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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 14.3.2017 Drucken

Technik spaltet die ältere Generation

Im Netz surfende Senioren tauchen häufig dann auf, wenn von den „hippen Alten“ die Rede ist. Doch zur Verallgemeinerung taugt dieses Bild wenig. Das Thema Technik spaltet die ältere Generation. Das zeigt die Generali Altersstudie 2017.

Beim Umgang mit den technischen Entwicklungen zeigen sich nämlich große Unterschiede in der Gruppe der älteren Menschen. Tatsächlich ist jeder Zweite der 65- bis 85-Jährigen im Internet unterwegs. Aber dieser Durchschnittswert wird vor allem von den jüngeren Alten beeinflusst.

So nutzen Ältere das InternetVon den 65- bis 74-Jährigen bewegen sich zwei Drittel im Internet. Unter den 75- bis 85-Jährigen hingegen ist es nur ein Drittel. Noch stärker fallen die Unterschiede aus, wenn man sich die verschiedenen Einkommensgruppen anschaut. Während gerade einmal 23 Prozent der 65- bis 85-Jährigen aus den unteren sozialen Schichten online sind, nutzen 81 Prozent der Gleichaltrigen aus der sozialen Oberschicht das Online-Medium. Pauschale Aussagen über das Technik-Verhalten der Älteren führen also in die Irre.

Knapp die Hälfte fühlt sich überfordert

So kommt die Generali Altersstudie zum Schluss, dass das Thema Technik die Generation spaltet. 34 Prozent der Altersgruppe gaben an, Interesse an neuer Technik zu haben und gern etwas Neues auzuprobieren. Bei Personen aus der Oberschicht waren es mit 52 Prozent sogar mehr als die Hälfte. Dagegen fühlten sich 39 Prozent aller Befragten von neuer Technik genervt und überfordert. Bei Befragten mit einem niedrigeren sozioökonomischen Status betrug dieser Anteil sogar 51 Prozent. Wer mit digitalen Lösungen Lebensqualität im Alter verbessern will, sollte diese Unterschiede im Kopf haben. Sie erreichen im Augenblick allenfalls die Hälfte der Angesprochenen.

Große Unterschiede beim Einkommen

Durchschnitte taugen übrigens auch nicht allzuviel, wenn die finanzielle und gesundheitliche Situation der Älteren beschrieben werden soll. So verfügen laut Generali Altersstudie die 65- bis 85-Jährigen im Mittel über ein Haushaltsnettoeinkommen von 2.410 Euro. Im Vergleich mit der Studie von 2013 sind das gut 200 Euro beziehungsweise zehn Prozent mehr. Ein erheblicher Teil dieses Einkommens geht natürlich für die fixen Haushaltskosten wie Miete drauf. Das frei verfügbare Budget der 65- bis 85-Jährigen ist in den zurückliegenden vier Jahren aber immerhin um 20 Prozent von 522 Euro auf 628 Euro monatlich gestiegen. Allerdings machen die Studienautoren auf erhebliche Unterschiede aufmerksam: Das frei verfügbare Einkommen differiert zwischen 351 Euro bei den Personen mit einem niedrigen Einkommen und durchschnittlich 1.027 Euro in der Gruppe mit höherem Einkommen.

Ein Fünftel mit Pflegefällen konfrontiert

Die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten zeigen sich nicht nur im Einkommen und beim Umgang mit Technik, sondern auch in der persönlichen Gesundheitsbilanz. 40 Prozent der 65- bis 85-Jährigen bewerten ihren Gesundheitszustand als uneingeschränkt positiv. Doch während 52 Prozent der 65- bis 85-Jährigen aus den höheren sozialen Schichten eine positive Bilanz ihres Gesundheitszustandes ziehen, ist dies nur bei 28 Prozent der Gleichaltrigen aus den unteren sozialen Schichten der Fall. Gleichzeitig kennen elf Prozent der 65- bis 85-Jährigen die Situation, auf Hilfe und Pflege durch andere angewiesen zu sein, bereits aus eigener Erfahrung. Diese Erfahrungen nehmen jenseits der 80 Jahre auf 21 Prozent zu. Insgesamt 20 Prozent der 65- bis 85-Jährigen sind mit der Situation konfrontiert, dass ihr Partner Pflege benötigt.


Die Generali Altersstudie wurde im Auftrag der Generali Deutschland AG vom Institut für Demoskopie Allensbach angefertigt. Dafür wurden 4.133 Personen persönlich-mündlich (face-to-face) befragt. Die Ergebnisse sind als Buch unter dem Titel „Generali Altersstudie 2017 – Wie ältere Menschen in Deutschland denken und leben“ (Springer Verlag GmbH) erhältlich.


 

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