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    Private Altersvorsorge

    In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

    Private Altersvorsorge | 7.4.2022 Drucken

    Taugt eine Immobilie (noch) als Altersvorsorge?

    Die aktuellen Entwicklungen bei der Grundsteuerreform, die Immobilieneigentümer diesen Frühling zum ersten Mal direkt betreffen, sind auch ein Treiber der Diskussion, ob Immobilien sich zur Altersvorsorge eigentlich (noch) eignen.

    Die finanzielle Unabhängigkeit im Alter ist für viele Senioren ein bestimmendes Merkmal ihrer Lebensqualität. Sie ist häufig dadurch gefährdet, dass Ältere sich die monatlichen Raten zur Rückführung ihrer Restschulden für die eigene Immobilie nicht mehr leisten können. Der Grund: die monatliche Rente reicht dafür einfach nicht aus. Es dürfte die Regel sein, dass Rentner nach Beendigung ihrer Erwerbstätigkeit weniger Geld zur Verfügung haben.

    Deshalb ist die Idee der Wohnimmobilienkreditrichtlinie, seit deren Einführung Banken wesentlich stärker auf die Rückzahlbarkeit von Ankaufsfinanzierungen für Immobilien noch während der Erwerbstätigkeit achten, prinzipiell positiv für Verbraucher einzuschätzen. Auf den ersten Blick jedoch erscheint die Tatsache, dass die Ausreichung von Bankfinanzierungen abhängig gemacht wird vom Alter des Darlehensnehmers, eher diskriminierend. Denkt man das Konstrukt der oftmals viele Jahre laufenden Finanzierungen aber bis zum Ende, kommt man zum Schluss, dass die Frage, ob man sich die monatlichen Raten auch noch leisten kann, wenn man nicht mehr erwerbstätig ist, durchaus sinnvoll ist. Grundsätzlich ist aber die Frage, ob die Immobilie bei Eintritt ins Rentenalter abbezahlt sein muss, abhängig von vielen Faktoren, insbesondere von der Rentenhöhe.

    Altersgerechte Ausstattung als Kriterium

    Neben dem Wunsch, finanziell unabhängig zu sein, ist der Aspekt wichtig, ob man das Eigenheim im Alter sinnvoll bewohnen kann. Große Häuser mit großen Gärten eignen sich häufig nicht, um darin bis ins hohe Alter wohnen zu bleiben. Besonders die Badausstattung und die Vermeidung von Schwellen und Treppen sind wichtig, um sicher im Haus leben zu können.

    Waren in den Zeiten der eigenen Erwerbstätigkeit noch die Nähe zum Bahnhof oder zum eigenen Arbeitsplatz relevant, sind im Alter andere Merkmale der infrastrukturellen Anbindung des Eigenheims relevant. Als älterer Mensch braucht man gut zu erreichende Nahversorger genauso wie eine Abdeckung durch notwendige Ärzte oder Apotheken. Für viele ältere Immobilieneigentümer ist auch die Nähe zur eigenen Familie wichtig, die im Bedarfsfall unterstützend tätig werden kann.

    Unabhängig von der Mietentwicklung

    Die eigengenutzte Immobilie ist vor allem deshalb so vorteilhaft für ihre Eigentümer, weil sie sich unabhängig machen von zukünftigen Mietpreiserhöhungen. Gerade in Ballungsräumen ist die Suche nach einer neuen Mietwohnung ein außerordentlich schwieriger Akt. Dort gibt es mittlerweile gar keine Mietangebote mehr, die für einen Rentner mit durchschnittlichem Rentenbezug bezahlbar sind.

    Sind die Kinder erst einmal ausgezogen oder tritt man in den Ruhestand, ändert sich für viele Menschen der Tagesablauf. Dabei ist nicht zu unterschätzen, wie wichtig es ist, sich dann im Eigenheim wohlzufühlen und auszukennen. Noch relevanter wird dieser “Wohlfühlaspekt”, sobald persönliche Schicksalsschläge, wie etwa der Tod des Ehepartners oder Erkrankungen, die gegebenenfalls auch die eigene Bewegungsfreiheit einschränken können, eintreten.

    Finanzielle Belastungen der Eigentümer oft unterschätzt

    So schön es im Eigenheim auch sein mag, es kostet Geld. Als Eigentümer hat man die anfallenden Kosten auch selbst zu tragen. Dies wird im Alter und mit den finanziellen Einbußen durch die niedrigere Rente nicht leichter. Eine defekte Heizung, ein kaputtes Dach, aber auch regelmäßig wiederkehrende Kosten wie die anfangs erwähnte Grundsteuer, die ja hauptsächlich deshalb reformiert wurde, weil sie völlig veraltet, da auf einer zu geringen Bemessungsgrundlage beruhend, war, können Immobilieneigentümern im Alter finanziell auf die Füße fallen. Aus diesen Gründen sollte der Aufbau einer Rücklage für jeden Immobilieneigentümer eine Selbstverständlichkeit sein. So steht Geld für außergewöhnliche Belastungen, die durch Defekte am Haus entstehen können, zur Verfügung. Das gilt im Rentenalter umso mehr.

    Wenn Gewohnheit sich zum Nachteil wendet

    Rentner mit selbstgenutztem Immobilieneigentum leben meist seit vielen Jahren in ihrer Immobilie. Emotionale Verbundenheit ist eine wunderbare Sache. So sind in dem Haus vielleicht die gemeinsamen Kinder aufgewachsen. Unter Umständen hat der Besitzer schon selbst als Kind dort gelebt. All das kann in manchen Fällen aber auch zum Nachteil geraten. Nicht selten beharren ältere Menschen darauf, in ihrer Immobilie wohnen zu bleiben. Sie verbinden viele positive Erinnerungen damit. Dabei wäre ein Auszug nicht nur wirtschaftlich, sondern aufgrund der tatsächlichen Gegebenheiten sinnvoll.

    Diesen Aspekt sollte man nicht vernachlässigen. So bleibt die Frage, ob ein Haus mit großem Garten, in dem einmal Eltern und Kindern gemeinsam gewohnt haben, für einen verwitweten Rentner mit eingeschränkter Mobilität noch das richtige Wohnumfeld ist. Fazit: Immobilien eignen sich durchaus zur Altersvorsorge, doch es hängt immer von einer genauen Betrachtung des Einzelfalls ab.


    Gastautorin Janine Hardi ist Rechtsanwältin und Geschäftsführerin der RPI GmbH. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie die unabhängige Internetplattform RenteplusImmobilie.de, die älteren Hausbesitzern Orientierung liefert, wie man im Alter durch eine Verrentung der Immobilie finanziellen Spielraum schaffen kann.

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