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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 21.8.2018 Drucken

Bildung schafft eine perfekte Welt

Wenn alle Menschen auf der Welt gebildet wären, gäbe es kaum noch Probleme. Wunschdenken? Nein, denn durch einen höheren Bildungsstand lassen sich viele Herausforderungen bestreiten.

Kriege, Armut, Wasserkrisen – die Probleme unserer Zeit schienen wohl nie so unüberwindbar wie heutzutage. Längst betreffen sie nicht nur die vermeintlichen Entwicklungsländer. Auch Industrienationen kämpfen mit Arbeitslosigkeit, Wohlstandsungleichheit, Fake News oder einer Überalterung der Gesellschaft. Spätestens beim Thema Klimawandel sind alle mit im Boot. Auch der Mangel an Bildung rangiert meist in der Hitliste der zehn schlimmsten Probleme der Welt. Doch sollten die Möglichkeiten einer besser gebildeten Menschheit nicht unterschätzt werden. Wird nämlich an dieser Stellschraube gedreht, lösen sich fast alle Probleme von selbst.

Bildung schafft eine perfekte WeltDarauf macht eine aktuelle Analyse des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung aufmerksam. Unter der Überschrift „Mehr Humankapital wagen“ beschreiben die Autoren die positiven Effekte durch bessere Bildungschancen. So führt eine längere Schullaufbahn beispielsweise zu geringerer Armut, besserer Gesundheit und Wirtschaftswachstum. Auch ist es kein Zufall, dass die extrem gewaltsamen Kriege unserer Zeit in jenen Weltregionen liegen, in denen der Bildungsstand besonders niedrig ist. Das ist gleich in doppelter Hinsicht ein Problem. Selbst wenn die Konflikte verschwinden, ist es unter diesen Voraussetzungen schwierig, funktionierende gesellschaftliche Strukturen wiederaufzubauen.

Nicht jeder Gebildete wird zum Super-Genie

In den Industrienationen wächst indes der Wohlstand. Doch führt das wiederum zu Überflussgesellschaften mit einem höheren Energie- und Rohstoffkonsum. Es sind daher Strategien notwendig, die einerseits Armut bekämpfen und andererseits die natürlichen Lebensgrundlagen sichern. Wir brauchen nachhaltige, klimaneutrale Gesellschaften, die kaum Abfälle produzieren. Doch wer kann solche Strategien entwickeln? Die Antwort lautet: gut ausgebildete Menschen. Wer nie eine Schule besucht hat, weder lesen noch schreiben kann, dem fällt wahrscheinlich auch keine innovative Technik zu Beseitigung des Klimawandels ein. Klar ist aber auch, nur weil jemand Zugang zu Bildung hat, ist er noch lange kein Super-Genie. Nicht alle jungen Menschen können eine akademische Karriere einschlagen. Aber je mehr diese Möglichkeit überhaupt in Betracht ziehen können, desto mehr Spitzenforscher lassen sich aus der Masse herausfiltern.

Vorteile auch für den Einzelnen

Eine gebildete Menschheit trägt außerdem nicht nur zum Wohle des Planeten bei, sondern bietet auch viele Vorteile für den Einzelnen. So haben Personen mit einem höheren Schulabschluss statistisch gesehen einen bewussteren Lebenswandel. Sie ernähren sich gesünder, treiben mehr Sport, konsumieren weniger Drogen und sind offener für gesundheitliche Prävention. Sie werden seltener krank und im Alter sinkt das Demenz-Risiko. Außerdem können sie mit einer höheren Lebenserwartung rechnen. Darüber hinaus sind Gebildete weniger anfällig für Fake News. Nie zuvor mussten Menschen eine so ungeheure Informationsfülle bewältigen. Diese zu filtern, zu bewerten und sich darin zurechtzufinden, ist nur mit einer gewissen Wissensbasis möglich, so die Studienautoren.

Die zunehmende Digitalisierung wird den Arbeitsmarkt der Zukunft verändern. Rund ein Drittel der männlichen und ein Viertel der weiblichen Arbeitsplätze werden laut der Studie bis 2035 „wegautomatisiert“. Die Betroffenen brauchen dann einen neuen Job, der tendenziell eine höhere Qualifikation erfordert. Dafür ist wiederum Bildung nötig.

Der erste Schritt ist schon getan

Doch es ist noch ein langer Weg, bis alle Menschen auf der Welt gebildet sind. Vor 100 Jahren hatten noch zwei Drittel der Erdbewohner keinen Zugang zu Bildung. 2015 waren es nur noch 14 Prozent. Ein gutes Zeichen, hatten doch nie so viele Menschen Zugang zu Bildung wie heutzutage. Abgeschlagen bleiben allerdings weiterhin die Länder südlich der Sahara und in Westasien. Hier leben immer noch viele, die weder lesen noch schreiben können. Hinzu kommt, dass die Anzahl der bildungsarmen und meist ärmeren Menschen auf der Welt wächst, währenddessen die bildungsreiche Bevölkerung schrumpft. Was es den Entwicklungsländern schwer macht, sind vor allem die enormen Kosten wie der Bau von Schulen, die öffentliche Verwaltung oder die Bezahlung von Lehrern. Bildung kostet Geld. Aber die Investitionen rentieren sich, denn besser Gebildete verdienen mehr, zahlen mehr Steuern und bringen das Land voran.

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