daher eher weniger für einen Entnahmeplan. Die größte Berechenbarkeit bieten offene Immobilienfonds. Allerdings sind hier Fristigkeiten zu beachten, wenn die Fonds nicht börsengehandelt sind.

    Restkapital geht an die Erben

    Fazit: Bank-Auszahlpläne können für Anleger eine Option sein, die keinerlei Risiko eingehen wollen und fest mit ihrem Geld planen – egal was passiert. Im Gegensatz zu Rentenversicherungen werden verbleibende Vermögen in einem Auszahlplan immerhin vererbt. So profitieren auch noch die Erben von ungenutztem Restkapital. Der Anleger verzichtet bei Bank-Auszahlplänen jedoch sowohl auf Liquidität als auch auf Rendite. Damit sich das lohnt, muss die fehlende Ausgabendisziplin also schon groß sein. Fonds-Entnahmepläne bieten da mehr Flexibilität und Renditemöglichkeit. Vererbbar sind sie ebenfalls.


    Marc-Oliver Lux

    Gastautor Dr. Marc-Oliver Lux ist Geschäftsführer der Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München. Weitere Beiträge von ihm und anderen Vermögensverwaltern finden Sie auf www.v-check.de.

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