Nachricht an die Redaktion

    Ihre Nachricht an uns


    Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

    Vorsorgemappe

    Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

    DIA Update

    Abonnieren Sie den kostenlosen
    Newsletter des DIA.

    Einkommen & Vermögen

    Rund ums liebe Geld: So viel wird verdient.

    Einkommen & Vermögen | 22.12.2022 Drucken

    Beflügelt Ungleichheit das Wachstum?

    Gibt es zu viel soziale Gleichheit? Diese provokante Frage warf unlängst die Investmentgesellschaft DWS auf.

    Aus volkswirtschaftlicher Sicht lautet nach Einschätzung der DWS-Experten die Antwort: ja. Der richtige Grad an Ungleichheit beflügele die individuellen Aufstiegschancen und das Wachstum. Mit einem Chart zum Thema zeigt die Fondsgesellschaft auf, welcher Zusammenhang sich zur Gleichheit/Ungleichheit in der Welt beobachten lässt und stößt damit eine Diskussion an. Den Anlass dafür lieferte die Einführung des Bürgergeldes. Auch das wurde heftig diskutiert. Während die eine Seite mehr aufs Fordern setze, habe die andere eher das Fördern im Blick. Um die Themen „Umverteilung“ und „soziale Ungleichheit“ sei es dabei weniger gegangen, so die DWS.

    Gleichheit - Ungleichheit

    Einige Ökonomen argumentieren, so schreibt die Fondsgesellschaft, dass Ungleichheit Anreize schafft, zu arbeiten und sowohl in Sachkapital als auch in Bildung zu investieren. Dementsprechend würden staatliche Umverteilungsmaßnahmen zu einer Verringerung der Anreize für Arbeit und Investitionen führen, was letztlich zu einem Rückgang der Produktion führt. Ein höheres Maß an Ungleichheit wäre demnach mit einem höheren Wachstum des Bruttoinlandsproduktes verbunden.

    Andere Ökonomen argumentieren, heißt es weiter, dass eine höhere Ungleichheit arme Menschen davon abhält, sich auf dem Arbeitsmarkt zu engagieren, weil die Chancen auf Erfolg zu gering sind. Gleichzeitig hätten Top-Verdiener nur begrenzte Anreize zur Arbeitsaufnahme, weil ihre soziale Position bestens gesichert sei – man denke an ererbten Reichtum. Darüber hinaus zeigten die Daten, dass reichere Menschen eher zum Sparen als zum Ausgeben neigen. Zudem gebe es bei zu großer Ungleichheit auch ein Problem mit der Nachfrageseite. Wegen der geringeren Konsumneigung der Reichen kann die Nachfrage ins Stocken geraten, wenn der Wohlstand zu sehr am oberen Ende der Einkommensleiter konzentriert ist.

    Beide Ökonomen-Lager haben gute Argumente

    Wer nun der Meinung sei, dass beide Ökonomen-Lager gute Argumente haben, liege nicht völlig falsch. Wie die Auswertungen zeigen, gebe es ein zu wenig und ein zu viel an Gleichheit und damit an Umverteilung. Entsprechend finde sich auch ein Optimum. Die Grafik zeigt die Einkommensungleichheit gemessen am Gini-Koeffizienten* und wie diese sich auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Dabei hat die Investmentgesellschaft versucht, so gut es geht, andere Ursachen unterschiedlicher Wachstumsraten weitgehend herauszurechnen. So bereinigt ergibt sich der abgebildete parabelförmige Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wachstum.

    G7-Staaten liegen nahe am Optimum

    Die Parabel zeigt, dass der optimale Gini-Koeffizient ungefähr bei 30 liegt. Zu den wenigen Ländern, die eine zu geringe Ungleichheit aufweisen, zählen Tschechien und Skandinavien. Hier würde mehr Ungleichheit zu mehr Wachstum führen. Die G7-Staaten liegen ungefähr am Optimum, während viele Schwellenländer eine zu hohe Ungleichheit aufweisen. Dass ein Mehr an Gleichheit dem Wachstum guttäte, könnte China erkannt haben, meinen die DWS-Experten. Das „Common prosperity“-Programm des Landes ziele darauf ab. Allerdings könne gerade unter den autokratisch regierten Schwellenländern der Weg von der Kenntnis über diesen Zusammenhang und einer politischen Handlung ein ziemlich langer sein, insbesondere wenn politische Macht und Reichtum in gleichen Händen liegen.

    Aber auch in den westlichen Demokratien, das muss man hinzufügen, dürfte der Zusammenhang zwischen Gleicheit/Ungleichheit und Wachstum/Wohlstand je nach politischem Lager auch ziemlich unterschiedlich interpretiert werden. Das zeigen die Diskussionen um Einkommensunterschiede und prekäre Lebensverhältnisse immer wieder aufs Neue.


    * Der Gini-Koeffizient kann einen Wert zwischen Null und 100 annehmen. Ein Wert von Null entspräche absoluter Gleichverteilung, bei 100 liegt alles Einkommen bei einer Person.

    Nachricht an die Redaktion

    Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

    Nachricht an die Redaktion

    Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

      Ihre Nachricht an uns


      Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

      Artikel teilen

        Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
        Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

        Ausgewählte Artikel zum Thema
        DIA-Studie_Entsparen

        Energiekrise wird zur Sparkrise

        Hohe Energie- und Versorgungskosten sowie eine hohe Inflationsrate führen derzeit auch in eine Sparkrise. Immer weniger Deutsche können Geld zurücklegen. Seit Monaten zehren Energiepreise und Inflation, Pandemie und Ukraine-Krieg an den Nerven und an den Finanzen. Alles ist irgendwie miteinander verflochten. Nun kommt mit dem Winter nicht nur die Energiekrise, sondern allem Anschein nach auch […]

        Artikel lesen

        Mit Nebenjob durch die Krise?

        Die Inflation hält an. Die Lebenshaltungskosten steigen. Die nächsten Energierechnungen werden kommen. Angesichts derartiger Perspektiven denken schon einige Deutsche an einen Nebenjob. Die Einkommensentwicklung kann mit der Preissteigerung nicht mithalten. Die Entlastungspakete helfen möglicherweise nur vorübergehend. Der Winter kommt und bleibt erst einmal, genau wie die hohen Heiz- und Energiekosten in der kalten und dunklen […]

        Artikel lesen

        Der Osten holt auf beim Einkommen

        Laut jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit bleibt das Einkommensniveau zwischen Ost und West weiterhin deutlich unterschiedlich. Doch die Differenz wird kleiner. Wesentlich für die jüngste Entwicklung sind die im Osten stärker gestiegenen Löhne für Vollzeitbeschäftigte. Ihr monatliches Einkommen stieg im Schnitt um 117 Euro, im Westen waren es nur 86 Euro. Der Median liegt […]

        Artikel lesen