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    Einkommen & Vermögen | 16.3.2021 Drucken

    Weniger Fachkräfte, höhere Löhne?

    Lassen sich in Zeiten des Fachkräftemangels neue Mitarbeiter durch höhere Löhne gewinnen und binden?

    Eine empirische Analyse dokumentiert, dass dies zumindest für hochqualifizierte Mitarbeiter tatsächlich zutrifft.

    In etlichen Branchen und zahlreichen Berufen herrscht Fachkräftemangel. Auch wenn dies nicht für alle Zweige und Unternehmen gleichermaßen gilt, machen die Zahlen branchenübergreifend deutlich, dass der Mangel an verfügbaren Fachkräften zunimmt. So kam es im Jahr 2013 gerade einmal in knapp jedem vierten Beruf (23 Prozent) zu Problemen bei der Mitarbeitersuche.

    2019 hingegen zählte schon fast jeder zweite Beruf (45 Prozent) zu den sogenannten „Engpassberufen“. Eine Folge: Firmen konkurrieren noch stärker um hochqualifizierte Fachkräfte. Sogar ein „War of Talents“ wurde ausgerufen. Doch führt ein kleineres Reservoir an Fachkräften tatsächlich dazu, dass höhere Löhne gezahlt werden? Ein Beitrag, den der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) unlängst veröffentlichte, legt diese Vermutung nahe.

    Größere Lohnsteigerung in Engpassberufen

    Allerdings gilt dies vornehmlich für Berufe und Branchen, die eine besonders hohe berufliche Qualifikation und Erfahrung voraussetzen. Nach den Berechnungen lag der Median der Löhne in Engpassberufen 2013 mit knapp 3.300 Euro um 7,9 Prozent über dem Lohnniveau der Berufe ohne Fachkräftemangel (rund 3.059 Euro). Von 2013 bis 2019 stieg dieser Lohnvorsprung sogar auf 9,3 Prozent. So verweist der iwd auch darauf, dass „in  Berufen mit flächendeckendem Fachkräftemangel die Löhne pro Jahr um 0,61 Prozentpunkte stärker als in Berufen steigen, in denen es ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte gibt”. Ein Wert, der im Hinblick auf eine inflationsbereinigte gesamtwirtschaftliche Lohnsteigerung von 2,4 Prozent pro Jahr „bemerkenswert“ ist, wie die Autoren feststellen. Ebenso verweisen sie darauf, dass sich die Bereitschaft von Hochqualifizierten zum Umzug für diese auch rechnen muss, zum Beispiel eben durch höhere Löhne.

    Sonderfaktoren verstärken den Trend

    Auch andere Faktoren als der Fachkräftemangel können dazu führen, dass temporär ein besonders hoher Bedarf an Fachleuten besteht und deshalb höhere Löhne gezahlt werden. So hat die anhaltende Corona-Pandemie den Bedarf an medizinisch ausgebildeten Fachkräften noch einmal enorm verstärkt. Allerdings besteht im Gesundheits- und Pflegesektor bereits seit Jahren akuter Personalbedarf. So werden neben „einfachem“ Versorgungs- und Pflegepersonal eben auch hochqualifizierte Mitarbeiter gesucht. Das hat zur Folge, dass in diesem Bereich die Löhne in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen sind als anderswo. Den höchsten Lohnanstieg verbuchten in medizinischen Engpassberufen die Fachkräfte in der Altenpflege mit 24 Prozent, dicht gefolgt von den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe. Hier betrug die Steigerung der Löhne 22 Prozent. Zum Vergleich: Die Lohnentwicklung aller Berufe betrug zwischen 2013 und 2019 durchschnittlich 15,5 Prozent.

    Expertenfazit: Mehr Lohndifferenzierung erwünscht

    Der demografische Wandel könnte das Problem noch verstärken. Demnächst gehen die in der Regel noch sehr gut ausgebildeten Babyboomer-Jahrgänge in Rente. Ihre Erfahrung und Qualifikation wird in zahlreichen Berufen fehlen. Der Wettbewerb um rare Fachkräfte wird die Lohnpolitik der Unternehmen noch stärker herausfordern. Das gilt bereits ab der Ausbildungsphase und deren Vergütung – vor allem in besonders anspruchsvollen Berufen. Doch auch gesamtwirtschaftlich betrachtet wünschen sich die Autoren der Analyse, dass Unternehmen, Tarifpartner und Politik flexibler auf die zunehmende Knappheit an Hochqualifizierten reagieren. Dabei sehen sie eine Art Engpass-Indikator als ein wichtiges Instrument für eine adäquate Lohnfindung und erfolgreiche Mitarbeitergewinnung.

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