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Einkommen & Vermögen

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Einkommen & Vermögen | 5.2.2018 Drucken

Auf die Kaufkraft kommt es an

Wie viele Europäer sind arm, wie viele reich? Um diese Frage zu beantworten, genügt es nicht, die Einkommen allein zu vergleichen. Sie müssen stattdessen in Relation zur Kaufkraft des jeweiligen Landes gestellt werden.

Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beziehen. Die Mittelschicht definiert sich zwischen 80 bis 150 Prozent dieses Medianeinkommens. Reichtum beginnt je nach Abgrenzung bei 200 bis 300 Prozent.

Einkommen im europäischen VergleichAuf Grundlage dieser Einteilung entwickelte das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln eine interaktive Karte für die bereinigte Kaufkraft in den europäischen Ländern (siehe unten). Hier können Neugierige selbst herausfinden, wo sie sich mit ihrer Kaufkraft im Schichtgefüge Europas befinden. So landet beispielsweise ein Deutscher mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.500 Euro hierzulande in der Mittelschicht. In Norwegen gilt er hingegen als einkommensschwach, in Bulgarien als reich.

Für solche Schlussfolgerungen reicht es jedoch nicht aus, die Medianeinkommen der Staaten miteinander zu vergleichen, denn für denselben Geldbetrag kann man sich nicht immer die gleichen Waren kaufen. Nach Schweden zum Beispiel müssen Reisende mehr Geld mitnehmen als bei einem Urlaub in Polen. Um die unterschiedlichen Lebensverhältnisse zu berücksichtigen, rechnete das IW Köln daher zunächst die nationalen Währungen in sogenannte Kaufkraftstandards um. Auf diese Weise konnten die Länder im Anschluss verglichen werden. Das durchschnittliche europäische Netto-Einkommen liegt in deutschen Preisen bei 1.370 Euro.

Osten und Süden arm, Westen und Norden reich

Bei der Betrachtung der bereinigten Kaufkraft wird die europäische Mittelschicht um sechs Prozentpunkte kleiner als im Vergleich der einzelnen Länder. In der Slowakei leben dabei mit rund 59 Prozent die meisten Europäer in der Einkommensmittelschicht, dicht gefolgt von Tschechien (57 Prozent) und Slowenien (55 Prozent). In Deutschland gehört knapp jeder Zweite der Mittelschicht an. Das ist deutlich über dem europäischen Durchschnitt (40 Prozent).

Mehr als jeder fünfte EU-Bürger gilt andererseits kaufkraftbereinigt als armutsgefährdet. In einigen Ländern liegt das durchschnittliche Einkommen sogar unterhalb der europäischen Armutsschwelle von 787 Euro. Am schlimmsten sieht es in Rumänien aus. Hier gelten rund 90 Prozent der Bevölkerung als arm. Aber auch in Bulgarien, Ungarn, Kroatien, Lettland, Litauen und Griechenland lebt mehr als die Hälfte der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. In Deutschland sind 16,5 Prozent von Armut bedroht. Das ist jeder Sechste.

Besonders drastisch wirken diese Zahlen im Vergleich zu der einkommensreichen Schicht. Spitzenreiter ist an dieser Stelle das kleine Land Luxemburg. Etwa ein Viertel der Luxemburger verdient über 250 Prozent mehr als der durchschnittliche Europäer. Als armutsgefährdet gilt hier niemand. Ebenfalls in der Top 5 der höchsten kaufkraftbereinigten Einkommen sind Niederlande, Finnland, Dänemark und Österreich. Deutschland liegt im oberen Mittelfeld auf Platz 10 von insgesamt 29 untersuchten EU-Ländern.

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