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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 4.10.2016 Drucken

Bildung wirkt lebensverlängernd

Die schon länger beobachteten Unterschiede der Lebenserwartung von gut und weniger gut Gebildeten nehmen weiter zu. Das sollte zum Nachdenken anregen, meinen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschungen.

Bildung wirkt lebensverlängernd

Der Zusammenhang ist unumstritten: Menschen mit höherer Bildung leben länger. Die Größe des Unterschieds und sein Wachstum dagegen überraschen schon. Die Lebenserwartung hochgebildeter Bevölkerungsschichten, darauf verweist der Newsletter „Demografische Forschung aus erster Hand“, liegt oft über den weltweiten Rekordwerten, wie wir sie zum Beispiel aus der Schweiz oder aus Japan kennen. Solchen Phänomen gehen die Demografen natürlich gern auf den Grund. Aber es ist gar nicht so einfach, die Sterblichkeit unterschiedlicher Bildungsschichten zu untersuchen. Die Daten aus den einzelnen Ländern können nur schwer verglichen werden.

Der Abstand verdoppelte sich in nur zwölf Jahren

Nichtsdestotrotz stellten Domantas Jasilionis und Vladimir Shkolnikov vom Rostocker Max-Planck-Institut einen internationalen Vergleich an. Danach zeigen zum Beispiel Auswertungen aus nordeuropäischen Ländern, wo sehr gute Daten zur Lebenserwartung nach Bildungsgrad zu finden sind, wie die Schere zwischen den Bildungsschichten in den letzten Jahren weiter auseinander gegangen ist. Beispiel Schweden: Hier verdoppelte sich der Abstand zwischen niedrigster und höchster Bildungsschicht nahezu in nur zwölf Jahren. 1988 hatten die männlichen Hochgebildeten im Alter von 30 Jahren noch eine fernere Lebenserwartung von 48 Jahren. Schwedische Männer mit einem niedrigen Bildungsgrad kamen im Durchschnitt auf drei Jahre weniger Lebensdauer. Bis zum Jahr 2000 stieg die Lebenserwartung zwar in beiden Bevölkerungsgruppen an, der Unterschied betrug jedoch bereits fünf Jahre.

Ein ähnliches Bild bei den schwedischen Frauen: 1988 betrug der Unterschied zwischen den Bildungsgruppen zwei Jahre, 2000 waren es dann schon vier Jahre. Diese Entwicklung überrascht gerade in Skandinavien, weil diese Länder viel unternehmen, um Ungleichheit abzubauen. Das Auseinanderdriften in der Lebenserwartung konnte damit bislang nicht gebremst werden.

Extremes Beispiel in Russland: 13 Jahre Unterschied

Die Autoren mahnen bei Vergleichen mit anderen europäischen Ländern zwar zur Vorsicht, weil die Datenerhebung recht unterschiedlich erfolgt, stellen aber dennoch eine ähnliche Tendenz in Belgien, Frankreich und in der Schweiz fest. Noch deutlicher fallen die Unterschiede in den zentral- und osteuropäischen Ländern auf. Genannt werden in dem Forschungsbericht Litauen, Estland und Russland. Ein extremes Beispiel seien die russischen Männer. Bei ihnen betrug der Unterschied der Lebenserwartung zur Jahrtausendwende sage und schreibe 13 Jahre.

Wie kleine Gruppen in der Bevölkerung eine besonders hohe Lebenserwartung erreichen, belegen die Autoren des Forschungsberichts mit weiteren Beispielen. Sie verweisen auf die Mormonen und auf die Siebenten-Tags-Adventisten in den USA und Norwegen, die Spitzenwerte erreichen, die jene der Rekordländer übertreffen. In beiden Gruppen ist aus religiösen Gründen der Genuss von Alkohol und Nikotin untersagt. „Diese und möglicherweise weitere Besonderheiten in der Lebensführung führen dazu, dass die Sterblichkeit im Allgemeinen und die Krebssterblichkeit im Besonderen sehr niedrig ist“, heißt es im Bericht.

Das gelte übrigens ebenso für Mitglieder akademischer Organisationen wie zum Beispiel der Royal Society in Großbritannien sowie der nationalen Akademien in Deutschland, Österreich und Russland. Neben der hohen Bildung dürfte die daraus resultierende andere Lebensführung ebenso dafür ursächlich sein wie ein höheres Einkommen und bessere Lebensbedingungen während der Kindheit.

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