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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 5.12.2017 Drucken

Ältere möchten kleinere Wohnungen

Fast zwei Drittel der über 50-Jährigen in Berlin wünschen sich eine kleinere Wohnung. Würde diese Gruppe tatsächlich umziehen, ergäben sich über 200.000 freie Wohnungen ab 100 Quadratmetern.

Rentner möchten kleinere WohnungenDas ergaben die Hochrechnungen des neuen Marktberichts „Wohnen für Ältere in Berlin 2017“. Im Auftrag der Berlinovo Immobilien Gesellschaft wurde vom Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen eine repräsentative Befragung durchgeführt. Diese zeigt: 60 Prozent der über 50-Jährigen in Berlin wünschen sich eine Wohnflächenverkleinerung von durchschnittlich 23 Quadratmetern. Am beliebtesten sind Zwei- und Dreiraumwohnungen mit 40 bis 60 bzw. 60 bis 80 Quadratmetern.

Ältere scheuen Umzug aus Angst vor Entwurzelung

Deutschlandweit spiegelt sich bei Älteren eine geringe Umzugsneigung wider. Mehr als 80 Prozent der über 50-Jährigen wollen ihre bisherige Wohngegend nicht verlassen. Drei Viertel der Befragten geben sogar an, in der jetzigen Wohnung bis ins hohe Alter leben zu wollen. Dies trifft insbesondere auf Hochbetagte ab 80 Jahren zu. Nur die wenigsten wollen in eine seniorengerechte Wohnform umziehen, obwohl jeder Sechste eine entsprechende Anpassung des eigenen Zuhauses begrüßen würde. Der Wille zum Umzug ist dabei nicht so groß wie die Angst vor der Entwurzelung aus dem vertrauten Umfeld. Am meisten scheuen Ältere das Pflege- beziehungsweise Altenheim. Nach den Studienautoren liegt das vor allem an der Hoffnung auf ein Leben ohne gesundheitliche Einschränkungen. Eine vorausschauende Beschäftigung mit den eigenen möglichen körperlichen sowie geistigen Veränderungen findet dabei nur selten statt.

Drei von vier der Befragten können im Alter auf Unterstützung von Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten zurückgreifen. Jedoch scheint es sich hier eher um eine sporadische Hilfe zu handeln. Immerhin haben 75 Prozent ein Interesse an gewerblichen Unterstützungsleistungen. Besonders beliebt sind dabei ein 24-Stunden-Notrufsystem sowie Putz- und Aufräumtätigkeiten. Hochbetagte allerdings scheinen aufgrund von finanziellen Engpässen solche Leistungen zu vermeiden.

Seniorengerechtes Wohnen geht auch ohne Pflegeheim

Alternativen zu Pflegeheimen sind auch bei Jüngeren wenig bekannt. Werden diese Wohnformen erläutert, ergibt sich bei der Befragung ein neues Bild: Lediglich für 15 Prozent ist der Verbleib in der eigenen Wohnung alternativlos. In den nächsten fünf Jahren kämen für 85 Prozent seniorengerechte Wohnformen infrage. Das könnten sein:

  • barrierefreie oder barrierearme Wohnungen
  • ambulant betreute Senioren-WGs mit eigenem Wohnraum
  • gemeinschaftliches Wohnen (generationenübergreifend)
  • Wohnen mit Betreuungs- und Serviceleistungen
  • Seniorenresidenzen mit Pflegeleistungen

Neubauten dringend erforderlich

Doch wie groß ist die Gruppe, die solche Formen nutzen würde? In Berlin leben etwa 1,4 Millionen Menschen im Alter ab 50 Jahren. Bei knapp einem Fünftel besteht Interesse an einem Umzug in seniorengerechte Wohnmöglichkeiten. Werden weitere Faktoren wie der eigene Gesundheitszustand oder die Möglichkeit auf Unterstützung im Familienkreis einbezogen, ergibt sich eine Zielgruppe von rund 140.000 Personen. Bereits heute ist erkennbar, dass der Bedarf an bezahlbaren seniorenfreundlichen Wohnungen in Zukunft nicht ausreichen wird. Eine Option wäre, bestehende Wohnungen barrierefrei umzubauen. Das ist allerdings sehr aufwendig und kostenintensiv. Darüber hinaus wollen Ältere zu 60 Prozent so oder so in eine kleinere Wohnung umziehen. Der einzige Ausweg scheinen folglich Neubauten zu sein.

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