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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 8.4.2017 Drucken

Ü100 – Einblicke in ein Jahrhundert Leben

Wie fühlt es sich an, richtig alt zu werden? Im Film „Ü100“, der in dieser Woche seinen Kinostart hatte, erzählen acht Hundertjährige darüber. Humorvoll, berührend, ohne die Einschränkungen des Alters auszuklammern.

Rein statistisch gesehen wird ein Viertel der in diesem Jahr geborenen Mädchen 100 Jahre alt. Diese Vorhersage mag man fast nicht glauben. Sie zeigt aber, wie stark die Veränderungen unserer Lebenserwartung tatsächlich sind. Aber wie meistert man im hohen Alter von 100 Jahren seinen Alltag? Die Regisseurin, Produzentin und Autorin Dagmar Wagner ging dieser Frage nach, interviewte acht Menschen über 100. Drei von ihnen leben noch fast selbständig zuhause, fünf von ihnen in einem Seniorenheim. Herausgekommen ist „ein heiterer, puristischer Film, der von der Gelassenheit und dem Gottvertrauen ihrer Protagonisten getragen wird“ (Münchner Merkur).

Schon die kurze Vorstellung der Interviewten im Teaser zum Film lässt die Grundstimmung ahnen. Anna (103) würde am liebsten das Ansteckmikro als Brosche behalten und findet überdies, dass sie viel über sich erzählt habe und es nun genug sei: Sie sei reif für den Untergang. Auch Franz (100) meinte nach dem Gespräch, dass nicht mehr viele Fragen offen bleiben, jünger werde er sowieso nicht mehr, nur noch schöner vielleicht.

Es geht schon noch „a bisserl“ weiter.

Der Film zeigt Hella (102) bei ihrer Friseuse und Ruja (102) beim Klavierspiel, mit dem sie ihre Erzählungen begleitet. Gerda (100) macht wie immer aus allem das Schönste, wartet auf ihr „Einzelzimmer im Himmel“. Erna (104) lebt schön Tag für Tag ins 105. Lebensjahr und freut sich als Fußballexpertin auf das nächste Fußballspiel des FC Bayern. Aber der Film spart auch nicht die Schattenseiten des Alters aus. Theresia (101) ist bettlägerig. Dennoch verliert sie nicht den Lebensmut. Es gehe schon noch „a bisserl“ weiter.

Große Gelassenheit und innere Freiheit

Nach den Gesprächen machte sich Erschöpfung breit, berichten die Produzenten des Films. Ihre Akteure vor der Kamera hatten sich das nächste Nickerchen verdient. Beeindruckend sei die große Gelassenheit und absolute innere Freiheit ihrer Gesprächspartner gewesen: „Das gelebte Leben ist längst angenommen, nichts wird mehr auf Effizienz, Perfektion und Selbstdarstellung getrimmt. Was für eine wohltuende und oft heitere Gesellschaft. Doch es gibt nichts zu beschönigen: Es sind auch extrem eingeschränkte, abhängige Leben, manche mit Todessehnsucht. Aber alle meistern diese Herausforderung mit viel Würde, Tapferkeit, Humor und Selbstironie.“

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