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Einkommen & Vermögen

Rund ums liebe Geld: So viel wird verdient.

Einkommen & Vermögen | 13.2.2018 Drucken

Wer Kinder hat, lebt ärmer

Je mehr Kinder in einem Haushalt wohnen, desto höher ist für die Eltern das Risiko, unter die Armutsgrenze zu rutschen. Familien sind somit stärker von Armut bedroht als kinderlose Paare. Am schlimmsten sieht es jedoch für Alleinerziehende aus.

Die OECD-Skala gilt dabei als Standard bei der Verteilungs- und Armutsforschung. Doch die Skala unterscheidet nur nach Anzahl und Alter der in einem Haushalt wohnenden Personen. Die unterschiedliche Verwendung des zur Verfügung stehenden Einkommens im Haushalt wird dabei nicht berücksichtigt. Neue Berechnungen haben ergeben, dass ärmere Familien dadurch reicher erscheinen, als sie es in Wahrheit sind. Die Einkommenssituation von Familien ist somit schlechter als bisher angenommen.

Wer Kinder hat, lebt ärmer

Zu dieser Schlussfolgerung kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung, die die Ruhr-Universität Bochum durchführte. Die Forscher wiesen mithilfe einer Skala jedem einzelnen Haushaltsmitglied ein bestimmtes Gewicht zu. Somit entstanden erstmals Untersuchungen für Deutschland, die zusätzliche Kosten durch Kinder je nach Familientyp und Einkommensniveau berechneten. Das Ergebnis: Je kinderreicher der Haushalt, desto höher ist das Armutsrisiko. Alleinerziehende stehen dabei noch schlechter da als zusammenlebende Eltern. So waren 2015 mehr als zwei Drittel der Ein-Eltern-Haushalte von Armut bedroht. Bei Paaren mit einem Kind sind rund 13 Prozent armutsgefährdet, mit zwei Kindern 16 Prozent und mit drei Kindern 18 Prozent. Das sind durchschnittlich knapp drei Prozentpunkte mehr als bei den Werten der OECD-Skala.

Ärmere Haushalte mit Kindern plagen mehr Kosten

Die Studie zeigt außerdem, dass einkommensschwache Familien häufiger zusätzliche Kosten plagen als wohlhabende. Wenn der Nachwuchs da ist, benötigen ärmere Haushalte in der Regel eine größere und somit teurere Wohnung. Bei wohlhabenden Familien ist dies oft nicht nötig, da sie noch ein freies Zimmer zur Verfügung haben oder eines umfunktionieren können. Die Kosten für einen Umzug und eine höhere Miete sparen sie dadurch. Ebenso ist die Eigentümerquote von Paaren deutlich höher als bei Alleinerziehenden. So verfügen 80 Prozent der zusammenlebenden Eltern mit zwei bis drei Kindern über selbst genutztes Wohneigentum. Bei den Alleinerziehenden sind es lediglich 21 Prozent.

Durch diese und weitere Faktoren fallen bei steigendem Einkommen immer geringere zusätzliche Ausgaben für neue Haushaltsmitglieder an. Sollte das Geld doch einmal knapp werden, können reichere Haushalte darüber hinaus auf Luxusgüter verzichten. Ärmere Familien verfügen dagegen nur geringfügig über solche Spielräume.

Einkommensschere klafft bei Familien auseinander

Diese Entwicklungen lassen sich bereits über einen längeren Zeitraum beobachten. So ist die Einkommensschere zwischen ärmeren und wohlhabenderen Familien innerhalb des letzten Vierteljahrhunderts immer weiter aufgegangen. Seit den 90er Jahren konnten Elternteile ihre Einkommenssituation nur halten, wenn sie ihren Erwerbsumfang ausgeweitet haben. Die Erwerbsbeteiligung von Müttern stieg in diesem Zeitraum zwar an, allerdings meistens in Form von Teilzeit- anstatt Vollzeitbeschäftigung. Auch bei Vätern ist eine leichte Zunahme von Teilzeitbeschäftigung zu beobachten. Das trifft zumindest auf Paarhaushalte mit ein bis zwei Kindern zu. Für Familien mit mehr Nachkommen oder für Alleinerziehende hindert das höhere Betreuungsaufkommen der Kinder insgesamt die Erwerbstätigkeit.

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