Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA .

Gesetzliche Rente

Auf Generationen gebaut: So zahlen die Jungen für die Alten.

Gesetzliche Rente | 23.4.2019 Drucken

Gebildete gehen später in Rente

Menschen mit einem höheren Bildungsstand beginnen die Rente später. Auch Alleinstehende arbeiten deutlich länger. In der Zukunft wird sich das nicht ändern.

In welchem Alter wir in den Ruhestand gehen, hängt von mehreren sozioökonomischen Eigenschaften ab. Besonders Bildung, Gesundheit und Beziehungsstand sind dabei entscheidend. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.

Gebildete gehen später in RenteSeit 2012 wird die Regelaltersgrenze schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. 2031 ist dieser Prozess dann endgültig abgeschlossen. Soll heißen: Wer nach 1964 geboren ist, für den geht es erst mit 67 abschlagsfrei in Rente. Viele Menschen jedoch beginnen bereits früher den Ruhestand. Die DIW-Studie berechnete in dem Modell daher den durchschnittlichen Rentenbeginn der Deutschen bis ins Jahr 2032. Zudem ermittelten die Forscher die künftigen Erwerbsquoten anhand von zwei unterschiedlichen Arbeitsmarktszenarien. Es zeigten sich deutliche Unterschiede in der Anpassung an die neuen Altersgrenzen zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.

Sollte der derzeitige Arbeitsmarktboom nicht anhalten, droht Altersarmut besonders Personen mit niedrigem Bildungsstatus, prekärer Beschäftigung und schlechter Gesundheit. Diese Menschen können sich am schlechtesten an die neue Regelaltersgrenze anpassen. Am wenigsten trifft ein späterer Ruhestand hingegen Hochgebildete in stabilen Jobverhältnissen, die sich einer guten Gesundheit erfreuen. Studienautor Peter Haan fordert daher eine Anpassung des Arbeitsmarktes, so „dass es für viele Menschen möglich ist, ihre Erwerbstätigkeit lange auszuüben, zum Beispiel durch die Möglichkeit flexibler Übergänge“.

Rentenzugangsalter ist auch 2032 unter 67

Die Erhöhung des Rentenalters führt in allen gesellschaftlichen Schichten in den nächsten zwei Jahrzehnten auch zu einem späteren Ruhestandsbeginn. Allerdings werden Gebildete und Alleinstehende am längsten arbeiten. So verschieben Menschen mit einem höheren Schul- und Studienabschluss ihren Renteneintritt um 1,6 bis zwei Jahre nach hinten. Personen mit mittlerer Bildung treten je nach Szenario nur um ein beziehungsweise 1,4 Jahre später aus dem Erwerbsleben als heutzutage. Beide Szenarien unterstellen eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. In Szenario 1 bleiben die aktuellen Erwerbsquoten bis 2032 konstant. Im zweiten Szenario steigt die Erwerbsquote der Älteren stärker. So vergrößert sich dieser Wert bei den 60- bis 67-jährigen Männern von 43 auf 55 Prozent und bei den Frauen von 35 auf knapp 49 Prozent. Insgesamt erhöht sich das Rentenzugangsalter bis 2032 im zweiten Szenario auf durchschnittlich 65,5 Jahre an. Im ersten Szenario ist es um 0,3 Jahre niedriger.

Single-Frauen erhöhen ihr Rentenzugangsalter am meisten

Am frühesten aus dem Berufsleben verabschieden sich verheiratete Frauen in einer Teilzeitbeschäftigung mit niedrigem Bildungsstand. Am längsten arbeiten im Vergleich dazu Alleinstehende und hochgebildete Männer. Ledige Personen steigern ihr Rentenalter in diesem Zusammenhang deutlich mehr als verheiratete Paare. Der Unterschied liegt bei einer fast ein Jahr längeren Erwerbsphase. Jedoch ist hier ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern zu erkennen. So sind es vor allem die Single-Frauen, die den Austritt aus dem Erwerbsleben hinauszögern. Verheiratete Männer hingegen gehen sogar später in Rente als der bundesweite Durchschnitt.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema
Finanzbildung

Finanzbildung: Note mangelhaft

Die Finanzbildung in Deutschland erhält miese Noten. Zu wenig, schlechte Qualität, aber andererseits auch zu geringes Interesse auf Seiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei wird die Schule eigentlich als geeigneter Ort für Finanzbildung angesehen. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut INSA durchgeführt worden ist. So […]

Artikel lesen

Geringverdiener sterben früher

Menschen aus den oberen Einkommensgruppen haben eine deutlich höhere Lebenserwartung als Geringverdiener. Diese sterben im Schnitt fünf Jahre früher. Der durchschnittliche deutsche Mann kann sich momentan auf eine Lebensdauer von 78 Jahren und 4 Monaten einstellen. Wer das 65. Lebensjahr bereits erreicht hat, darf sich auf weitere 17,8 Jahre freuen. Das Einkommen spielt dabei allerdings […]

Artikel lesen

Lebensqualität im Alter höher als gedacht

Junge Menschen schätzen die Lebensqualität der Rentner und Senioren falsch ein. 51 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind der Meinung, dass die Lebensqualität mit zunehmendem Alter schlechter wird. Doch rund 60 Prozent der über 70-Jährigen sprechen von einer hohen Lebensqualität im Alter, so das Ergebnis der DIA-Studie 50 plus. Die Lebensqualität hängt weniger vom Alter ab, […]

Artikel lesen