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Gesetzliche Rente

Auf Generationen gebaut: So zahlen die Jungen für die Alten.

Gesetzliche Rente | 19.7.2021 Drucken

Bei der Rente sind Aktien unverzichtbar

Unser Rentensystem braucht dringend eine grundlegende Reform. Das ist jedem schon lange bekannt. Es gibt zukünftig zu viele Rentner und zu wenig Beitragszahlende.

Finanzierten in den 1960er Jahren noch sechs Beitragszahler einen Rentner, machen dies heute nur noch zwei. Bald gehen die geburtenstarken Babyboomerjahrgänge in Rente.

Aktien sind bei der Rente unverzichtbar

Schon 2025 droht laut Beratern des Wirtschaftsministeriums ein „Finanzierungsschock“, den es auszugleichen gilt. Sie halten es für notwendig, das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre anzuheben. Das weiß auch die Politik. Aber in einem Wahljahr kommt das Thema Rentenreform ungelegen. Es ist heute kein Thema mehr, um Wahlen zu gewinnen. Die Grundlagen der Deutschen Rentenversicherung sind jetzt 64 Jahre alt. Am 21. Januar 1957 beschloss der Bundestag nach einem viertägigen Redemarathon mit großer Mehrheit die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung. Damit wurde die gesetzliche Altersvorsorge auf eine völlig neue Grundlage gestellt. Die Renten sollten nicht mehr wie im bisherigen bismarckschen Rentensystem selbst angespart werden und nur einen Zuschuss gegen Altersarmut darstellen, sondern eine echte Lohnersatzleistung sein. Inflation und Krieg vernichteten den Kapitalstock der Rentenversicherung zweimal. Der Aufbau neuer Ersparnisse hätte zu lange gedauert, um die Kriegsgeneration angemessen zu versorgen.

„Kinder kriegen die Leute immer“

Grundlegend für das neue Rentenrecht war deshalb die Idee des Generationenvertrages, wonach die Jüngeren mit ihren Beiträgen während ihres Arbeitslebens die früher erworbenen Rentenansprüche der Alten finanzieren. Gleichzeitig wurde die Höhe der Rentenansprüche an die Entwicklung der Löhne und Gehälter gebunden (Dynamisierung der Rente). Fachleute warnten vor den Gefahren. Bereits damals zeichnete sich ab, dass die Lebenserwartung kräftig steigt. Der erste Kanzler und siebenfache Vater Adenauer ließ deren Bedenken nicht gelten. „Kinder kriegen die Leute immer“, war sein Argument. Außerdem standen Wahlen an und seine Regierung stand unter Druck. Die Rentenreform sicherte Millionen Rentnern erstmals ein ausreichendes Auskommen und Adenauer die absolute Mehrheit.

Der Steuerzahler finanziert immer mit

Von Anfang an war die Rentenversicherung immer wieder auf Bundeszuschüsse angewiesen. Mittlerweile übernehmen die Steuerzahler bereits mehr als ein Viertel der Ausgaben. Bei Fortschreibung heutiger Leistungen und Versprechen müssten 2040 schon 44 Prozent der Bundesausgaben in die Rentenkasse fließen, bis 2060 wäre es die Hälfte der Bundesausgaben. Finanziert man die zusätzlichen Ausgaben allein aus Steuern, müsste die Mehrwertsteuer von 19 auf 32 Prozent steigen. Eine Sparreserve kennt das System nicht. Die Rentenkasse gehört zu den öffentlichen Geldern und die Politik hatte nie Hemmungen, sich entsprechend zu bedienen. Immer wieder plünderten sie die Rentenkasse zur Finanzierung versicherungsfremder Leistungen. In den letzten Jahrzehnten gab es Versuche, das System zu reformieren. Allerdings haben bei den Reformen ausschließlich Menschen das Sagen, die nicht in diesem System versichert sind.

Das System ist zu kompliziert

Immer wieder versuchte die Regierung in den letzten Jahrzehnten, durch kleine Reformen das System zu stabilisieren und zu ergänzen. Die Lobbyisten der Versicherer, Banken und Fondsgesellschaften leisteten dabei ganze Arbeit. Es gibt Riester, Rürup sowie gleich fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge. Überall winken entweder staatliche Zuschüsse, Steuervergünstigungen oder beides. Gemein ist allen Methoden jedoch auch ein enormer bürokratischer Aufwand, viele Formulare und im Zweifel vergleichsweise hohe Kosten. Natürlich darf auch die in Deutschland unabdingbare Garantie nicht fehlen. Diese treibt allerdings die Kosten nach oben oder die erzielte Rendite nach unten.

Jährlich 14 Prozent Rendite für die Rente – Schweden macht es vor

Wie es besser funktioniert, zeigen die Schweden. Die Altersvorsorge ist dort ganz ähnlich aufgebaut wie in Deutschland. Der Großteil der Beiträge fließt in die umlagefinanzierte staatliche Rente. Ähnlich wie in Deutschland führte jedoch der demographische Wandel in Schweden dazu, dass die Leistungen der gesetzlichen Rente immer weiter sanken. Seit der Jahrtausendwende ergänzen die Schweden deshalb das umlagefinanzierte System. Sie zahlen 16 Prozent des Bruttogehalts in die umlagefinanzierte Rente ein und 2,5 Prozent investieren sie verpflichtend in die kapitalgedeckte Altersvorsorge. Dabei wählen sie entweder aus über 800 Fonds selbst aus oder zahlen in den staatlich verwalteten Fonds AP7 ein. Bis zum 55. Lebensjahr legt der Fonds zu 100 Prozent in Aktien an. Trotz Wertschwankungen kann sich die Rendite sehen lassen. Der staatliche Fonds schaffte im Zeitraum zwischen den Jahren 2011 und 2021 im Durchschnitt eine Jahresrendite von mehr als 14 Prozent.

Ohne Aktien geht es nicht

Immer mehr Länder haben erkannt: Ohne Aktien geht es in der Altersvorsorge nicht. Der Aktienmarkt spült wichtige Renditen in die Rentenkasse, um die Bevölkerung abzusichern. Auch in Deutschland gab es immer wieder Versuche, das aus Umlagen finanzierte System entsprechend zu ergänzen. Leider werden Aktien im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung auf die teilweise starken kurzfristigen Kursschwankungen am Aktienmarkt reduziert und negativ bewertet. Die Politik schiebt das Problem vor sich her, wissend, dass eine grundlegende Reform bald unausweichlich ist. Anleger sollten nicht darauf warten, bis der deutsche Staat aktiv wird. Wer nicht bis zum Alter 68 oder 70 arbeiten will, sollte die Initiative ergreifen. Die 2,5 Prozent vom Bruttogehalt sind dabei für einen Aktiensparplan eine solide Vorgabe.

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