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Gesetzliche Rente

Auf Generationen gebaut: So zahlen die Jungen für die Alten.

Gesetzliche Rente | 2.7.2019 Drucken

Besserverdiener: länger am Leben, länger in Rente

Da Besserverdiener in der Regel eine höhere Lebenserwartung haben, beziehen sie auch länger ihre vergleichsweise höheren Renten.

Die Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung ist zwar in den letzten Jahrzehnten insgesamt angestiegen, aber nicht für alle Jahrgänge und Bevölkerungsschichten gleichermaßen.

Lebenserwartung nach EinkommensdezilenSo weisen jüngst veröffentlichte Zahlen darauf hin, wie unterschiedlich die Lebenserwartung innerhalb einzelner Einkommensklassen ausfällt. Dafür hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Daten der deutschen Rentenversicherung aufgeschlüsselt. Diese zeigen, wie sich die Lebenserwartung für westdeutsche, männliche Arbeitnehmer in Abhängigkeit vom Lohneinkommen über den gesamten Erwerbsverlauf (Lebenslohn) entwickelt hat.

Lebenslohn beeinflusst Lebenserwartung

Dabei wurde sichtbar, dass es signifikante Unterschiede in den einzelnen Jahrgängen gibt – je nach erzieltem Lebenslohn. So war nach den Auswertungen der DIW-Experten die Lebenserwartung der Geburtsjahrgänge 1926 bis 1928 für einen 65-Jährigen im obersten Lebenslohndezil mehr als vier Jahre höher als im untersten Dezil. Diese Differenz wuchs mit den nachkommenden Geburtsjahrgängen noch weiter an. So wurde für die Jahrgänge 1947 bis 1949 sogar eine um sieben Jahre höhere Lebenserwartung im obersten gegenüber dem untersten Lebenslohndezil verzeichnet. Darüber hinaus wurde in der Untersuchung sichtbar, dass die Lebenserwartung für alle Jahrgänge über die Lebenslohndezile hinweg ansteigt. Für Besserverdiener allerdings am stärksten.

Geringverdiener: weniger Rente für kürzere Zeit

Es liegt  im Wesen der deutschen Rentenversicherung, dass Besserverdiener wegen höherer Einzahlungen auch höhere Renten erhalten. Dazu kommt dann noch die längere Rentenbezugsdauer aufgrund der durchschnittlich höheren Lebenserwartung. Umgekehrt betrachtet erwerben Arbeitnehmer mit geringeren Löhnen nicht nur weniger Rentenansprüche, sondern profitieren von ihren späteren Renten auch weniger lange. Kollidiert dieser Zusammenhang mit dem Äquivalenzprinzip? Lässt sich daraus eine Begründung für eine Besserstellung von geringeren Rentenansprüche ableiten?

Viele Faktoren im Spiel

Das Prinzip der Rentenversicherung geht davon aus, dass die Lebenserwartung innerhalb eines Jahrgangs für alle gleich ist. Dies ist aber offenkundig nicht der Fall. Doch dafür kann es – unabhängig vom Lebenseinkommen – weitere Gründe geben. Diese haben die Autoren in ihren Auswertungen nicht erfassen können. Allerdings verweist die Studie auf weitere Ursachen für mögliche Zusammenhänge zwischen Lebenslohn und Lebenserwartung. So ist es denkbar, dass neben dem höheren Grad an körperlicher Arbeitsbelastung im Niedriglohnsektor auch gesundheitsbewusstes Verhalten (Rauchen/Alkoholgenuss/Fitness) entlang der Lebenslohnverteilung unterschiedlich ausgeprägt ist. Ebenso kommen medizinischer Fortschritt, exklusiver Zugang zu therapeutischen Angeboten und anderes auch eher dem Besserverdiener zugute. Für den ältesten Geburtsjahrgang könnten zudem der Zweite Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit noch eine Rolle gespielt haben.

Impuls für die Diskussion über eine Grundrente

Die geplante Grundrente und die Bekämpfung künftiger Altersarmut mögen durch diese Studie einen weiteren Impuls bekommen. Dennoch kann eine einfache Aufwertung von Geringverdiener-Renten wohl nicht allen Aspekten gerecht werden. Zumal dann insbesondere auch Beamte und Selbstständige mit geringen Anwartschaften in der gesetzlichen Rente profitieren würden. Insofern müsste eine Lösung innerhalb der Rentenversicherung verschiedene Anforderungen berücksichtigen. Eine wegen der unterschiedlichen Lebenserwartung geforderte Aufstockung könnte gegebenenfalls aus Steuermitteln finanziert werden, wie es abschließend auch die Studienautoren anregen.

Im Hinblick auf eine vergleichbare Konstellation bei Frauen geht die Studie im Übrigen davon aus, dass sich künftig ähnliche Entwicklungen zeigen – allerdings erst dann, wenn längere Erwerbszeiten besonders bei überdurchschnittlich qualifizierten Frauen auch zu entsprechend höheren Lebenslöhnen und steigenden Rentenansprüchen führen.

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