Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Vorsorgemappe

Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA.

Arbeitswelt

Auf Wandel eingestellt: Mit Wissen und Erfahrung

Arbeitswelt | 15.8.2019 Drucken

Abrupter Rentenbeginn erhöht die Sterblichkeit

Je mehr der Einzelne verdient, desto größer ist das Sterberisiko, wenn er aus der Erwerbstätigkeit scheidet. Niedriglöhner hingegen steigern ihre Lebenserwartung bei Rentenbeginn.

Erfreuliche Nachrichten für Geringverdiener: Wer für weniger Gehalt arbeitet, erhöht seine Lebensdauer durch den Beginn des Ruhestands. Wer hingegen ein großes Einkommen bezieht, verschlechtert damit nach dem Erwerbsleben seine Situation in Bezug auf die Sterblichkeit. Für Gutverdiener stellt der Rentenbeginn nämlich ein Gesundheitsrisiko dar.

Abrupter Rentenbeginn erhöht die SterblichkeitDiese überraschende Erkenntnis liefert eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Für die Untersuchung werteten die Forscher Daten der Deutschen Rentenversicherung von knapp 800.000 deutschen Ruheständlern der Jahrgänge 1934 bis 1936 aus. Als zweite Quelle diente das Sozio-oekonomische Panel.

Ergebnis: Zwar bleibt die Lebenserwartung von Akademikern immer noch am höchsten, allerdings beeinflusst die Pensionierung die Sterblichkeit auf erhebliche Weise und das sowohl positiv als auch negativ. So erhöht sich für Männer und Frauen mit gut bezahlten Jobs das Sterberisiko nach der Verrentung mit 65 Jahren. Für Geringverdiener gilt das hingegen nicht. Wenn sie mit 63 in den Ruhestand gehen, verlängern sie ihre Lebensdauer dadurch sogar. Entscheidend für diese Prozesse ist vor allem die Aktivitätsveränderung nach dem Erwerbsleben, so die Studienautoren.

Warum sinkt das Sterblichkeitsrisiko bei Geringverdienern?

Für Männer mit niedrigem Einkommen sinkt die Sterblichkeit unmittelbar nach der Pensionierung um 1,6 Prozent. Das liegt überwiegend daran, dass Männer verstärkt körperlich schwere Tätigkeiten ausführen, die potenziell auch schlechter bezahlt werden. Diese Berufe wiederum bergen häufiger Gefahren am Arbeitsplatz, wie beim Reinigen, Bauen oder Transportieren. Wenn nun der Ruhestand beginnt, sinkt damit auch schlagartig die Gefährdung durch Unfälle sowie durch beruflich bedingten Stress. Der Rentenbeginn ist daher für Geringverdiener in der Regel gesundheitsfördernd.

Darüber hinaus gingen die untersuchten Männer häufiger als Frauen mit 63 Jahren in Rente, da sie öfter in handwerklichen Jobs tätig waren und somit einen früheren Berufseinstieg hatten. Zudem sind sie kurz vor Ende des Berufslebens mit 82 Prozent größtenteils vollzeitbeschäftigt. Das gilt auch für einen Rentenbeginn mit 65, wo diese Quote bei 76 Prozent liegt. Bei Frauen sehen die Erwerbsbiografien hingegen ganz anders aus. So gehen nur wenige von ihnen mit 63 in Rente. Frauen mit niedrigen Einkommen scheiden häufig direkt im Anschluss an Arbeitslosigkeit aus. Ein großer Teil ist am Ende des Berufslebens entweder erwerbslos oder teilzeitbeschäftigt. Der Übergang in den Ruhestand ist somit bei Frauen in der Regel nicht so abrupt wie bei Männern.

Mortalität nimmt bei Gutverdienern zu

Entscheidend für das Sterblichkeitsrisiko ist also die Art der Aktivitätsveränderung um den Renteneintritt. Ein allmählicher Prozess, bei dem nach und nach die Berufstätigkeit gedrosselt wird, ist daher gesundheitsfördernder als ein plötzlicher Ausstieg. Personen mit hohen Einkommen neigen jedoch nach den Studienergebnissen dazu, direkt aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, da sie auch öfter in Vollzeitstellen arbeiten. Der Ruhestand zeichnet sich für sie durch eine abrupte Veränderung der Lebensbedingungen ab. So sind sie nicht mehr Teil berufsbezogener Netzwerke, was wiederum zu sozialer Isolation führen kann. Zusätzlich erleben sie eine plötzliche Inaktivität, den Verlust von Berufsprestige und einen kognitiven Abstieg. Für Gutverdiener erhöht sich daher mit Beginn der Rentenzeit die Sterblichkeit um zwei bis drei Prozent.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema

Länger arbeiten heißt länger leben

Ein späterer Renteneintritt erhöht die Lebenserwartung. Wer nicht mehr gefordert wird, stirbt folglich früher. Wer heute in Rente geht, hat oft noch 20 oder sogar 30 Jahre Ruhestand vor sich. Viele unterschätzen die Länge der Rentenzeit. Wer dann nichts zu tun hat, altert schneller und lebt somit kürzer. Im Sessel entspannen, in der einen Hand […]

Artikel lesen

Gebildete gehen später in Rente

Menschen mit einem höheren Bildungsstand beginnen die Rente später. Auch Alleinstehende arbeiten deutlich länger. In der Zukunft wird sich das nicht ändern. In welchem Alter wir in den Ruhestand gehen, hängt von mehreren sozioökonomischen Eigenschaften ab. Besonders Bildung, Gesundheit und Beziehungsstand sind dabei entscheidend. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung […]

Artikel lesen

Jede zweite Frau arbeitet Teilzeit

Knapp die Hälfte der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten in einem Teilzeitverhältnis. Somit ist nur jede zweite Frau in einer Vollzeitstelle tätig. Frauen arbeiten häufiger als Männer in einer geringfügigen Beschäftigung und in Teilzeitverhältnissen. Die Folge sind deutlich niedrigere Löhne, die sich vor allem auch auf die Rente auswirken. Doch auch Vollzeitberufe schützen Frauen nicht vor […]

Artikel lesen