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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 27.12.2022 Drucken

    Nicht nur auf Dividende achten, selbst bei Aristokraten

    Aktien, die hohe Ausschüttungen versprechen, sind gerade in. Claus Walter, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Freiburger Vermögensmanagement GmbH, erklärt, warum kluge Investoren dabei aber genau auf die Qualität achten und Wachstumswerte mit ins Depot nehmen.

    Warum sind Aktien mit stabiler Dividende derzeit für Anleger besonders attraktiv?

    Claus Walter

    Unternehmen, die auf Wachstum ausgerichtet sind, reagieren verhältnismäßig sensibel auf Zinserhöhungen, wie wir sie ja gerade in den USA und auch in Europa sehen. In so einem Umfeld bevorzugen viele Anleger eher Werte mit einem etablierten Geschäftsmodell. Zum Beispiel sogenannte Dividenden-Aristokraten. Also Unternehmen, die über 25 Jahre eine stetig ansteigende Ausschüttungshistorie aufweisen können und gerade in schwierigen Zeiten erfahrungsgemäß besonders gefragt sind.

    Aber viele warnen doch gerade vor einer Rezession, trifft das nicht auch Aristokraten?

    Tatsächlich gilt es hier genau auf die Qualität der Dividenden zu achten. Auch etablierte Namen können ganz schnell die Ausschüttungen kürzen, falls die Gewinne in einem wirtschaftlichen Abschwungumfeld nicht mehr sprudeln. Private Anleger sollten sich nicht von optisch hohen Dividendenrenditen blenden lassen, die das Verhältnis vom Aktienkurs zu erwarteter Ausschüttung beschreiben. Sie müssen sich immer die Frage stellen, kann das Unternehmen auch in einer Rezession die Dividende wirklich halten?

    Dividendenqualität ist entscheidendes Kriterium

    Haben Dividendenwerte auch ein spezielles Risiko?

    Ist der Aktienkurs maßgeblich von der Dividendenentwicklung bestimmt, kann sich eine mögliche Kürzung gleich doppelt niederschlagen. Anleger bekommen dann nicht nur weniger Ausschüttungen, sondern müssen in der Regel gleichzeitig auch noch mit spürbaren Kursverlusten leben. Genau deswegen ist die Dividendenqualität für uns so ein entscheidendes Kriterium. Stimmt sie, hat das einen ganz anderen Effekt. Der Kurs solcher Werte ist insbesondere in Krisenzeiten vergleichsweise wertstabil.

    Auf was achten Sie bei der Auswahl?

    Natürlich ist die Höhe der Ausschüttung ein wichtiges Kriterium bei der Selektion von attraktiven Dividendenaktien. Aber Anleger sollten nicht vergessen, dass es sich hier nur um Prognosen handelt und die Höhe zum Geschäftserfolg passen sollte. Dafür sehen wir uns die sogenannte Payout-Ratio an, also das Verhältnis von Dividende zum Cash-Flow. Klingt kompliziert, aber das ist schlicht eine Kennzahl, die einen guten Hinweis gibt, ob die Dividendenhöhe wirklich vom Geschäftsmodell getragen wird oder aus der Substanz stammt. Damit Ausschüttungen dauerhaft hoch bleiben und am besten noch gesteigert werden, muss noch genug Geld in der Kasse sein, das in die Zukunft des Unternehmens fließen kann, um weiteres Wachstum zu ermöglichen.

    Zinsentwicklung mit großem Einfluss

    Warum dann nicht nur auf Qualitätsdividendenwerte setzen?

    Am Markt kann sich die Perspektive schnell drehen. Geht die Inflation zum Beispiel spürbar zurück, werden die Zentralbanken sehr wahrscheinlich auf weitere Zinsanhebungen verzichten oder sogar zur Bekämpfung einer Rezession Senkungen in Betracht ziehen. Richtet sich der Blick in so einer Situation wieder eher nach vorn, gelten Dividendentitel im Nu als langweilig und Wachstumswerte sind in. Grundsätzlich ist deren Idee, Gewinne eher in die Zukunft des Unternehmens zu investieren, statt sie an die Aktionäre auszuschütten, für langfristige Investitionen durchaus attraktiv. Die Kursentwicklung eines Depots, das nur auf Ausschüttungskandidaten setzt, ist dagegen vergleichsweise beschränkt, bietet aber gerade in schwierigen Phasen Stabilität. In einer strategisch aufgestellten, gut gemischten Vermögensstruktur hat aus unserer Sicht deswegen beides seinen berechtigten Platz.

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