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Demographie | 27.4.2020 Drucken

Corona-Krise besonders hart für Frauen

Die derzeitige Corona-Pandemie hinterlässt schwerwiegende Konsequenzen für Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft. Frauen kommt in diesem Kampf eine besondere Bedeutung zu.

Neben den gesundheitlichen Aspekten trifft Frauen der COVID-19-Virus in zweierlei Hinsicht stärker als Männer. Zum einen sind sie intensiver in die Kinderbetreuung zu Hause eingebunden. Zum anderen arbeiten sie häufiger in systemrelevanten Berufen.

Corona-Krise besonders hart für FrauenDarauf macht eine kürzlich erschienene Studie der OECD aufmerksam. Global sind die Stellen im Gesundheitssystem zu zwei Dritteln mit weiblichen Kollegen besetzt. In Deutschland ist die Quote mit 70 Prozent sogar noch etwas höher. 85 Prozent des Pflegepersonals in Krankenhäusern sind Frauen. In den Pflegeheimen liegt die Quote mit 87 Prozent mit am höchsten. Ein ähnliches Bild zeichnet sich im Einzelhandel und in der Lebensmittelversorgung ab. Es sind also vor allem die Frauen, die in den systemrelevanten Berufen arbeiten und sich somit einem höheren Infektionsrisiko aussetzen als Männer. Hinzu kommt, dass diese Tätigkeiten unterdurchschnittlich bezahlt werden und außerhalb von Corona-Zeiten auch ein geringeres Ansehen genießen.

Kinderbetreuung verstärkt in Frauenhand

Gleichzeitig tragen Frauen einen Großteil der Last in den eigenen vier Wänden. Bereits vor der Krise verbrachten Frauen im Schnitt mehr Stunden am Tag mit Hausarbeit und Kinderbetreuung als Männer. Durch die Schließung der Schulen und Kitas verschärft sich diese Problematik weiter. Fast jedes fünfte Elternteil in Deutschland ist darüber hinaus alleinerziehend, 91 Prozent davon sind Mütter. Allein zu Hause sowohl die Kinder zu betreuen und nebenbei im Home-Office zu arbeiten, ist also ein überwiegend weibliches Phänomen. Zusätzlich setzen sich Frauen durch die Quarantänesituation mehr Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch aus.

Männer entscheiden über Frauenberufe

Bei politischen Maßnahmen gegen das Coronavirus sollten Frauen nach Meinung der Studienautorinnen daher besonders berücksichtigt werden. Ein Notfallmanagement sollte immer auch geschlechtsspezifische Folgeabschätzungen beinhalten. Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass Gleichberechtigung bereits im gesellschaftlichen System fest verankert ist. Allerdings sind weltweit drei Viertel der leitenden Stellen im Gesundheitswesen in Männerhand und nur 30 Prozent der Gesundheitsminister Frauen. Die Gender-Debatte ist daher nicht unbedingt der oberste Punkt in der To-do-Liste der Politiker.

Corona als Chance für Väter

Doch auch ein Gutes nimmt die OECD-Studie in den Blick. Da Frauen häufiger in systemrelevanten Berufen und somit nicht im Home-Office arbeiten, sind ebenso Männer allein mit dem Nachwuchs zu Hause. Die Kinderbetreuung fällt somit öfter in die Hände der Väter, als es vor der Pandemie der Fall war. Die Studienautorinnen hoffen, dass diese Entwicklung auch nach dem Virus anhält.

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