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Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 2.4.2018 Drucken

Sammeln mit Rendite: Investment aus Leidenschaft

Außerhalb der einschlägigen Finanzprodukte gibt es außergewöhnliche Wertanlagen. Die einen sammeln edle Tropfen, andere noble Karossen. Auch Briefmarken, Kunstwerke und vieles andere wird zusammengetragen. Vornehmlich von Menschen, die auch ansonsten schon viel besitzen.

Doch wer sammelt eigentlich all diese Schätze? Immerhin rund sechs Prozent ihres liquiden Vermögens stecken Superreiche weltweit in ihre diversen Sammlungen. Diese Personengruppe wird in der Welt des Vermögensmanagements durchaus unterschiedlich definiert. Für die Autoren des „Global Investment Returns Yearbook 2018“ fängt derartiger Reichtum bei 30 Millionen US-Dollar an – an frei verfügbarer Liquidität.

OldtimerIn ihrem jüngsten Report, editiert von der Credit Suisse, beschäftigen sich die Autoren zum ersten Mal ausführlicher mit privaten Sammlern und ihren oft auf exklusiven Auktionen erworbenen Pretiosen. Dieses auch als „investments of passion“ oder „treasure assets“ bezeichnete Sammeln von besonderen Unikaten oder vermeintlich wertvollen Exponaten kennt dabei unterschiedliche Zyklen. Dies betrifft sowohl das Sammeln selbst wie auch damit verbundene Renditechancen. Diese werden beispielsweise durch Kriege und Krisen, globale Wachstumsschübe und auch durch den Zeitgeist oder die Mode beeinflusst. Allerdings wird nicht jedes Sammlerobjekt automatisch ausschließlich als Anlagestück gesehen. Vielmehr spielt der Renditeaspekt für die meisten Käufer zum Zeitpunkt des Erwerbs eine untergeordnete Rolle. Eher stehen Leidenschaft und damit emotionale Beweggründe des Besitzes im Mittelpunkt.

Ultralange Zeiträume für eine ultrareiche Klientel

Der Wert kommt oft erst mit der Zeit. Deshalb haben sich die Autoren einen besonders langen Zeitraum angeschaut. Sie ermittelten in ihrem Report, wie sich ausgewählte Sammlerobjekte seit 1900 entwickelt haben. Dafür griffen die Analysten auf gängige Kataloge, Indices oder anderweitige Preiskalkulationen zurück, die als Standardreferenzen in der internationalen Sammlerszene dienen. Für die bessere Vergleichbarkeit wurden sämtliche Werte in US-Dollar dargestellt und inflationsbereinigt ausgewiesen. Ebenso wurde darauf verzichtet, etwaige Kosten der Aufbewahrung, Pflege oder Restauration zu berücksichtigen. Dies gilt auch für anfallende Versicherungs-, Deponierungs- oder Sicherheitskosten. Zugleich beleuchtet die Studie, welchen Stellenwert derartige Anlageobjekte („non-financial assets“) für die Diversifikation von Vermögensportfolios einnehmen können.

Am Ende fahren Oldtimer allen und allem davon

Während Sammlerobjekte wie antiquarische Bücher, Briefmarken, Violinen oder Kunstwerke bereits eine längere Anlagehistorie verzeichnen, stehen Oldtimer, edle Weine oder Juwelen erst seit einigen Jahrzehnten auf der Agenda von vermögenden Sammlern.

Rendite von SammlerstückenInsofern wurden die untersuchten Objekte entsprechend indiziert. Mit deutlichem (Rendite-)Vorsprung fuhren dabei besonders wertvolle Automobile durchs Ziel. Sie verzeichneten einen jährlichen Wertzuwachs von durchschnittlich 4,8 Prozent per anno. Das reichte für den ersten Platz in diesem Vergleich, selbst wenn dieses Ergebnis gegenüber einem von der Studie angeführten globalen Aktienportfolio (5,2 Prozent p. a.) zurückbleibt. Am unteren Ende der betrachteten Objektauswahl stehen Buchraritäten, gefolgt von Kunst und Violinen. Als Exponate von bleibendem (oder eher noch steigendem) Wert bieten jedoch solche Sammlerstücke zudem einen eingebauten Inflationsschutz. Dieser konnte der Sammlerklientel auch in hyperinflationären Zeiten von der Weltwirtschaftskrise bis zu den Weltkriegen, vom Ölpreisschock bis hin zur New-Economy-Blase ein gewisses Maß an Sicherheit bieten.

Sammler brauchen neben Geduld auch Gespür

In diesem Inflationsschutz sehen die Analysten dann auch einen wesentlichen Vorteil für Sammler. Vorausgesetzt man bleibt auf begehrte Güter fixiert. Auf Dividenden und Zinsen müssen die Sammler dabei natürlich verzichten. Deshalb bezeichnen die Autoren Sammlerobjekte auch als im besten Sinne „konservative“ Anlageformen, die ihren Eigentümern wertbewahrende Dienste leisten. Von all den glücklichen Momenten für ihre zumeist ebenso stolzen wie oftmals verschwiegenen Genießer einmal abgesehen. Zudem könnte eine nach wie vor wachsende Zahl von ultrareichen Vermögenden und deren Nachfrage nach begehrten Exponaten mit dazu beitragen, dass auch zukünftig geeignete Sammlerobjekte nicht nur emotionale Werte verkörpern. Doch auch dafür muss sich Sammlerleidenschaft mit Geduld und Gespür koppeln, um langfristig das Beste aus seinen Sammlungen herauszuholen. Es kommt erwartungsgemäß auch auf geeignete Sammlerstücke an.

Rendite von Sammlerstücken seit 1990

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