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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 30.11.2017 Drucken

Ältere im geistigen Jungbrunnen

Je älter die Menschen sind, desto größer ist der Unterschied zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Alter. Das ist ein Ergebnis der Altersbilder-Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

60 sind die neuen 50 – auf diese scheinbar unlogische Gleichung lässt sich die Wahrnehmung der älteren Generation komprimieren.

Gefühlt zehn Jahre jüngerNimmt man einmal die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen aus, so fühlen sich die Deutschen ein ganzes Stück jünger, als sie es in Wirklichkeit sind. Im Durchschnitt aller Jahrgänge macht die gefühlte Differenz 5,3 Jahre aus. Ausschlaggebend für dieses Ergebnis sind aber vor allem Menschen ab 40 Jahre. Während die Twenties sich gar ein halbes Jahr älter fühlen, wird der Unterschied bei den rentennahen Jahrgängen und Älteren richtig auffällig. In der Altersgruppe 60 Jahre und älter beträgt der gefühlte Unterschied immerhin 9,9 Jahre. Das macht in der eigenen Anschauung aus einem 60-Jährigen einen 50er. Die Älteren im Lande durchleben einen geistigen Jungbrunnen.

Jüngere fühlen sich häufiger einsam

Aber auch die Bilder, die sich die einzelnen Generationen voneinander machen, sind zum Teil erstaunlich. So wird Alter landläufig oft mit Einsamkeit gleichgesetzt. Es kursieren die Vorstellungen von Alleinlebenden, die ihren Partner verloren haben oder das Alter als ewiger Single verbringen. In jungen Jahren hingegen erwartet man viel Geselligkeit und einen großen Freundeskreis. Die Wirklichkeit indes ist eine andere. Jeder elfte Deutsche (9 Prozent) fühlt sich einsam. Dabei fühlen sich unter den unter 50-Jährigen (12 Prozent) doppelt so viele Befragte einsam als unter den über 50-Jährigen (6 Prozent).

Im Widerspruch zur üblichen Erwartung

Das widerspricht dem üblichen Empfinden. Auch die Ergebnisse der Befragung spiegeln ein anderes Erwartungsbild wider. So meinten 40 Prozent aller Befragten, dass sich unter 50-Jährige einsam fühlten, darunter 44 Prozent der unter 50-Jährigen. Sogar zwei Drittel aller Befragten (65 Prozent) meinen, dass sich die über 50-Jährigen einsam fühlen, darunter 63 Prozent der über 50-Jährigen. Die erwartete Einsamkeit ist zum einen deutlich größer, als von den Befragten selbst erlebt. Zum anderen wird Einsamkeit viel stärker bei den Älteren vermutet, was diese in der Selbsteinschätzung aber ganz anders beurteilen.

Unsere Altersbilder stimmen nicht

Offensichtlich stimmen unsere Altersbilder nicht mit der Wirklichkeit überein. Gerade die Bewertung der höheren Jahrgänge, das deutete sich bereits in einer Untersuchung in diesem Sommer an, werden von den Jüngeren anders beurteilt, als sie es selbst empfinden. So schätzen Senioren ihre Lebensqualität selbst deutlich besser ein als Jugendliche und Erwachsene im mittleren Alter. Das zeigte die INSA-Studie „50plus“, die vom DIA mit getragen wurde. Danach meint gerade einmal jeder Zweite, dass es den Menschen im Rentenalter gut geht.

So wird die Lebensqualität der Senioren eingeschätztJe jünger die Befragten, desto seltener wird die Lebensqualität im Alter als gut eingeschätzt. Unter den 18- bis 29-Jährigen sind nur 44 Prozent der Meinung, dass es den Senioren gut gehe. Diese wiederum sehen ihre eigene Situation häufig ganz anders. Von den 70- bis 79-Jährigen bezeichneten immerhin 61 Prozent ihre Lebensqualität als gut. Erst mit zunehmendem Alter wird diese Einschätzung etwas weniger positiv, wahrscheinlich weil Krankheiten und Pflegebedürftigkeit öfter auftreten. Am häufigsten wird die Lebensqualität der mittleren Altersgruppen als gut bewertet. Vier von fünf Befragten (79 Prozent) schätzten die Lebensqualität der Erwachsenen mittleren Alters als gut ein. Keine andere Altersgruppe wird so positiv gesehen.

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