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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 25.1.2022 Drucken

    NFT – Mona Lisa lächelt auch im Metaverse

    NFT waren der größte Investment-Trend im Jahr 2021. Vermutlich werden jedoch die wenigsten, die älter als 30 Jahre sind, mit der Abkürzung NFT viel anfangen können. Die drei Buchstaben stehen für Non-Fungible Token.

    Dabei handelt es sich um die digitalisierte Form der Besitzurkunde eines Vermögenswertes. NFT sind eine Möglichkeit, um das Eigentum an etwas zu sichern, das in der digitalen Welt existiert.

    Gleichzeitig können aber auch echte Vermögenswerte wie Immobilien, Kunstwerke oder Musikrechte tokenisiert werden, indem die damit verbundenen Rechte und Pflichten auf den Token überschrieben werden. Das heißt, die Besitzverhältnisse werden digital abgebildet und sind somit handelbar. Aktuell strömen viele Anleger in den Markt und wollen NFT kaufen.

    Fungible oder non-fungible Token

    Man unterscheidet zwischen fungiblen (austauschbar) und non-fungiblen (nicht austauschbar) Token. Ein fungibler Token ist wie ein Zehn-Euro-Schein. Dieser hat denselben Wert wie jeder andere Zehn-Euro Schein. Auch Bitcoins lassen sich beliebig tauschen, da Sie immer denselben Wert haben. Bei Non-Fungiblen Token dagegen handelt es sich um einen einzigartigen digitalen Vermögenswert. Sie sind nicht wie Währungen durch ein Äquivalent ersetzbar. Am besten kann man NFT mit Kunstobjekten wie Gemälden vergleichen. Diese besitzen einen individuellen Wert. Bei der Mona Lisa von Leonardo da Vinci ist der Fall klar. Es gibt zwar zahllose Fotos und Drucke von dem Gemälde, aber nur ein Original im Pariser Louvre. Das Bild ist einzigartig und das Original aus diesem Grund unbezahlbar. Grundsätzlich können NFT alles abbilden: Bilder, Videos, Musik, aber auch Domain-Namen oder virtuelle Grundstücke.

    Ist das Kunst oder kann das weg?

    Vor allem in der Kunstszene sorgten NFT für Furore. Digitale Kunstwerke erzielen inzwischen Spitzenpreise. Das bisher teuerste NFT ist eine digitale Bildcollage von Beeple (Digitalkünstler Mike Winkelmann), die bei einer Christie’s-Auktion im März letzten Jahres für 69,3 Millionen Dollar verkauft wurde. Es handelt sich dabei um eine digitale Collage aus 5.000 kleinen Bildern. Alle Bilder kann man sich bei der Online-Plattform Tumblr kostenlos ansehen.

    Der Künstler lud jeden Tag ein Bild hoch, verband die Abbildungen zu einer JPEG-Datei mit 21.069 mal 21.069 Pixeln, nannte seine Collage „Everydays: The First 5000 Days“ und war nach zweiwöchiger Versteigerung um 69.346.250 Dollar reicher. Natürlich kann jeder mit geringem Aufwand und etwas Zeit diese Collage nachbauen. Das konnte man mit Joseph Beuys „Fettecke“ allerdings auch. Entscheidend für den Preis ist die eindeutige Klassifizierung als Original. Dies ist über ein NFT, das über eine Blockchain abgebildet wird und alle wesentlichen Daten des Kunstwerkes ohne Manipulationsmöglichkeit enthält, gesichert.

    Die Mona Lisa als NFT?

    Richtig interessant wird es, wenn man ein physisches Kunstwerk tokenisiert. Das teuerste Gemälde der Welt ist die Mona Lisa von Leonardo da Vinci. Das Gemälde gilt als unbezahlbar und die Versicherungssumme soll eine Milliarde Dollar betragen. Bei einem solchen Wert ist der potentielle Käuferkreis gering. Allerdings könnte sich der Louvre als Eigentümer entschließen, die Mona Lisa als NFT herauszubringen und diesen dann zu fraktionieren. Das bedeutet, in tausendstel Anteile aufzuteilen. Dann könnte man sich einen winzigen Anteil der Mona Lisa kaufen. Vermutlich hätte dann ein NFT, der das Lächeln der Mona Lisa darstellt, einen höheren Wert als ein Finger. Grundsätzlich wäre es möglich, sich ein diversifiziertes Kunst-NFT-Portfolio aufzubauen. Eine breite Masse von Investoren erhielt damit Zugang zu einem Markt, der bisher nur wenigen zugänglich ist. Mehr Liquidität würde wahrscheinlich auch zu höheren Preisen führen.

