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Einkommen & Vermögen | 25.10.2017 Drucken

Gender Pay Gap in DAX-Vorständen geschlossen

Ob Teilzeitfalle, Lohnlücke oder Altersarmut. Wenn man die Nachrichten verfolgt, bekommt man regelmäßig den Eindruck, dass es ein Nachteil ist, in dieser Welt eine Frau zu sein.

Jedoch ist es nicht zwangsläufig ein Manko, dem weiblichen Geschlecht anzugehören. Mittlerweile sind Frauen in den Vorständen deutscher Großkonzerne heiß begehrt. Allerdings finden sich geeignete Kandidatinnen nicht wie Sand am Meer – dementsprechend ist ihr Marktpreis hoch.

Gender Pay Gap in DAX-Vorständen geschlossenDas bestätigt auch eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung EY. So verdienten 2016 weibliche Vorstandsmitglieder in den 30 Unternehmen im Leitindex DAX im Schnitt erstmals mehr als ihre männlichen Kollegen.

So kommen die 18 Vorständinnen in den deutschen Großkonzernen auf eine Gesamtdirektvergütung von je 2,99 Millionen Euro. Ihre 125 männlichen Kollegen müssen hingegen mit fünf Prozent (2,86 Mio. Euro) weniger auskommen. Im Jahr 2015 lagen die Frauen (2,84 Mio. Euro) noch knapp hinter den Männern (2,85 Mio. Euro). Somit stieg im Untersuchungszeitraum zwischen 2013 und 2016 die durchschnittliche Gesamtdirektvergütung der weiblichen Vorstandsmitglieder in DAX-Vorständen um 14 Prozent, die der männlichen Vorstandskollegen hingegen blieb auf konstantem Niveau. Die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden blieben dabei außen vor, denn bisher wird kein DAX-Konzern von einer Frau geführt.

„In den Vorständen der DAX-Unternehmen ist zumindest bei der Vergütung die Gleichberechtigung erreicht und die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen geschlossen“, erklärt Dr. Jens Massmann, Partner und Vergütungsexperte bei EY. Die Ursache für diese Entwicklung sieht er in den verstärkten Bemühungen der DAX-Unternehmen, Frauen für ihr oberstes Führungsgremium zu finden. Da geeignete Kandidatinnen aber knapp seien, steige ihr Marktwert und damit auch die Vergütung. Nur jeder achte DAX-Vorstand ist mit einer Frau besetzt, 2013 war es sogar nur jeder zehnte.

Bei kleineren Börsenindizes herrscht noch Nachholbedarf

In den kleineren Börsenindizes MDax, SDax und TecDax sind Frauen noch rarer. Allerdings stünden die Unternehmen dort auch nicht so stark unter öffentlichem Druck, weibliche Vorstände zu bestellen, erläutert Dr. Jens Massmann. Bei diesen Firmen verdienen sie deshalb weniger als ihre männlichen Kollegen. Im SDax und TecDax liegen Vorständinnen im Schnitt sogar um mehr als ein Fünftel im Hintertreffen. „In den anderen Indizes herrscht bei der Gleichstellung noch Nachholbedarf“, so Massmann weiter. „Insgesamt lässt sich die Entwicklung zu einer gleichberechtigten Vorstandsvergütung jedoch nicht aufhalten“, davon ist er überzeugt.

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