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    Demographie

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    Demographie | 10.1.2022 Drucken

    Deutscher Arbeitsmarkt braucht mehr Zuwanderung

    Der demografische Wandel in Deutschland sorgt laut einer Studie dafür, dass Arbeitskräfte fehlen werden, wenn es nicht mehr Zuwanderung gibt. Die nötige Zuwanderung jedoch ist beträchtlich.

    Eine aktuelle Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, zeigt, dass es Deutschland zunehmend schwerer fällt, ausreichend Zuwanderung für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen.

    Die Zahl der Rentner wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter steigen. Immer mehr Personen verlassen damit den Arbeitsmarkt. Daher werden jährlich rund 400.000 Arbeitskräfte aus dem Ausland gebraucht. Tatsächlich gab es laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 nur eine Zuwanderung von etwa 220.000 Personen. So sehen die Arbeitsmarkt-Experten vom IAB beim Erwerbspersonenpotenzial einen „rückläufigen Trend“.

    Eine ausreichende Zuwanderung ist allerdings nicht nur für den künftigen Arbeitsmarkt relevant, sondern auch für die Rentenfinanzierung. Mit der abnehmenden Zahl der Erwerbstätigen fehlen den Unternehmen Fachkräfte und der gesetzlichen Rentenversicherung Beitragszahler. Das zeigen verschiedene Szenarien. So setzt das vom IAB dokumentierte Referenz-Szenario darauf, dass Frauen ihre Beschäftigung erhöhen, ältere Arbeitnehmer länger in den Unternehmen verbleiben und dem deutschen Arbeitsmarkt durch Zuwanderung ca. 100.000 Menschen jährlich mehr zur Verfügung stehen.

    16 Millionen Erwerbstätige weniger bis 2060

    Gemessen an den Wanderungsströmen vor der Pandemie „nimmt das Erwerbspersonenpotenzial bis 2035 um sechs Prozent ab, der Rückgang bis 2060 beträgt aber beinahe 20 Prozent“, sagt IAB-Forscher Johann Fuchs. So schätzt das IAB in seiner Studie die Zahl der allein durch den demografischen Wandel bis 2035 entstehenden Lücke auf rund 7,2 Millionen Menschen. In diesem Umfang kann das Erwerbspersonenpotenzial in den kommenden rund anderthalb Jahrzehnten abnehmen. Durch die längere Beschäftigung älterer Menschen und durch eine höhere Erwerbsquote unter den Frauen kann maximal ein Potenzial von 3,4 Millionen Personen ausgeglichen werden. Bis zum Jahr 2060 entsteht ohne Zuwanderung (Szenario 1) sogar ein Defizit von über 16 Millionen Erwerbstätigen. 

    Weniger Anreiz für Abwanderungswillige

    Einen wesentlichen Faktor sehen die IAB-Experten darin, dass die (bisherigen) EU-Hauptherkunftsländer ebenfalls vom demografischen Wandel betroffen sind. Das hat zur Folge, dass die Anzahl potenziell abwanderungswilliger Menschen dort per se abnimmt. Hinzu kommt, dass laut IAB-Forschern die Verdienstmöglichkeiten in verschiedenen EU-Staaten im Niedriglohnsektor „nicht wesentlich schlechter als in Deutschland“ sind. Damit fehle ein wichtiger ökonomischer Anreiz für eine Zuwanderung nach Deutschland. Zudem steigt mit der Zahl der Zuwanderer voraussichtlich auch die Zahl derer, die später wieder zurück in ihre Heimatländer gehen.

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