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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 8.8.2017 Drucken

Trend zur Kinderlosigkeit lässt nach

Es gibt eine gute Nachricht vom Statistischen Bundesamt: Die Kinderlosigkeit in Deutschland ist in den letzten Jahren nicht weiter angestiegen. Das ergab eine Auswertung des Mikrozensus 2016.

In den letzten 30 Jahren nahm die endgültige Kinderlosenquote kontinuierlich zu. Zwischen den Jahrgängen 1937 und 1967 stieg sie von 11 auf 21 Prozent. Bei den Frauen, die in den späten 1960er und in den 1970er Jahren geboren wurden, nahm sie nicht weiter zu, sondern stabilisierte sich.


Trend zur Kinderlosigkeit lässt nach


Trotzdem gehört Deutschland immer noch zu den Ländern mit der höchsten Kinderlosigkeit in Europa. Ob sich diese Entwicklung auch bei den jüngeren Frauen der 1980er und 1990er Jahrgänge fortsetzen wird, ist derzeit noch offen.

In den Stadtstaaten ist die Kinderlosenquote der 45- bis 49-Jährigen mit 28 Prozent am höchsten. Olga Pötzsch vom Statistischen Bundesamt erklärt diese Auffälligkeit mit der dort vorherrschenden Bildungs- und Altersstruktur der Bewohner. In den westdeutschen Flächenländern betrug die Kinderlosenquote 21 Prozent, während sie in den ostdeutschen Flächenländern mit 12 Prozent deutlich geringer ausfiel. Pötzsch betont, dass in Ostdeutschland die Frauen nach der Vorstellung leben: „Ein Kind gehört zum Leben.“ Die geringere Kinderlosigkeit sei durch diese tradierte Einstellung zu erklären, die auch nach der Wende weiter Bestand hatte.

Kinderlosigkeit sinkt bei Akademikerinnen und steigt bei Nicht-Akademikerinnen

Eine nach wie vor besonders hohe Kinderlosigkeit liegt bei Frauen mit akademischem Bildungsabschluss vor. Dennoch konnte das Statistische Bundesamt feststellen, dass sich bereits vor vier Jahren die Quote bei den Akademikerinnen stabilisieren konnte. Im Vergleich zu 2012 (27 Prozent) sank sie 2016 leicht auf 26 Prozent.

Hingegen stieg die Kinderlosigkeit bei Nicht-Akademikerinnen zwischen den Jahrgängen 1937 und 1964 fast kontinuierlich an. Erst bei den Jahrgängen zwischen 1965 und 1974 wurde sie beständig und schwankte zwischen 19 und 20 Prozent. Anders sieht es jedoch aus, wenn man nur die in Deutschland geborenen oder als Kind zugewanderten Frauen ohne akademischen Bildungsabschluss betrachtet. Ihre Kinderlosenquote war zwischen den Jahrgängen 1965 und 1974 keineswegs stabil, sondern stieg von 20 auf 22 Prozent.

Als Gründe nennt der Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes Dr. Georg Thiel die familienpolitischen Maßnahmen von 2007/2008. So profitieren vom Elterngeld eher gutverdienende Frauen. Bei Nicht-Akademikerinnen, die meist weniger Einkommen zur Verfügung haben, beflügelt die Aussicht auf Elterngeld den Kinderwunsch nicht. Jedoch relativiert er seine Aussage: „Eine Ursachenforschung kann die Statistik nicht liefern.“ Somit ist bei Nicht-Akademikerinnen der Trend zur Kinderlosigkeit noch nicht gestoppt. Er wird lediglich durch eine geringere Kinderlosigkeit der Zuwanderinnen gemildert.

Durchschnittliche Kinderzahl je Mutter bleibt stabil

Auch wenn die Kinderlosenquote nach wie vor hoch ist, werden im Laufe ihres Lebens 80 Prozent aller Frauen Mütter. Bei den Frauen im Alter zwischen 45 und 49 Jahren stieg im Zeitraum zwischen 2008 und 2016 der Anteil der Mütter mit einem Kind von 29 auf 32 Prozent. Parallel dazu sanken die Anteile der Mütter mit zwei Kindern von 49 auf 48 Prozent sowie der Mütter mit drei oder mehr Kindern von 22 auf 20 Prozent. Dadurch fiel die Kinderzahl je Mutter leicht von 2,03 auf 1,96 Kinder.

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