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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 16.3.2017 Drucken

Plädoyer für eine Rentenplattform

Die Versicherungswirtschaft unterstützt in großer Mehrheit ein produkt- und spartenübergreifendes Rentenkonto, sieht aber zugleich nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten bei der Einrichtung eines solchen Kontos. Das zeigt eine Umfrage der MLP AG.

Danach befürworten 94 Prozent der befragten Versicherer eine solche Rentenplattform. Das war bei weitem nicht schon immer so. Als der unabhängige Verein Deutsche Renten-Information (DRI) vor Jahren anfing, für seine Idee Mitstreiter zu suchen, gab es aus dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) noch massiven Widerstand gegen dieses Projekt.

Arbeiten-RenteInzwischen hat sich die Einstellung dazu grundlegend gewandelt. Alle Befragten waren sich einig: Die Bürger können sich aufgrund der vielen, nicht aufeinander abgestimmten Einzelinformationen verschiedener Vorsorgeträger ohne professionelle Hilfe kaum ein eigenes Bild darüber machen, wo sie mit ihrer Altersvorsorge stehen. Daher besitzen die allermeisten auch keine Vorstellung über die insgesamt zur Verfügung stehende finanzielle Absicherung im Alter.

Eine säulenübergreifende Plattform, die gesetzliche Rente, betriebliche Altersversorgung und private Verträge umfasst, würde auch die Bereitschaft zu mehr eigener Verantwortung fördern. Umfragen ergeben immer wieder, dass die bislang erreichte Vorsorge falsch, in der Regel zu hoch eingeschätzt wird. In der Umfrage von MLP, ein Kompetenzpartner der Deutschen Renten-Information, zeigten sich mit einer Ausnahme alle Unternehmen grundsätzlich dazu bereit, aktiv an einer solchen Plattform mitzuarbeiten. Die Studie förderte aber auch einige Bedenken zutage.

Inklusive reiner Geldanlagen

Vor allem die stark ausdifferenzierte Produktlandschaft stellt nach Meinung der Versicherer eine Herausforderung dar, soll mit der Renteninformation eine aussagekräftige Vergleichbarkeit verschiedener Vorsorgelösungen geschaffen werden. Fast 90 Prozent der Versicherer sehen es außerdem als wichtig an, dass auch reine Geldanlagen, wie zum Beispiel Fondssparpläne, mit erfasst werden. Daher wird auf der Plattform nach lebenslangen Zahlungen, zeitlich begrenzten Entnahmeplänen und Einmalbeträgen unterschieden werden müssen.

Versicherer befürchten zusätzlichen Aufwand

Für 22 Prozent wären zudem die Beschaffung und Bereitstellung der Vertragswerte, so die Umfrage, nur mit erhöhtem Umfang zu leisten. Diese Einschätzung überrascht dann schon. Immerhin weisen die Versicherer bereits heute gegenüber ihren Kunden die jeweils erreichten künftigen Rentenbeträge aus. Die Daten sind also durchaus in den Unternehmen vorhanden. Es hatte sich allerdings bei früheren Diskussionen gezeigt, dass wahrscheinlich die kleineren betrieblichen Pensionskassen durch die Datenbereitstellung herausgefordert würden. Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb der Gesetzgeber die Einrichtung einer solchen Plattform bislang nicht weiter vorangetrieben hat. Obwohl sich auch die Parteien weitgehend einig sind, dass ein übergreifendes Rentenkonto der Alterssicherung nutzen würde.

Datenschutz bleibt ein heikles Thema

Thematisiert wurde in der Umfrage auch der Datenschutz bei einer solchen Informationsplattform. Auch darin sahen die befragten Versicherer einen zusätzlichen Aufwand. Allerdings gibt es mittlerweile durchaus Vorstellungen, wie ein datensicheres technisches Verfahren gestaltet sein könnte. Dabei würden die Daten an keiner zentralen Stelle vorgehalten, sondern nur bei der Anfrage des berechtigten Nutzers abgerufen.

Die Renteninformationsplattform könnte ein Projekt der nächsten Legislaturperiode werden. Diskussionen dürfte dabei allerdings die Frage auslösen, wer als Träger einer solchen Plattform in Frage kommt. Nach bisheriger Kenntnis tun sich die Parteien damit schwer, ein solches Instrument einem gewerblichen Unternehmen anzuvertrauen. Vorstellbar wäre eine Lösung wie bei der Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA). Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige GmbH, die im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen die Zertifizierung der Verträge übernimmt. Mit dieser Entscheidung war allerdings das Researchunternehmen Morgen & Morgen, das in den Jahren davor viel Aufwand in die Ermittlung von Rendite-Risiko-Klassifizierungen gesteckt hatte, aus dem Rennen. Es wäre schade, wenn der Deutschen Renten-Information ein ähnliches Schicksal widerfahren würde. Der Verein hat sich seit vielen Jahren dem Aufbau einer Renteninformationsplattform verschrieben und ist bislang am weitesten bei der konzeptionellen Entwicklung vorangekommen.

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