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    Einkommen & Vermögen

    Rund ums liebe Geld: So viel wird verdient.

    Einkommen & Vermögen | 25.8.2021 Drucken

    Immobilienerbe – behalten oder besser verkaufen?

    Wer ein Haus erbt, steht vor einer schweren Entscheidung. Eigenheime und Co. wurden im letzten Jahrzehnt immer gefragter. Die Preise sind mancherorts in extreme Höhen geklettert.

    Da ergibt sich die Frage: Geht die Immobilienrallye weiter oder ist es Zeit, das Immobilienerbe zu versilbern und das Kapital besser anzulegen?   

    In den letzten zehn Jahren sind die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser laut dem Bundesamt für Statistik deutschlandweit um 65 Prozent gestiegen. Der Preis für Bauland verteuerte sich im Zeitraum 2010 bis 2020 sogar um 102 Prozent. Wer heute eine Immobilie erbt, muss entscheiden, ob angesichts dieses enormen Wertzuwachses ein Verkauf oder weiter Abwarten die bessere Option ist. Vor diesem Luxusproblem stehen nicht wenige. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge schätzt, dass zwischen 2015 und 2024 die gigantische Summe von rund 1.293 Milliarden Euro in Form von Immobilien vererbt wurde oder noch wird. Doch was machen mit Oma Erikas kleinem Häuschen?

    Wertsteigerung nicht allein entscheidend

    „Gerade wenn man eine geerbte Immobilie nicht selbst bewohnen möchte, kommt es auf die eigenen langfristigen Ziele und die örtlichen Gegebenheiten an“, sagt Dominik Noizet, Regionaldirektionsleiter der GLOBAL-FINANZ AG in Stuttgart. Dabei sollten auch die möglicherweise anfallenden Steuern nicht unterschätzt werden. Grundsätzlich können Immobilien ein stabiler Baustein in einem Vermögensmix sein. Allerdings ist das Kapital dann an einer Stelle gebunden und die erzielbare Rendite hängt von vielen Faktoren ab. „Objekte in gefragten Lagen, die ohne Leerstände vermietet werden können, sorgen aber in der Regel für ein relativ gut kalkulierbares Einkommen“, erklärt Finanzexperte Noizet. „Aber so etwas verursacht auch Aufwand. Er sollte nicht unterschätzt werden.“ Wer nur auf weitere Wertsteigerungen spekuliert und das Objekt einfach liegen lässt, könnte unter dem Strich mit einer Mischung mehrerer Anlageklassen besser aufgestellt sein. Eine Garantie für weiter steigende Immobilienpreise gibt es nämlich nicht und die Entwicklung kann regional ganz unterschiedlich sein.

    Nicht jedes Objekt eignet sich als Investment

    „Manche Immobilienmärkte sind tatsächlich in den letzten Jahren heiß gelaufen. Regional kann es auch zu Preiskorrekturen kommen“, sagt Claus Walter, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Freiburger Vermögensmanagement GmbH. Das sprichwörtliche Betongold wird in gefragten Regionen wie Stuttgart, Freiburg oder Ulm kaum auf breiter Front an Wert verlieren. Aber auch hier kommt es immer auf den Einzelfall an. Nicht jedes Objekt eignet sich als Investment und lässt sich gewinnbringend erhalten.

    Breit gestreutes Depot als Alternative

    „Ob sich eine Vermietung abzüglich der dafür nötigen Investitionen und trotz des Verwaltungsaufwands unter dem Strich rechnet, sollte der Besitzer genau und nüchtern durchkalkulieren“, sagt FVM-Finanzexperte Walter. Ein Depot, das Risiken breit streut, könne rentabler und flexibler sein. Statt alles Vermögen in ein Haus zu stecken, verteilen Profis Kapital lieber möglichst breit gestreut und achten auf ausreichende Liquidität. Das heißt, sie setzen auf ganz verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Edelmetalle und achten auf einen Notgroschen. Der sollte ausreichen, um eine neue Waschmaschine oder eine überraschende Autoreparatur zu bezahlen, ohne Aktien und Co. verkaufen zu müssen. Gerade bei Immobilienbesitzern sollte diese Reserve zudem eher großzügig dimensioniert sein. So können schnell mal ein paar zehntausend Euro für eine Heizungssanierung oder ein neues Dach anfallen. Sonst kann ein geerbtes Haus schnell zur Last werden.

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