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Demographie | 17.9.2020 Drucken

Eigenanteile fürs Pflegeheim steigen weiter an

Müssen Pflegebedürftige zur Betreuung in ein Pflegeheim, wird es für sie immer teurer. Allerdings unterscheiden sich die Kostenbestandteile der fälligen Eigenanteile je nach Bundesland.

So stiegen nach Berechnungen des Verbands der Ersatzkassen (vdek) bundesweit die selbst zu zahlenden Eigenanteile jetzt erstmals über 2.000 Euro pro Monat. Zum Stichtag 1. Juli 2020 sind im Schnitt nunmehr durchschnittlich 2.015 Euro fällig. Das sind monatlich 124 Euro mehr als noch Mitte 2019.

Pflege

Dabei enthält die Gesamtsumme verschiedene Eigenanteile. Zum einen gibt es bei den Pflegegraden 2 bis 5 einen Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung. Doch auf pflegebedürftige Heimbewohner kommen zusätzlich Kosten für Unterkunft, Verpflegung sowie für Investitionen oder etwaige Ausbildung in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil für die “reine” Pflege zum Stichtag beträgt im bundesweiten Schnitt nun 786 Euro im Monat. Exakt ein Jahr zuvor waren dafür erst 693 Euro aufzuwenden.

Enorme Unterschiede von Bundesland zu Bundesland

Auffällig sind bei der Betrachtung der Eigenanteile fürs Pflegeheim die regionalen Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern. Am teuersten im Vergleich sind Heimplätze in Nordrhein-Westfalen. Hier sind derzeit durchschnittlich 2.405 Euro fällig. Mit 1.436 Euro ist die finanzielle Belastung für pflegebedürftige Heimbewohner in Sachsen-Anhalt am niedrigsten. Geht es um die reinen Aufwendungen für Pflege und medizinische Versorgung, steht deutschlandweit Baden-Württemberg mit durchschnittlich 1.062 Euro an der Spitze, gefolgt von Berlin mit 992 Euro und Bayern mit 938 Euro.

Am unteren Ende der Skala sind mit Thüringen (490 Euro), Sachsen-Anhalt (560 Euro) und Sachsen (595 Euro) drei ostdeutsche Bundesländer zu finden. Damit ist dieser Kostenanteil in Thüringen weniger als halb so hoch wie in Baden-Württemberg. Der bundesweite Durchschnitt liegt in diesem Segment der Eigenanteile bei 786 Euro. Auch bei den anderen Komponenten der Eigenanteile, zum Beispiel bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Pflegeheim, gibt es bundesweit eine große Spanne. Diese reicht von 588 Euro in Sachsen-Anhalt bis 1.036 Euro in Nordrhein-Westfalen. Der Bundesdurchschnitt beträgt 774 Euro.

Weitere Herausforderungen durch Corona-Pandemie

Pflegebedürftige und Pflegeeinrichtungen standen und stehen im Zuge der Corona-Pandemie verstärkt im Fokus. Neben einem wirksamen Schutz der Betroffenen wurde vielfach auch eine Verbesserung der Einkommenssituation in der Pflege gefordert. Das wiederum dürfte sich erneut in erhöhten Kosten widerspiegeln. Hier sehen verantwortliche Experten aus der Pflegebranche vornehmlich die Politik in der Pflicht. So könnten laut der vdek-Vorsitzenden Ulrike Elsner kurzfristig die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung angehoben werden, um höhere Tariflöhne in den Heimen zu finanzieren. Zudem sollten die Bundesländer Investitionskosten übernehmen. Letztlich jedoch wird der Staat, ähnlich wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung, langfristig wohl nicht um einen dauerhaften Steuerzuschuss zur Pflegeversicherung herumkommen.

Die wegen der Corona-Krise zugesagten einmaligen 1,8 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt können nur temporär für Entspannung sorgen. Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz drückt in dieser Sache aufs Tempo. Laut Aussage ihres Vorstands Eugen Brysch gegenüber dpa gehen “viele der 818.000 Heimbewohner … finanziell schon lange auf dem Zahnfleisch”. Das Bundesgesundheitsministerium sieht ebenso einen generellen Handlungsbedarf und kündigte an, sich im Herbst näher mit der Situation zu beschäftigen. Derzeit jedoch stünde das Thema “Corona” im Vordergrund und binde wichtige Ressourcen.

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