    Luxuskonzerne haben den Trend schon lange entdeckt

    Kunstfreunde können jedoch erstmal aufatmen. Nach französischem Erbrecht darf die Mona Lisa nicht gekauft oder verkauft werden. Vermutlich gilt dieses Verbot auch für die digitale Version. In anderen Bereichen ist man da allerdings schon weiter. Modemarken und Luxuskonzerne haben die NFT-Technologie für sich entdeckt und bieten digitale Mode an. Ende vergangenen Jahres hat der Sportartikelgigant Nike das NFT-Studio RTFKT übernommen. Das Unternehmen hat sich auf die Tokenisierung von Sneakern spezialisiert. Für exklusive Sneaker-Exemplare hat sich ein Sammlermarkt entwickelt. Die Preise klettern in astronomische Höhen. Dabei darf solche Sammlermode natürlich nicht getragen werden, wenn sie ihren Wert behalten soll. Warum also nicht von vornherein digitalisieren und als NFT einem breiten Publikum anbieten?

    An Ether führt kein Weg vorbei

    Die meisten NFT basieren auf der Ethereum-Blockchain, genauer gesagt auf dem Ethereum-Tokenstandard ERC-721. Derzeit werden nahezu alle NFT über die Ethereum-Blockchain ausgegeben. Wer NFT kaufen will, braucht die auf der Ethereum-Blockchain basierende Kryptowährung Ether (ETH). Dabei werden Ethereum und Ether häufig als Synonym verwendet, obwohl es sich bei Etherum eigentlich um die Blockchain und bei Ether um die Kryptowährung handelt. NFT werden im Internet mittlerweile auf vielen Handelsplätzen angeboten. Vor allem die Generation der Millennials (Jahrtausender) ist im Handel mit Crypto-NFT sehr aktiv. Dazu zählen die Jahrgänge zwischen 1981 und 1998. Das Durchschnittsalter dieser Generation beträgt 28 Jahre.

    Die Millennials hinterlassen ihre Spuren

    Diese Generation gilt als Treiber der gesellschaftlichen Akzeptanz für die digitalen Vermögenswerte. Die Bankverbindung läuft über eine App. Zahlungen im Supermarkt werden mit Mobiltelefon oder Smartwatch beglichen. Schulunterricht oder Vorlesungen finden seit zwei Jahren zunehmend digital statt. Digitale Angebote  gehören zum Lebensgefühl. Die Generation ist mit Internet und Smartphone aufgewachsen. Die Möglichkeit, jede Information jederzeit online abzurufen, hat diese Generation geprägt. Kein Wunder also, dass der Anteil an Besitzern von Kryptowährungen in diesen Jahrgängen am höchsten ist. Ein Wallet zu downloaden und digitale Währungen zu kaufen, ist schließlich schneller erledigt, als ein Bankkonto zu Banköffnungszeiten zu eröffnen. Die Millennials werden auch in Zukunft die Wirtschaft weiterhin umformen und die NFT vermutlich an Bedeutung zunehmen.

    Die Zukunft gehört dem Metaverse

    Wenn es nach Facebook Gründer Marc Zuckerberg geht, gehört die Zukunft sowieso dem Metaverse. Dabei handelt es sich um eine Art Virtual-Reality-Internet, durch den sich Menschen als Avatare bewegen können. Folgerichtig hat er seinen Konzern bereits in Meta umbenannt. Vieles, was heute noch analog passiert, wird schon bald auch im virtuellen Raum stattfinden. Dann macht es vielleicht auch Sinn, sich seine Sammler-Sneakers per NFT in die virtuelle Vitrine zu stellen, direkt neben die virtuelle originale Gucci-Handtasche. Sammler wollen ihre Kostbarkeiten schließlich auch zeigen. Zum Tragen in der analogen Welt wurden beide sowieso nicht geschaffen.

    Ansonsten empfiehlt sich ein Besuch des Louvre oder alternativ eine Investition in BJÖRKSTA. Dabei handelt es sich nicht um die neuste Kryptowährung, sondern um einen Druck der Mona Lisa. In jedem gut bestückten IKEA für 47,99 Euro inklusive Rahmen erhältlich. Analog lächelt die auf dem Gemälde abgebildete Lisa del Giocondo eben immer noch am schönsten.


    Markus Richert

    Gastautor Markus Richert ist CFP und Seniorberater Vermögensverwaltung bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH in Köln. Weitere Beiträge von ihm und anderen Vermögensverwaltern finden Sie auf www.v-check.de.

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