Nachricht an die Redaktion

    Ihre Nachricht an uns


    Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

    Vorsorgemappe

    Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

    DIA Update

    Abonnieren Sie den kostenlosen
    Newsletter des DIA.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 21.4.2022 Drucken

    Depots mit Balance zählen mehr als Steuereffekte

    Im Interview erklärt Carmen Bandt von der KIDRON Vermögensverwaltung GmbH in Stuttgart, warum ausgewogene Portfoliostrukturen wichtiger sind als Versuche, die Steuern auf die Erträge zu drücken.

    Die Deutschen gelten als Anleger, die fast reflexartig auf Steuereffekte in ihren Depots anspringen. Können Sie das aus Ihrer Praxis als Vermögensverwalterin bestätigen?

    Nun ja, im Vergleich zu früher hat das schon etwas nachgelassen. Das hat damit zu tun, dass durch die Abgeltungssteuer vieles vereinheitlicht wurde. Gleichwohl gibt es für Gold, Immobilien und andere Anlagen weiterhin Spekulationsfristen – und damit die Möglichkeit, solche Gewinne irgendwann steuerfrei zu vereinnahmen.

    Erkennen Sie Muster, wenn Sie in die bestehenden Depots von Neukunden blicken?

    In etlichen Depots finden sich Positionen, die vor Längerem gekauft wurden und in den roten Zahlen stehen. Ich glaube, viele Anleger scheuen sich, solche Bestände zu verkaufen, weil sie sich dann ihren Irrtum eingestehen müssten. Es gibt aber auch Investoren, die glauben, dass sich Verluste steuerlich zu ihren Gunsten auswirken.

    Rendite und Risiko im passenden Verhältnis

    Das stimmt nicht?

    Korrekt ist, dass Verluste aus Geschäften mit Aktien, Anleihen sowie Fonds und ETF die Steuerlast mindern. Dies ist seit der Einführung der Abgeltungssteuer aber nur dann so, wenn es Erträge aus solchen Geschäften gibt, mit denen sich die Verluste verrechnen lassen. Es ist jedoch nicht sinnvoll, dauerhaft Vermögen in aussichtslosen Anlagen zu binden, nur um damit die Steuerlast zu senken.

    Was lässt sich da besser machen?

    Wichtiger als das Steuerthema ist ein vernünftig strukturiertes und gut ausbalanciertes Portfolio. Dabei müssen Rendite und Risiko passend zu den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten des Anlegers in ein gutes Verhältnis gebracht werden. Wenn man durch eine kluge Allokation des Vermögens auf Dauer attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko erzielt, zahle zumindest ich die Abgeltungssteuer gerne. Mit maximal 28 Prozent fällt sie nicht allzu hoch aus.

    Falsch gebunkertes Geld

    Worauf ist bei Rendite und Risiko zu achten?

    Neben der Höhe der Rendite zählt vor allem, dass sie sich mit einem für den Anleger vertretbaren Risiko erzielen lässt. Wer wegen der Kursschwankungen nachts nicht mehr schlafen kann, hat kaum etwas von hohen Renditen. Das andere Extrem gibt es häufiger: Viele bunkern ihr Geld großteils auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten, obwohl sie mehr Risiko eingehen könnten. Damit verzichten sie unnötigerweise auf Rendite. Fazit: Sie haben weniger Geld zur Verfügung, als möglich wäre.

    Was raten Sie Anlegern?

    Die Basis für den Aufbau und die Bewahrung von Vermögen ist ein breit diversifiziertes Depot aus mehreren Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffen, Immobilien(fonds) und Cash. Wer sich das nicht allein zutraut, kann dazu einen Fachmann oder eine Fachfrau zu Rate ziehen. Dazu gehören etwa bankenunabhängige Vermögensverwalter, die mit den Kunden nach deren Vorgaben eine Vermögensstruktur entwerfen.  

    Nachricht an die Redaktion

    Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

    Nachricht an die Redaktion

    Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

      Ihre Nachricht an uns


      Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

      Artikel teilen

        Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
        Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

        Ausgewählte Artikel zum Thema

        „Männer sind beim Anlegen gieriger als Frauen“

        Was unterscheidet weibliche von männlichen Investoren? Das erklärt Petra Ahrens im Interview. Sie ist Vorstand bei der MAIESTAS Vermögensmanagement AG und Mitbegründerin der CAPA AG FinanzWeitBlick, die seit 2021 Finanzberatung von Frauen für Frauen anbietet. Gibt es ein Ungleichgewicht beim Thema Finanzen zwischen Männern und Frauen in Beziehungen? In der Realität kümmert sich bei vielen […]

        Artikel lesen

        Richtige Reaktion bei Stress im Portfolio

        Nach drei Jahren einer tendenziell recht positiven Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten hat sich zusätzlich zur verstärkenden Zinsdiskussion die geopolitische Lage deutlich verschlechtert. Neben dem anhaltenden Konflikt zwischen den USA und China ist die internationale Politik und Diplomatie durch die Eskalation zwischen Russland und der Ukraine extrem gefordert. Das hat naturgemäß auch Auswirkungen auf die […]

        Artikel lesen

        Dividenden zeigen 2022 ihre Stärke

        Ausschüttungsorientierte Anlegerinnen und Anleger haben derzeit eine gute Möglichkeit, sich noch vergleichsweise günstig mit substanzstarken Dividendentiteln auszustatten, um ihr laufendes Einkommen damit abzusichern. Dividendenaktien waren in den vergangenen Jahren nicht immer erste Wahl bei Anlegerinnen und Anlegern. Wachstumstitel haben eine so starke Performance versprochen, dass die Dividenden von eher traditionellen, langsamer wachsenden Unternehmen weniger interessant […]

        Artikel lesen