Nachricht an die Redaktion

    Ihre Nachricht an uns


    Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

    Vorsorgemappe

    Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

    DIA Update

    Abonnieren Sie den kostenlosen
    Newsletter des DIA.

    Demographie

    In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

    Demographie | 5.4.2022 Drucken

    Unerfüllter Kinderwunsch öfter bei Geringverdienern

    Die Höhe des Einkommens spielt eine große Rolle beim eigenen Kinderwunsch, wenn künstliche Befruchtung zum Tragen kommt. Unverheiratete Paare haben es besonders schwer.

    Mehr als jedes siebente Paar über 25 Jahren hat Probleme, den Kinderwunsch auf natürliche Weise zu erfüllen. Ob reproduktionsmedizinische Maßnahmen wie eine Hormonbehandlung oder eine In-vitro-Befruchtung genutzt werden, ist dabei vorwiegend eine Frage des Geldes und des Partnerschaftsstatus.

    Unerfüllter Kinderwunsch öfter bei Geringverdienern

    Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Rostock und des Leipziger Amtes für Statistik. Die Forscher befragten rund 1.500 Personen, die insgesamt 250-mal den Weg der künstlichen Befruchtung wählten. In Deutschland sind die Gesetze für reproduktionsmedizinische Maßnahmen strenger als in anderen Ländern. So ist zwar eine Samenspende erlaubt, nicht jedoch eine Eizellspende oder Leihmutterschaft. Ebenso ist die Selektion von Embryonen mit gutem Entwicklungsstatus untersagt. Die am häufigsten angewendete Methode ist die In-vitro-Fertilisation, bei der Ärzte die entnommenen Eizellen der Frau im Reagenzglas mit den Spermien des Mannes befruchten. Im Anschluss wird der Frau die befruchtete Eizelle wieder eingesetzt. Solch eine Behandlung kostet hierzulande rund 4.000 Euro.

    Privat Versicherte bekommen die Kosten dabei meist vollständig von ihrer Krankenkasse erstattet. Gesetzlich Versicherte erhalten hingegen nur eine Zuzahlung für die ersten drei Behandlungen. Häufig ist zudem eine Ehe Voraussetzung für die Beteiligung der Krankenkasse. Unverheiratete Paare müssen die Kosten somit in der Regel selbst tragen.

    Unverheiratete zahlen mehr für eine künstliche Befruchtung

    Dieses Bezahlsystem führt dazu, dass Geringverdiener ihren Kinderwunsch öfter nicht erfüllen können im Vergleich zu wohlhabenden Paaren. Zum einen sind sie seltener privat krankenversichert. Zum anderen können sie sich die Kosten einer künstlichen Befruchtung häufiger nicht leisten, vor allem wenn mehrere Versuche erforderlich sind. Knapp drei Viertel der Studienteilnehmer, die sich für reproduktionsmedizinische Maßnahmen entschieden, verfügten über ein überdurchschnittlich hohes Einkommen. Genauso viele waren darüber hinaus verheiratet und kinderlos. Trotz unerfüllten Kinderwunsch entschieden sich am meisten unverheiratete Paare mit unterdurchschnittlich niedrigem Einkommen gegen eine künstliche Befruchtung.

    Überraschenderweise spielt der Bildungsstatus keine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine künstliche Befruchtung, obwohl er laut mehrerer Studien eng mit dem Haushaltseinkommen verknüpft ist. Auch ein Migrationshintergrund ist nicht ausschlaggebend. In den Bundesländern gelten zudem unterschiedliche Zuzahlungssysteme der Krankenkassen. Doch auch das beeinflusst Paare mit unerfülltem Kinderwunsch nicht in ihrem Beschluss für oder gegen eine künstliche Befruchtung.

    Nachricht an die Redaktion

    Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

    Nachricht an die Redaktion

    Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

      Ihre Nachricht an uns


      Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

      Artikel teilen

        Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
        Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

        Ausgewählte Artikel zum Thema

        Klassische Rollenverteilung – Wissenschaft gespalten

        Der Mann als Familienernährer, die Frau versorgt Haushalt und Kinder. Diese uralte Rollenverteilung wird immer noch sehr häufig praktiziert und von vielen Seiten kritisiert. Was sagt die Wissenschaft dazu? Eine kürzlich erschienene Studie vom Marburger Soziologen Martin Schröder untersuchte die Zufriedenheit von Frauen und Männern in verschiedenen Rollenverteilungen. Das länderübergreifende Ergebnis: Eine gleichberechtigte Rollenverteilung steigert […]

        Artikel lesen

        Pandemie: Väter traten beruflich kürzer als Mütter

        Väter schraubten die Arbeitszeit während der Pandemie stärker zurück als Mütter. Führte Corona zu einer Verschiebung des klassischen Rollenbildes?

        Artikel lesen

        Eltern beeinflussen den Bildungsabschluss

        Nach dem Abitur studieren oder eine Ausbildung machen? Junge Menschen mit hochgebildeten Eltern entscheiden sich häufiger für ein Studium, welche mit nicht akademischen Eltern für eine Ausbildung. Das gilt auch bei gleichen schulischen Leistungen. Bildungsentscheidungen junger Menschen hängen immer noch sehr stark von den schulischen und beruflichen Abschlüssen der Eltern ab. Allerdings hat sich die […]

        Artikel lesen