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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 31.1.2019 Drucken

Wieder mehr Riester-Neuabschlüsse

Die Riester-Rente zählt aufgrund der Anzahl der abgeschlossenen Verträge zur erfolgreichsten privaten Altersvorsorge der Welt.

Zu diesem Schluss kommt zumindest eine OECD-Analyse. Die Studien-Autoren loben bei Riester vor allem die große Verbreitung. Allerdings liegen viele dieser Produkte auf Eis. Längerfristig ist das Geschäft sogar rückläufig. Doch es gibt Hoffnung.

Riester-Neuverträge steigenDie Neuzugänge steigen nämlich leicht an. 2018 gab es gut fünf Prozent mehr abgeschlossene Riester-Renten als 2017. In absoluten Zahlen sind das 298.000 neue Verträge, 14.000 mehr als im Vorjahr. 2016 lag der Absatz allerdings noch bei knapp 350.000 Neuzugängen. Es ist also nur ein kleiner Aufschwung nach einem mageren Vorjahr. So die aktuellen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die am Dienstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurden.

Die GDV-Zahlen zeigen darüber hinaus, dass es immer mehr veränderte Produkte am Neugeschäft gibt. So setzen 58 Prozent der neuen Angebote auf modifizierte Garantien wie fondsgebundene Konzepte. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Umstellung nehmen die Kunden gut an, so GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler. „Das zeigt, was die Deutschen von Altersvorsorgeprodukten erwarten: Renditechancen, ohne dabei komplett auf Sicherheiten zu verzichten.“

Riester weiterhin in der Krise

Trotz des steigenden Neugeschäfts aber sank 2018 die Anzahl der Riester-Versicherungsverträge um rund 100.000 auf insgesamt 10,6 Millionen Verträge. Doch warum ist Riestern so unbeliebt bei den Deutschen? Die Gründe liegen in einem viel zu komplizierten und bürokratischen Produkt. „Die Riester-Rente krankt nicht nur an zu großer Komplexität, sondern hat mittlerweile auch ein Image-Problem“, schlussfolgert Weiler. Riester abzuschaffen, hält der GDV aber für den falschen Ansatz. Das Produkt müsse lediglich nachgebessert werden. Dazu hat Weiler drei Ansätze.

Drei Schritte zur besseren Riester-Rente

Erstens möchte er die Förderung verschlanken, denn diese ist viel zu kompliziert. Allein 2016 kam es zu 900.000 Rückforderungen bei den Kunden, da sich entweder die Förderfähigkeit oder der Eigenbeitrag veränderte. Der GDV-Vorschlag: In die Förderung sollen alle Steuerpflichtigen einbezogen werden. So entfällt die lästige Frage: Wer darf überhaupt eine Riester-Rente abschließen? Darüber hinaus soll die Zulagenstelle zunächst prüfen und dann auszahlen. Derzeit geschieht das noch in umgedrehter Reihenfolge, was die zahlreichen Rückforderungen erklärt. Auch ein einfacheres Zulagensystem wäre denkbar.

An zweiter Stelle empfiehlt der Gesamtverband, die Grundzulage auf 200 Euro und die Förderhöchstgrenze auf 3.200 Euro anzuheben. Somit passe sich die Förderung wieder an die aktuelle Einkommensentwicklung an. Die Förderung sei nämlich seit 2001 nicht mehr richtig nachgebessert worden. Als dritten Punkt schlägt der GDV-Präsident ein volldigitales Standardprodukt vor. Es könnte aufgrund der geringeren Vertriebskosten deutlich günstiger angeboten werden. Dazu müsse aber vor allem das Förderverfahren deutlich einfacher sein. Außerdem dürfe der Wohn-Riester wegen des hohen Aufwands für die Anbieter nicht mehr verpflichtend sein.

Politik lässt auf sich warten

Ein neues einfacheres Standardprodukt hat auch die Bundesregierung versprochen. Nach der schwarz-roten Koalitionsvereinbarung müsste in diesem Jahr die Stärkung der privaten Altersvorsorge auf der politischen Tagesordnung stehen. Passiert ist bisher wenig.

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