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Arbeitswelt

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Arbeitswelt | 11.9.2019 Drucken

Deutsche Geringqualifizierte schlechter gestellt

Geringqualifizierte in Deutschland haben es im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn schwerer. So verdienen sie hierzulande schlechter, sind weniger gebildet und arbeiten häufiger befristet.

Je geringer die schulische oder berufliche Qualifikation, desto schlechter stehen auch die Chancen auf einen guten Job. In Deutschland gilt das in besonderem Maße. Im internationalen Vergleich arbeiten hierzulande Geringqualifizierte nämlich öfter im Niedriglohnsektor und in atypischen Beschäftigungen wie Zeitarbeit oder Minijobs. Doch was machen unsere europäischen Nachbarn besser?

Deutsche Geringqualifizierte schlechter gestelltAntworten dazu liefert eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung, die die Situation Geringqualifizierter am deutschen Arbeitsmarkt zwischen 1985 und 2016 im Hinblick auf Einkommen, Erwerbsform und Arbeitszeit untersuchte. Als gering qualifiziert gelten dabei Personen ohne Schulabschluss und Menschen mit Haupt- oder Realschulabschluss ohne Berufsausbildung. Das erfreuliche Ergebnis: Geringqualifizierte sind heutzutage seltener arbeitslos als noch vor reichlich drei Jahrzehnten. So stieg die Erwerbstätigkeitsquote in Westdeutschland von 48 auf 63 Prozent.

Allerdings hat sich der Anteil in Befristung und Zeitarbeit im selben Zeitraum verdreifacht. Zudem ist die Hälfte im Niedriglohnsektor tätig – Tendenz steigend. Besonders betroffen von diesem Problem ist der Osten Deutschlands. Vier von fünf Geringqualifizierten in den neuen Bundesländern arbeiten für ein sehr geringes Einkommen. Im Westen sind es lediglich 31 Prozent. Diese Werte sind zudem deutlich höher als in anderen europäischen Staaten.

Was machen unsere Nachbarländer anders?

Arbeitet also in der Bundesrepublik gut jeder zweite Geringqualifizierte im Niedriglohnsektor, ist es in Schweden nur jeder Zwanzigste. Auch in Frankreich (18 Prozent), Dänemark (25 Prozent) und Großbritannien (33 Prozent) sieht die Situation deutlich besser aus. Deutschland sollte sich nach den Studienautoren daher ein Beispiel nehmen an den europäischen Nachbarländern. Doch was machen diese anders? In Schweden und Dänemark nehmen Geringqualifizierte deutlich häufiger an Fortbildungen teil als hierzulande. Das ist auch eine der Ursachen, weshalb die Grundkompetenzen Geringqualifizierter in Deutschland im Vergleich weniger ausgeprägt sind. Jedoch erlaubt nur eine Gleichheit der Fähigkeiten auch eine Gleichheit bei den Löhnen.

Weiterbildung oftmals nur bei Vollzeitstelle

Großbritannien setzt hingegen weniger auf Weiterbildungen, sondern vermehrt auf ein ausreichendes Einkommen. Hier wurde über Jahre etappenweise der Mindestlohn angehoben. Gleiches gilt für Frankreich. Eine Hausaufgabe Deutschlands wäre es nach den Forschern daher, die Erhöhung des Mindestlohns voranzubringen. Das größte Dilemma ist nach der Studie allerdings, dass Weiterbildungen oftmals an unbefristete Vollzeitstellen gekoppelt sind. Geringqualifizierte arbeiten jedoch überwiegend in atypischen Beschäftigungen und fallen daher bei Seminaren durchs Raster. Diejenigen, die Fortbildungen also am dringendsten benötigen, bleiben davon in Deutschland oft ausgeschlossen.

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