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    Einkommen & Vermögen

    Rund ums liebe Geld: So viel wird verdient.

    Einkommen & Vermögen | 21.1.2022 Drucken

    Erbschaften brauchen einen Fahrplan

    Viele Menschen planen zumindest einen Teil ihres Vermögens dezidiert für die kommenden Generationen ein. Daher spielt zum einen die richtige Art der Geldanlage eine wesentliche Rolle, zum anderen kommt es auf die steuerliche Strukturierung an.

    In Deutschland wachsen die Volumina der Erbschaften immer mehr. Im Jahr 2020 haben die Finanzverwaltungen in Deutschland Vermögensübertragungen durch Erbschaften und Schenkungen in Höhe von 84,4 Milliarden Euro veranlagt, meldet das Statistische Bundesamt.

    Die festgesetzten Steuern wuchsen im Vorjahresvergleich um ein Fünftel. Tendenz steigend. Schließlich eilt das Gesamtvermögen der deutschen Haushalte von Rekord zu Rekord. Im Juli 2021 überschritt es erstmals die Schwelle von gigantischen sieben Billionen Euro. Das war ein Anstieg um 5,9 Prozent und neuer Rekord. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat in einer früheren Studie errechnet, dass in den zehn Jahren von 2015 bis 2024 insgesamt 3.067 Milliarden Euro vererbt werden.

    Damit steigt auch die Bedeutung von Erbschaften für den Vermögensaufbau. Eine Studie der Deutschen Bank weist darauf hin, dass rund 40 Prozent der Erben ihre Erbschaften für die Geldanlage, den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge einsetzen. Dabei gehört laut dieser Studie immer weniger Bargeld zu den Erbschaften. Das wiederum erhöhe den Gestaltungsaufwand: „Der Anteil komplexer Erbgüter wie Wertpapiere oder Immobilienbesitz nimmt stark zu. Eine frühzeitige Planung bei diesem schwierigen Thema kann einen positiven Effekt auf den gewünschten Vermögensübergang haben“.

    Freibeträge für Schenkungen nutzen

    Entscheidend ist daher, im Sinne des Vermögensschutzes individuelle Strategien zu entwickeln, damit sich auch größere Vermögen steueroptimiert übertragen lassen. So stehen zum Beispiel für lebzeitige Schenkungen steuerliche Freibeträge zur Verfügung. Diese betragen bei Ehegatten alle zehn Jahre 500.000 Euro und bei Kindern 400.000 Euro. Das schafft viele Möglichkeiten, über die Jahrzehnte hinweg immer wieder Vermögen steuergünstig zu übertragen. Daher gilt es, mit dem Steuerberater beziehungsweise Rechtsanwalt diese Themen frühzeitig zu besprechen, um eine rechtlich und steuerlich sinnvolle Struktur zu finden. Ebenso bietet es sich an, die Ruhestandsplanung mit der Aufstellung wichtiger Dokumente wie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zu verbinden.

    Finanzbedarf des Erblassers ermitteln

    Daran schließt sich die Frage an, wie Vermögen mit Blick auf die Erben im Sinne der Asset Protection aufgebaut und entwickelt werden kann. Als erster Schritt ist eine Analyse des tatsächlichen Finanzbedarfs des späteren Erblassers erforderlich. Es bedarf einer professionellen Konsolidierung aller Vermögenswerte (Wertpapiere, Liquidität, Kunst, Lebensversicherungen, Immobilien, Firmenbeteiligungen, berufsständische Versorgung), um festzustellen, wie viel Geld der Vermögensinhaber zum Leben im Ruhestand braucht und welche Einkünfte zur Verfügung stehen. Auf dieser Basis lässt sich wesentlich einfacher ermitteln, wie viel Vermögen für die nächste Generation tatsächlich erhalten bleiben soll beziehungsweise überhaupt erhalten werden kann. Schließlich müssen die Seniorin oder der Senior von dem Vermögen auch im Alter leben können.

    Passende Geldanlage finden

    Wenn diese Berechnungen feststehen, geht es im nächsten Schritt um die passende Geldanlage. Sinnvoll erscheint eine Strategie, bei der Ausschüttungen für den Lebensunterhalt mit der Vermögenssicherung für die nächste Generation einhergehen. Das kann zum Beispiel durch eine Dividendenstrategie gelingen. Einschlägige Dividendenstrategien generieren jährliche Ausschüttungen von etwa vier Prozent und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum laufenden Einkommen, ohne dass es ans Substanzvermögen geht. Damit steht es für die kommende Generation zur Verfügung. Wichtig ist bei diesem Ansatz, Liquiditätsrisiken zu vermeiden. Schwer liquidierbare Beteiligungen und wachstumsorientierte Anlagen, die starken Schwankungen unterliegen können, sind dafür ungeeignet.


    Gastautor Dyrk Vieten ist Sprecher der Geschäftsführung der unabhängigen Vermögensverwaltung ficon Vermögensmanagement GmbH (Düsseldorf). Weitere Beiträge von ihm und anderen Vermögensverwaltern finden Sie auf www.v-check.de.

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