Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA .

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 29.12.2017 Drucken

Value-Investing: Der Gewinn liegt im Einkauf

Wenn es einen wirklich durchgehenden, langfristigen Trend oder fast eine feste Regel am Aktienmarkt gibt, dann den von der Überlegenheit des Value-Investing.

Ziel ist es dabei, gute Unternehmen günstig einzukaufen und an der langfristig überdurchschnittlichen Wertentwicklung teilzuhaben. Aber wo früher viel Bauchgefühl gefragt war, hilft heute Technologie.

Made in GermanyDer eigentliche Sinn des Aktienmarktes ist es ja, Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen, damit sie langfristig gedeihen können. Sind die Unternehmen solide aufgestellt, stimmt die Richtung und verfügt es über ein fähiges Management, steht einer dauerhaft guten Entwicklung nichts im Weg. Daran teilzuhaben, diese Unternehmen zu suchen und zu finden, das ist das Wesen des Value-Investing.

Werte zu identifizieren, die am Markt, aus welchen Gründen auch immer, nicht oder noch nicht so gesehen werden. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Kaufe ein Schnäppchen und warte ab. Schließlich ist der Markt kurzfristig eher ein Stimmungsbarometer, das rasch und manchmal heftig auf Meinungen und Einschätzungen reagiert. So kann das Wort eines US-Präsidenten schon mal die Börse zum Wackeln (Nordkoreadrohungen) oder Jubeln (Steuerreformankündigung) bringen. Die Kurse der einzelnen Aktien werden dann mehr von der allgemeinen Stimmung geprägt. Selbst gute Unternehmen werden kollektiv mit abgestraft, wenn der gesamte US-Markt oder eine bestimmte Branche in den Keller geschickt wird. Umgekehrt können selbst mittelprächtige Firmen im Wert steigen, wenn der gesamte Markt oder das komplette Segment gefragt sind.

Erfolgreich gegen den Strom schwimmen

Diese Preisverwerfungen sind aber nicht von Dauer. Auf lange Sicht nähern sich Preis und wirklicher Wert an. Ein Investor kann durch Aussitzen der Stimmungsschwankungen der anderen Investoren von Wertzuwächsen profitieren. Echten Erfolg hat nur derjenige, der das Gegenteil der Mehrheit macht. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb aktive Value-Strategien passiven Strategien überlegen sind.

Ziel ist es, bei niedrigen Bewertungsniveaus einzusteigen und dann teurer zu verkaufen. Value-Investing bedeutet also die Suche nach Aktien, die nach festgelegten Kriterien als günstig angesehen werden. Es geht ja nicht um billige Aktien, sondern um preiswerte. Erster und wichtigster Schritt ist dabei die Bilanzanalyse. Aus den Daten der Vergangenheit ergibt sich ein fairer Wert für das Investment. Dieser wird dann mit dem Marktwert verglichen. Liegt der Marktpreis darunter, ist das Unternehmen also nach den Zahlen mehr wert, lohnt sich ein Kauf, denn irgendwann wird der Markt das Potential erkennen. Der Schlüssel liegt in der Relation zwischen Preis und Wert.

Risiken werden kontrolliert reduziert

Value-Investing verringert aber auch das Risiko. Wenn Wertpapiere zu einem Preis unter dem wahren Wert gekauft werden, so ist der Spielraum für menschliche Fehler, Krisen oder extreme Markt-Volatilität größer. Damit erhöht sich nicht nur die Chance auf eine langfristige und erfolgreiche Rendite, sondern Risiken werden kontrolliert reduziert.

Aber wie lassen sich die Schnäppchen finden? Technologie hilft, rationale und bessere Entscheidungen zu treffen. Das gilt auch bei der Geldanlage. Das Durchstöbern riesiger Datenmengen war früher entweder Fleißarbeit mit hohem Personaleinsatz oder es kam auf das Bauchgefühl an, von dem manchen Investoren wie etwa Warren Buffet ja viel nachgesagt wird, das aber in dieser Form nur die wenigsten haben. Deshalb übernehmen Rechner die Analyse von Fundamentaldaten und Unternehmensinformationen und filtern nach vorgegebenen Kriterien die besten, preiswertesten Unternehmen heraus. Ist auch deren Zukunftsaussicht gut, kann ein Value-Investor zuschlagen.

Das Schöne daran: Viele Studien belegen, dass Value-Investing eine der erfolgreichsten Strategien für Überrenditen ist. Zum anderen wird das Kapital sehr effizient eingesetzt: Da Value-Investing immer langfristig angelegt ist, sind niedrigere Investitionskosten erforderlich als bei anderen Strategien. Zudem wird nicht so häufig ge- und verkauft, da ein Investment Zeit zur Entwicklung bekommt. Value-Investoren sind zudem antizyklisch: die attraktivsten Investmentmöglichkeiten lassen sich oft in wirtschaftlich schweren Zeiten finden, wenn selbst gute Unternehmen in den allgemeinen Abwärtssog gerissen werden und dann entsprechend preiswert zu haben sind.


Uwe Zimmer z-invest

 

Gastautor Uwe Zimmer ist Geschäftsführer der Fundamental Capital GmbH in Willich und schreibt für das Deutsche Institut für Altersvorsorge regelmäßig über Kapitalmarktthemen.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema
Gold Bitcoin

Bitcoin versus Gold

Das Thema digitale Währungen greift mit zunehmender Dynamik um sich. Heiß diskutiert wird vor allem die mit Abstand größte und älteste Kryptowährung: der Bitcoin. Der Hype um Bitcoin geht ununterbrochen weiter. Im November hat die Kryptowährung ohne konkrete Gründe in kurzer Zeit die 10.000 US-Dollar-Marke geknackt. Die Notierung hat sich damit allein in diesem Jahr […]

Artikel lesen
Währungen

Fremde Währungen als Chance und Risiko

Wer in ausländische Aktien oder Anleihen investiert, sollte auch immer die Perspektive der jeweiligen Währung im Blick behalten. Manchmal ist die Entwicklung der Währung sogar wichtiger als das Wertpapier. Der Euro ist stark. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Da sah es nach dem Brexit-Entscheid der Briten, der Wahl des „America first“-Präsidenten Trump, dem […]

Artikel lesen

Wie sinnvoll sind Robo Berater?

Ein Thema, mit dem sich klassische Vermögensverwalter zunehmend auseinandersetzen müssen, betrifft die sogenannten Robo Advisor, auf Deutsch: Robo Berater. Unter diesem Begriff verbergen sich automatisierte Online-Plattformen, die ihrer Zielgruppe versprechen, günstig und transparent Vermögen ohne menschlichen Eingriff anzulegen und zu verwalten. Also eine Digitalisierung ohne Emotionen. In den USA ist bereits 2008 der erste Robo […]

Artikel lesen