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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 13.4.2012 Drucken

In kleiner Dosis zur Altersvorsorge?

Kleine Mengen oder Dosen können durchaus eine große Wirkung entfalten, es kommt nur auf Zahl und Zeit an.

Auch finanzielle Kleinstbeträge von wenigen Cent führen zu beeindruckenden Effekten, das hat die nunmehr ein Jahr alte Spendenaktion „Deutschland rundet auf“ bewiesen.

In kleiner Dosis zur Altersvorsorge?Aber lässt sich dieses Modell auch auf die Altersvorsorge anwenden? Führen Trippelschritte zur Rente? Das Thema Sparen mit Mikrobeiträgen ist einige Überlegungen wert, auch wenn man sich nicht vorstellen kann, dass Cent-Beträge zur Altersvorsorge reichen.

Immer öfter heißt es beim Bezahlen an Deutschlands Kassen: „Aufrunden bitte!“. Seit März 2012 ist das Spendensystem „Deutschland rundet auf“ am Start und verfolgt das Ziel, Spenden so selbstverständlich zu machen wie Trinkgeld. Die dahinter steckende Idee ist so einfach wie wirkungsvoll: Freiwillig und unaufgefordert kann der Kunde beim Bezahlen an der Kasse oder bei Online-Geschäften den Endbetrag um bis zu zehn Cent aufrunden und spenden.

Die teilnehmenden Handelspartner führen 100 Prozent dieser Kleinstbeträge an die gemeinnützige „Deutschland rundet auf“-Stiftung ab, die den Spendenbetrag wiederum ohne Abzüge verschiedenen Spendenprojekten zukommen lässt. Im Laufe der nunmehr einjährigen Dauer wurde mehr als 21 Millionen Mal aufgerundet und dadurch eine Spendensumme von über einer Million Euro angehäuft. Damit hat die Initiative eindrucksvoll vorgeführt, dass auch kleine Beträge große Wirkung zeigen können.

Kleinvieh macht auch Mist

Der Erfolg gibt dem neuen Spendenmodell Recht und so liegt es nahe, die Idee auch auf andere Bereiche zu übertragen. Wäre es etwa denkbar, Ansparvorgänge der Altersvorsorge nach dem Prinzip „Kleinvieh macht auch Mist“ zu gestalten? Parallelen zwischen dem Sammeln von Spenden und dem „Sammeln“ von Geldbeträgen für die eigene Altersvorsorge lassen sich nicht von der Hand weisen: In beiden Fällen wird von einem möglichst geringen Geldeinsatz ein maximaler Effekt erwartet.

Niedrige Hürde für den Konsumverzicht

Zudem müssen Spender und Sparer gleichermaßen zum Konsumverzicht bewegt werden: Das Beiseitelegen eines Geldbetrages schränkt die gegenwärtigen Konsummöglichkeiten ein und löst Wirkungen aus, die nicht unmittelbar spürbar sind. In dem einen Fall wird fernen Bedürftigen geholfen. In dem anderen Fall zahlt sich das Spargeld erst in Jahrzehnten aus. Diese Hürde aber überspringt man beim Sparen mit Mikrobeträgen mit Leichtigkeit, denn der Geldabfluss fällt im Geldbeutel erst gar nicht auf. Eine große Wirkung erzielen die Mikrobeträge dennoch: Die Masse macht’s. So unbemerkt die Cent-Beträge auch fließen, über die Gesamtheit der Spender bzw. die Jahre des Ansparens hinweg kann sich durchaus eine stolze Summe ergeben.

Medizin gegen Altersvorsorgemüdigkeit

Sparen mit Mikrobeiträgen hält also bestimmt einige Lehren bereit, wie der „Altersvorsorgemüdigkeit“ der Deutschen auf die Sprünge zu helfen ist – klafft doch eine wachsende Lücke zwischen der Sorge um die finanzielle Zukunft und den tatsächlichen Ausgaben zur privaten Altersvorsorge. Weil das Thema Privatvorsorge vielen zu komplex, trocken und langweilig erscheint, wird die finanzielle Absicherung des Alters gern verdrängt. Insbesondere junge Leute sehen keine Notwendigkeit, sich mit Altersvorsorge zu befassen. Ein passendes Konzept, das auf das langsame, aber stetige Ansammeln von Kleinstbeträgen baut, könnte hierbei Abhilfe schaffen: Ist es einfach genug gestrickt und selbsterklärend, werden Hemmschwellen abgebaut. Zeitaufwand und Mühe, sich mit der Zukunftssicherung vertraut zu machen, halten sich in engen Grenzen. Auch das Argument, es stehe nicht ausreichend frei verfügbares Geld für die Alterssicherung zur Verfügung, kommt hierbei kaum noch zum Tragen.

Einstieg zur Sensibilisierung

Da in der Altersvorsorge der unumstößliche Grundsatz „Je eher, desto besser“ gilt, werden hauptsächlich junge Leute als Zielgruppe für derlei Rentensparen in Frage kommen, denn mit einer ausreichend langen Spardauer erzielt man durch den Zinseszinseffekt selbst mit Kleinbeträgen erkleckliche Summen. Gewonnen wäre mit dieser Maßnahme nicht nur ein erster Schritt in Richtung Ansparen des Polsters für den Ruhestand, es öffnet sich zugleich ein Einfallstor, um die Jugend für das Thema Altersvorsorge zu sensibilisieren.

Herausforderung in Häppchen zerlegt

Eine ansprechende, zielgruppengerechte Ausgestaltung, beispielsweise durch die Integration von Spielmechanismen, hätte großes Potenzial, das bislang verschmähte Thema Altersvorsorge etwas zu „entstauben“ und in den Fokus junger Menschen zu rücken. Ganz nach dem Vorbild von Spielen, die Meister darin sind, große Herausforderungen in kleine, zu bewältigende Aufgabenhäppchen zu zerlegen, würde der Altersvorsorge ihre Schwere genommen und könnte in Trippelschritten angegangen werden. Auch wenn eine komfortable Altersvorsorge bestimmt nicht ausschließlich durch das Beiseitelegen von Cent-Beträgen umzusetzen ist, so kann ein unterhaltsam und interaktiv gestaltetes Sparmodell mit Mikrobeträgen insbesondere bei jungen Menschen den Grundstein für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema legen.


Ein Spendenprojekt der ganz besonderen Art: Deutschland rundet auf. Es liefert einen Anstoß zum Nachdenken über neue Konzepte in der Altersvorsorge.


Die Idee des Mikrosparens wurde ursprünglich für Menschen in Entwicklungsländern konzipiert, um ihnen die Rücklage von Kleinstbeträgen zu ermöglichen. Entstanden ist die Idee im Zusammenhang mit der Mikrofinanzierung, bei der Kleinstkredite zur Existenzgründung vergeben werden.


 

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