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Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 1.7.2021 Drucken

Auf dem Weg zum Weltportfolio

Auch wenn die Märkte unlängst etwas nervös waren: Ein gutes Jahr nach Beginn der Corona-Krise stehen die meisten Aktienindizes so hoch wie nie.

Viele Sparer mit Geld auf dem Konto fragen sich, wie sie profitieren können. Sollen sie einfach einen Indexfonds (ETF) auf den MSCI World kaufen? Gibt es rentablere bzw. risikoärmere Lösungen für ein Weltportfolio mit Aktien?

Wer sich mit den Finanzmärkten beschäftigt, stößt bald auf die vermutlich einzige unumstößliche Wahrheit: „Diversification is the only free lunch in the markets.” In der Tat ist die Streuung über mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Edelmetalle der Königsweg, um das Risiko zu verringern und die Aussicht auf Rendite nur wenig zu schmälern. „Dieses wichtige Prinzip von Nobelpreisträger Markowitz gilt auch für Assetklassen wie Aktien“, erklärt Andre Koppers von der Vermögensverwaltung Oberbanscheidt & Cie. in Kleve (Nordrhein-Westfalen). „Wer im Aktienmarkt breit über die Regionen und Branchen streut, reduziert sein Risiko, ohne dass die Rendite darunter leiden muss.“

Drei Konzepte mit Vor- und Nachteilen

Der klassische Weg, um das Aktienportfolio wirklich breit zu streuen, ist ein Investment in den gesamten Weltaktienmarkt, meist über Fonds bzw. Indexfonds (ETF). Doch stellt sich die Frage, welche Methoden mit ETF sich am besten eignen, um solch ein Weltportfolio zu konstruieren. Im Stil des imaginären Sender Radio Eriwan ließe sich antworten: „Es kommt drauf an“. Schließlich haben alle drei hier aufgeführten Wege Vor- und Nachteile und sind mit einem unterschiedlichen Aufwand verbunden. „Jeder Anleger sollte sich daher zuerst ein paar Gedanken machen, um die für sich beste Wahl zu treffen“, sagt Mirko Kohlbrecher von der Vermögensverwaltung Spiekermann & CO AG in Osnabrück.

Klassisches Modell: Alles in einem Produkt

Nahezu überall in der Finanzpresse findet man die Empfehlung, einen Indexfonds auf den MSCI World zu kaufen. In der Tat investiert man so in rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern in Nordamerika, Europa und in der Asien-Pazifik-Region. Wer zudem die 26 Schwellenländer einbeziehen will, kann sich einen ETF auf den MSCI All Country World Index (ACWI) ins Depot legen. Die Schwellenländer machen darin aber nur etwa zehn Prozent aus. „Dies liegt daran, dass MSCI wie auch andere Indexanbieter die Unternehmen im Index nach deren Marktkapitalisierung gewichten“, sagt Andre Koppers. Diese sogenannte Market Cap ergibt sich aus den handelbaren Aktien mal dem Börsenkurs des Unternehmens – eine verbreitete Methode, etwa bei bekannten Indizes wie dem S&P 500 oder dem DAX.

Starkes Gewicht der US-Unternehmen

Vorteile: Wer einen ETF auf den MSCI oder FTSE World Index erwirbt, legt sich mit minimalem Aufwand und zu geringen Kosten den Weltaktienmarkt ins Depot. Dies gilt erst recht, wenn es sich um die ACWI-Variante inklusive der Schwellenländer handelt. Anleger können damit sicher sein, dass die Unternehmen gemäß ihrem relativen Wert gewichtet sind.

Nachteile: „Wegen der Gewichtung nach ihrer Marktkapitalisierung sind die US-Unternehmen derzeit mit rund 65 Prozent im MSCI World vertreten und mit 55 Prozent im MSCI ACWI“, sagt Finanzprofi Kohlbrecher. Mit einem solchen Fonds ist das Depot also stark an die USA gekoppelt. „Das ist schön, wenn die USA die Börsenlokomotive geben – und schlecht, wenn andere Regionen sich besser entwickeln“, ergänzt Kollege Koppers.

Fundi-Modell: Auf das BIP kommt es an

Wem die starke US-Lastigkeit nicht behagt, kann zwei andere Wege beschreiten. Der erste Weg ist das Fundi-Modell und für Anleger geeignet, die es ziemlich genau nehmen. Bei diesem Modell, das sich vom Begriff „Fundamentale Analyse“ ableitet, werden die einzelnen Weltregionen gemäß ihrem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gewichtet. Dadurch ergibt sich ein anderes Bild bei der Gewichtung. „Nordamerika hat dann einen Anteil von knapp 25 Prozent, Europa bringt es auf etwa 30 Prozent, Asien-Pazifik auf zehn Prozent. Damit bleiben satte 35 Prozent für die Schwellenländer“, so Mirko Kohlbrecher.

Rebalancing notwendig

Vorteile: Die BIP-Gewichtung hätte die Klassiker-Variante über 45 Jahre mit 10,6 Prozent p.a. im Vergleich zu 9,7 Prozent geschlagen, wie Gerd Kommer in seinem Buch „Souverän investieren mit Indexfonds“ schreibt. Aus 10.000 Euro wären so 350.000 Euro geworden statt 260.000 Euro. 

Nachteile: Es ist nicht gesagt, dass das Fundi-Modell auch in Zukunft besser laufen wird. Zudem sind die Aktienmärkte der Schwellenländer volatiler als die der Industrienationen, weshalb eine Gewichtung von 35 Prozent für manchen zu viel sein könnte. Nicht zuletzt muss das Portfolio mit der Zeit auf die Ausgangswerte zurückgesetzt werden (Rebalancing).

Philosophen-Modell: Gleiche Chancen für alle

Zwischen der klassischen Variante und dem Fundi-Modell gibt es eine dritte Option, die die Nachteile der anderen Ansätze umgeht. Bei dem Philosophen-Modell werden alle Weltregionen gleichgewichtet. Das bedeutet: Je 25 Prozent entfallen auf die Regionen Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik sowie auf die Emerging Markets. Der gedankliche Hintergrund: Die Zukunft ist per sie nicht vorhersagbar. Daher ist es sinnvoll, den Unternehmen in allen Erdteilen „die gleichen Startchancen einzuräumen“, so Andre Koppers.

Welche Vor- und Nachteile mit dem Philosophen-Modell verbunden sind, erfahren Sie morgen in einem Interview.

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